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Und rein damit: Bewundernde Blicke erntete diese Besucherin des Wiesn-Warm-Up in den Ratsstuben. Geschickt versenkte sie einen Nagel im Holzbalken.

Wiesn-Warm-Up in den Ratsstuben

„Besser als das Original“

Geretsried - Über 200 Besucher haben sich beim Wiesn-Warm-Up aufs Oktoberfest eingestimmt.

Zum dritten Mal nach 2012 und 2015 lud die Gartenberger Bunkerblasmusik zum Wiesn-Warm-Up ein. Dass mehr als die Hälfte der über 200 Besucher in Tracht erschien, verstand sich von selbst. Überraschender war da schon eher, dass nicht nur Einheimische in den Ratsstuben feierten.

So nahm Nico Hoppe sogar die weite Anfahrt aus dem über 650 Kilometer entfernten Osnabrück auf sich „Meine Eltern leben hier. Und da wollte ich einen Besuch mit diesem Fest verbinden“, verriet der 22-Jährige. Selbstverständlich hatte auch er sich mit Lederhose und Karo-Hemd eingekleidet. „Mir hat’s schon im letzten Jahr sehr gut hier gefallen. Die Stimmung ist total entspannt und das Bier deutlich günstiger als auf dem Oktoberfest“, schwärmte der Niedersachse. So war die Maß Paulaner Festbier für 7,60 Euro zu haben – und damit sogar noch preiswerter als der Liter auf dem schwach besuchten Geretsrieder Sommerfest vor sechs Wochen. Zudem nahmen die freundlichen Bedienungen der Ratsstuben zahlreiche Bestellungen für Steckerlfisch, Brathendl oder Schweinsbraten auf.

Neben diesen kulinarischen Schmankerln war noch mehr geboten: Da waren die Stimmungshits der von Roland Hammerschmied dirigierten Gartenberger Bunkerblasmusik, die um kurz nach 19 Uhr in den gut gefüllten Saal einmarschierte. Ob Lobeshymnen auf die Stadt Geretsried oder Blasmusik-Klassiker wie „Rehragout“ – die Musiker trafen den Nerv des ausgelassenen Publikums.

Zwischendurch zog es den einen oder anderen in den hinteren Teil des Saals. Dort war ein Vergnügungspark aufgebaut, in dem die Besucher ihr Glück im Dosenwerfen oder „Gaudispickern“ versuchten. Wer Nägel geschickt in ein Brett hämmerte, bekam als Belohnung ein Fläschchen Schnaps. Kein Wunder also, dass die Treffsicherheit da im Laufe des Abends bei manch einem etwas nachließ.

Dafür wurde später zur Musik des Duos Roland Hammerschmied und Enno Strauß zum Teil auf den Tischen getanzt. Am lautesten sangen die Festbesucher beim kommenden Wiesn-Hit „Ham kummst“ mit. Das Lied der Österreicher „Seiler und Speer“ wird zweifellos auch in den Zelten auf dem Oktoberfest oft zu hören sein.

Im Gegensatz zu diesen Hochburgen der Ausgelassenheit wurde in den Ratsstuben deutlich länger gefeiert. Erst nach Mitternacht verließen die letzten Gäste den Saal. Unter ihnen auch Nico Hoppe und seine Eltern. „Das war hier heute besser als das Original“, zeigte er sich begeistert. 

Peter Herrmann

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