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Es geht nicht um Kleingeld: Fast 58 Millionen Euro will die Stadt Geretsried bis 2022 investieren. 

„Setzen den Erfolgskurs fort“

Geretsried will fast 58 Millionen Euro investieren

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Stolze Summe: Die Stadt Geretsried will in den nächsten Jahren 57,9 Millionen Euro investieren – und das ohne Neuverschuldung.

Geretsried – Begonnenes fortsetzen und teils abschließen, so lautet die Devise in der Stadt Geretsried. Im Finanzausschuss am Dienstag stellte Monica Wagenknecht, die im Rathaus den Fachbereich Finanzen leitet, den Haushaltsentwurf für 2019 vor. Neben den laufenden Projekten liegt der Fokus auf Betreuungseinrichtungen. Hier sind Investition in Höhe von drei Millionen Euro vorgesehen. Mit dem Geld soll an der Karl-Lederer- und an der Isardamm-Grundschule jeweils ein eigenes Gebäude für die Mittagsbetreuung errichtet werden.

Der Ausschuss handelte den Tagesordnungspunkt „Haushaltsplan 2019 – erster Entwurf“ kurz und schmerzlos ab. Es geht zwar um viel Geld – rund 57,9 Millionen Euro will die Stadt bis 2022 investieren. Trotzdem werden keine neuen Schulden gemacht und die bestehenden weiterhin abgebaut. „Der Haushalt ist mehr als ausgeglichen, die Erträge übersteigen die Aufwendungen“, erklärte Wagenknecht. Dafür müsse man die Liquiditätsreserve in Anspruch nehmen. Von 38 Millionen Euro an flüssigen Mitteln werden am Ende voraussichtlich noch 12,7 Millionen Euro übrig sein.

„2019 wird ereignisreich und spannend“, fasste Bürgermeister Michael Müller (CSU) zusammen. Auf der langen Liste der Investitionen in den kommenden vier Jahren findet sich unter anderem der Karl-Lederer-Platz, der im Zuge der Zentrumsgestaltung wiederhergestellt werden muss (3,5 Millionen Euro). Am neuen Hallenbad, das bis Anfang 2020 an der Adalbert-Stifter-Straße entstehen soll, wird weitergearbeitet (12,4 Millionen Euro). Im Haushaltsplan sind außerdem insgesamt 2,9 Millionen Euro vorgesehen, um daneben ein Parkdeck mit 180 Stellplätzen zu errichten. Über das bestehende Heinz-Schneider-Eisstadion wird am Ende der laufenden Saison eine Halle gebaut, damit die Eisfläche wieder ein Dach bekommt (6,3 Millionen Euro).

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Wenn die Baugenossenschaft ihre Gebäude an der Egerlandstraße 58 bis 74 durch Neubauten ersetzt, will die Stadt die geplante Tiefgarage um weitere Parkplätze ergänzen. Für dieses Projekt hat Wagenknecht zwischen 2019 und 2022 rund 2,2 Millionen Euro im Haushaltsentwurf eingeplant. Für das Bürgerhaus, das in Stein vorgesehen ist, fallen mittelfristig 2,8 Millionen Euro an.

Neben den beiden Gebäuden, die an den Grundschulen für eine Mittagsbetreuung gebaut werden sollen, möchte die Stadt die Adalbert-Stifter-Mittelschule erweitern (8,2 Millionen Euro), um im Anschluss das bestehende Gebäude sanieren zu können. Für die neue Kindertagesstätte, die auf städtischem Grund schräg gegenüber vom Haus Elisabeth an der Johann-Sebastian-Bach-Straße geplant ist, sind ab dem Jahr 2020 Mittel im Haushalt eingestellt. Mit den Projekten und Maßnahmen „setzen wir den Erfolgskurs fort“, so Müller. Die Lebensqualität werde verbessert und der Standort Geretsried gestärkt.

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Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl (CSU) bezeichnete den Haushalt als solide, warnte aber vor möglichen Kostenexplosionen bei laufenden Projekten aufgrund der hohen Auslastung der Baufirmen. Stadtrat Lorenz Weidinger (Freie Wähler) erinnerte daran, dass jetzt teils auch Vorhaben umgesetzt würden, die bereits vor Müllers Amtszeit beschlossen wurden. Ähnlich äußerte sich Volker Reeh (CSU): „Dass wir für 2019 einen soliden Haushalt haben, liegt daran, dass wir in den vergangenen Jahren gespart haben.“ Vize-Bürgermeister Hans Hopfner (SPD) mahnte zur Vorsicht: „Wir können wirklich große Dinge erst wieder anpacken, wenn wir das alles erledigt haben.“

Die Ausschussmitglieder nahmen den Entwurf des Haushaltsplans zur Kenntnis. Nach der Diskussion in den Fraktionen wird der Stadtrat das Zahlenwerk in seiner Sitzung am Dienstag, 29. Januar, behandeln.

sw

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