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Neues Leben an der Elbestraße: Widmann-Galerie zieht Kunstinteressierte und Künstler an

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Von: Andrea Weber

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Vorreiter: Wolfram Weiße stellt als Erster in Albrecht Widmanns neuer Galerie aus.
Vorreiter: Wolfram Weiße stellt als Erster in Albrecht Widmanns neuer Galerie aus. © hans lippert

Die neue Galerie von Albrecht Widmann ist eröffnet. Den Anfang macht Wolfram Weiße mit seiner Ausstellung - sehr zum Interesse der Kunstinteressierten und Künstler der Region.

Geretsried – Es war etwas los in der Elbestraße – mehr als gewöhnlich an einem Wochentag. Alle Parkplätze waren besetzt, und viele Menschen hatten sich in Schale geworfen. Vielleicht wird dieses Bild sich künftig alle paar Wochen wiederholen. Zur Eröffnung der neuen Galerie von Albrecht Widmann und Kenneth Barlow in der Hausnummer 27 nämlich trafen sich Kunstinteressierte und Künstler der Region.

Die erste Ausstellung ist dem Kulturpreisträger der Stadt Geretsried und ehemaligen Kunstpädagogen am örtlichen Gymnasium, Wolfram Weiße, gewidmet. 44 Bilder sind zu sehen. Eine Retrospektive aus den 1960er Jahren bis heute. „Organismus“ heißt ein großformatiges Ölbild von 1969. In seiner Sanftheit mit fließendem Bewegungsverlauf zeigt es keinen Menschen, und doch erinnert das Motiv an einen femininen Akt mit weichen und üppigen Rundungen. Ein paar Meter weiter hängen Monotypien von 1966. Schwarze grafische Illustrationen, die als Titel „Feuerblume“ und „Tafel des Vergessens“ tragen.

Die aktuelle Ausstellung zeigt aber auch jüngst entstandene Bilder. „Orakel“ nennt Weiße ein Bild aus 2020. Besucher Helmuth Hager, ein Künstler aus Raisting, sieht in dem wie Kristallfacetten inszenierten surrealen Motiven Zeitsprünge im Stundentakt eines Tages. „Sehen Sie, wie sich das Motiv immer wieder wiederholt“, sagt er.

Freiraum für eigene Gedanken lässt Weiße dem Betrachter. Er darf und soll interpretieren. Elisabeth Biron von Curland war als Gast gekommen. Gemeinsam mit ihrem Künstlerkollegen Ernst Grünwald, Bilderhauer aus Münsing, wird sie im April ausstellen. Ihr gefallen die Räume: „Hier fühlt man sich sehr wohl.“ Grünwald ergänzt: „Schön, dass es in Geretsried wieder einen Ort für Kunst gibt. Ich finde das mutig.“

Volker Witte steht mitten im Raum. Er war einer, der in Zeiten des Kunstbunkers ausstellte und nun im kommenden Jahr seine Bilder zeigen darf. Wie auch die Ebenhausener Künstlerin Ljubov Belych, die die Raumaufteilung und das gute Licht bewundert. „Ich male neue Bilder und überlege mir mein Ausstellungskonzept für den Herbst 2022.“

Albrecht Widmann ist an diesem Abend etwas aufgeregt. Darf er auch sein, nach sechs Jahren Neuanfang als Galerist in Geretsried. Er ist begeistert von der „fantastischen Resonanz“. Sein Anspruch: Kunst müsse diskussionsfähig sein, darf provozieren, darf missfallen – „darf aber auf keinen Fall „nur berieseln“.

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