+
Vor dem Start hatte Michaela Pöschl einen Marsch von 100 Kilometern in 24 Stunden vor sich. 

Münchner Mammutmarsch

„Wie auf einen spitzen Stein“: Geretsriederin muss nach neun Stunden den Münchner Mammutmarsch abbrechen

  • schließen

100 Kilometer in 24 Stunden: Eine Geretsriederin lief beim Münchner Mammutmarsch mit. Nach neun Stunden musste sie jedoch abbrechen. Doch schon für nächstes Jahr plant sie einen zweiten Versuch.

Geretsried/München – Kleine Ursachen können große Wirkungen haben. Eine winzige Mücke stört den Schlaf, ein nichtiger Auffahrunfall führt zu Stau. Bei Michaela Pöschl war es eine Blase an einer ungünstigen Stelle, die ihrem Traum in die Quere kam. Doch die 45-jährige Geretsriederin will nicht aufgeben.

100 Kilometer in 24 Stunden

Pöschl machte sich kürzlich auf zum Münchner Mammutmarsch. Ein Abenteuer erleben, an seine Grenzen gehen und 100 Kilometer in 24 Stunden schaffen: Damit werben die Veranstalter des Extremwanderns. Tausende Teilnehmer zählte das Event bereits, das seit 2006 regelmäßig in deutschen Städten stattfindet. Die Geretsriederin fasziniert das schon lange.

In der Nähe fand der Mammutmarsch allerdings immer am Muttertag statt. „Als Konditorin bekomme ich da nicht frei“, sagt Pöschl. Keine Frage, dass sie sich die Gelegenheit nicht entgehen ließ, als das Event endlich an einem anderen Tag angekündigt wurde. Start: Samstag um 15.30 Uhr in Krailling (Kreis Starnberg).

Lesen Sie auch: 

Zwei Frauen, ein Ziel: 100 Kilometer zu Fuß

Viel Gelegenheit zur Vorbereitung blieben Pöschl, ihrem Schwager Arthur Peteratzinger (47), ebenfalls aus Geretsried, und zwei Bekannten aus München zwar nicht. Es gibt aber viele Geschichten von Teilnehmern, die es ohne Training ins Ziel geschafft haben wollen. Der Gruppe um Pöschl war das nicht vergönnt.

„Ich hatte mir sehr fest vorgenommen durchzuhalten“

„Ich hatte mir sehr fest vorgenommen durchzuhalten“, sagt Pöschl. Sie sei relativ sportlich, gehe immer wieder mal laufen und sei auch sonst viel auf den Beinen. „Nach einem halben Tag auf der Couch werde ich unruhig“, sagt die 45-Jährige. Sie bewege sich gerne. „Ich wollte sehen, wie weit ich gehen kann, und finde es interessant, was ein Körper leisten kann“, erklärt sie ihre Intention. Vor dem Start war Pöschl aufgeregt und hatte Respekt vor der Strecke – die Runde verlief über Grünwald, Starnberg, Tutzing, Herrsching und Oberpfaffenhofen. „Die Tour war richtig schön“, sagt Pöschl.

Abbruch nach neun Stunden in Percha

Anfangs im Wald sei es langweilig gewesen. Nach zehn Kilometer feuerten Zaungäste die Teilnehmer mit Rasseln an. „Das hat sehr geholfen.“ Später stimmten ein paar Wanderer Bundeswehrlieder an. Das hat auf zwei Arten geholfen: auf andere Gedanken zu kommen („Da geht dir alles durch den Kopf“) und die Schmerzen zu vergessen. Denn mit denen hatte die Geretsriederin ab 30 Kilometern zu kämpfen. Eine Blase an der Fußsohle hatte sich gebildet. „Das war, als würde ich barfuß auf einen spitzen Stein treten“, berichtet Pöschl. Und es wurde immer schlimmer. „Ab 50 Kilometern hat mir mein Körper gesagt: Es reicht.“ Beim Verpflegungsstopp in Percha brach sie ab. Neun Stunden war sie da unterwegs. „Ich war sehr enttäuscht“, gesteht die 45-Jährige.

„Nächstes Jahr mache ich einen neuen Versuch“

Doch das soll es nicht gewesen sein. Sobald die Blessuren verheilt sind, will Pöschl mit besser geeigneten Schuhen ins Training starten. „Nächstes Jahr mache ich einen neuen Versuch.“  

sw

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wolfratshausen: Galgenhumor im Schatten der Kaufhaus-Ruine
Mutmaßlich müssen die Wolfratshauser monatelang mit einer Ruine mitten in der Innenstadt leben. Ein Anblick und eine Aussicht, die viele schmerzt.
Wolfratshausen: Galgenhumor im Schatten der Kaufhaus-Ruine
Neubau im Zentrum: Trotz Klage hält Baugenossenschaft an Plänen fest
Trotz eingereichter Klage hält die Baugenossenschaft Geretsried an ihren Neubauplänen fest. Im November will sie mit dem Abriss des Altbestands beginnen.
Neubau im Zentrum: Trotz Klage hält Baugenossenschaft an Plänen fest
Geplantes Seniorenwohnstift in Ambach: Ostuferschützer greifen Gemeinde an
Der Streit um die Neubebauung das ehemaligen Wiedemann-Geländes am Ufer des Starnberger See geht weiter. Die Gegner befürchten ein „Luxuswohngebiet“. 
Geplantes Seniorenwohnstift in Ambach: Ostuferschützer greifen Gemeinde an
Lebensgefahr auf der Isar: Baum noch immer nicht geborgen - Fahrverbot bleibt bestehen
Der quer liegende Baumstamm in der Isar, der bereits mehrere Boote auf der Isar zum Kentern brachte, konnte noch immer nicht geborgen werden. Das Fahrverbot bleibt …
Lebensgefahr auf der Isar: Baum noch immer nicht geborgen - Fahrverbot bleibt bestehen

Kommentare