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Mehr als nur Kartoffeln bietet Angela Christoph auf dem Geretsrieder Wochenmarkt. Sie verkauft Gemüse und Obst vom Biohof Reiner aus Petersdorf.

Einkaufen unter freiem Himmel

Wochenmarkt beliebt wie nie - die Kartoffelfrau

Der Geretsrieder Wochenmarkt ist beliebt wie nie. Sieben Händler bieten aktuell jeden Dienstagvormittag an der Egerlandstraße ihre frischen Waren an.  Wir stellen sie in loser Folge vor. Heute: der Biohof Reiner aus Petersdorf.

Geretsried Bio und regional – für umwelt- und gesundheitsbewusste Verbraucher ist das die beste Art, sich zu ernähren. Der Biohof Reiner aus Petersdorf im Landreis Aichach-Friedberg verkauft saisonales Gemüse und Obst aus eigenem Öko-Anbau auf dem Geretsrieder Wochenmarkt.

„Die Kartoffelfrau“ wird Angela Christoph, die Schwägerin von Biobauer Christoph Reiner, von den Kunden nur genannt. Dabei hat sie viel mehr zu bieten als der Deutschen liebste Knolle – auch wenn diese den meisten Platz im Verkaufswagen einnimmt. Aktuell liegen Gurken, Tomaten, Fenchel, Kohlrabi, Rettich, Sellerie, Zucchini und feldfrische Salate auf den vor dem Wagen aufgebauten Tischen. Auch Erdbeeren gibt es noch.

Umsatzsteigerung seit Corona

Stammkunden wissen, dass Angela Christoph nicht gerne Plastiktüten verwendet. Deshalb bringen sie ihre eigenen Taschen und Beutel mit, in die die Marktfrau die zuvor gewogenen Kartoffeln direkt aus dem Eimer hineinschüttet. Sich selbst beim Gemüse zu bedienen, bleibt in Corona-Zeiten verboten, aber das stellt für die Kunden kein Problem dar, ist es doch ohnehin hygienischer, wenn nicht jeder alles anfasst.

Apropos Corona: Bettina und Christoph Reiner verzeichnen seit dem Ausbruch der Pandemie eine deutliche Umsatzsteigerung. „Wenn sich das Interesse an regionalen Bio-Erzeugnissen nach der Krise fortsetzen würde, wäre es schön“, sagt Angela Christoph. Die Reiners haben den landwirtschaftlichen Familienbetrieb, den sie in der fünften Generation führen, vor vier Jahren auf Bio umgestellt. Sie sind Mitglied im Bioland-Verband. Zwei Jahre hat die Umstellung gedauert; während dieser Zeit gab es vom Staat ein sogenanntes Überbrückungsgeld. Seitdem wird Pferdemist statt Gülle und Dünger ausgebracht. Unkraut bekämpft das Duo ausschließlich mechanisch. Kohlgemüse und Rettich etwa werden durch engmaschige Netze vor Schädlingen geschützt.

Der BR hat eine Reportage gedreht

Über die Reiners hat das Bayerische Fernsehen kürzlich sogar eine Reportage gedreht mit dem Titel „Bio-Landwirtschaft in Bayern – eine Chance trotz Corona?“ Der Film zeigt, wie fünf der sieben Kinder der Reiners in der schulfreien Zeit beim Legen der Kartoffeln halfen. Agrarbetriebswirt Christoph Reiner sagt in dem Beitrag, der Ertrag sei nur noch halb so hoch wie zuvor im konventionellen Ackerbau. Das Obst und Gemüse lasse sich deshalb auch nicht mehr zu den früheren Preisen verkaufen. „Einige wenige Kunden haben wir dadurch verloren“, berichtet seine Schwägerin. Dafür seien andere hinzugekommen.

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Der Biohof Reiner ist auf den Grünen Märkten in Geretsried, Bad Tölz, Murnau, Miesbach, Seefeld, Weilheim, Gröbenzell und Unterschleißheim vertreten. In Geretsried stört es nicht, dass gleich nebenan ein Obst- und Gemüsestand mit konventionellen Erzeugnissen steht. „Jeder hat seinen Kundenstamm, und manche Leute kaufen auch bei uns beiden ein“, sagt Angela Christoph. Tanja Lühr

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