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Seit 20 Jahren auf dem Grünen Markt vertreten: Helga Wagner vom gleichnamigen Spargelhof in Hohenwart. 

Einkaufen unter freiem Himmel

Geretsried: Wochenmarkt beliebt wie nie - Spargelhändlerin Wagner

Der Geretsrieder Wochenmarkt ist beliebt wie nie. Eine der Händlerinnen ist Helga Wagner vom Spargelhof Thomas Wagner in Hohenwart bei Schrobenhausen.

Geretsried – Wagner ist nur während der Spargelsaison im Mai und Juni auf dem Grünen Markt vertreten, aber das schon seit 20 Jahren. Die Kunden schätzen nicht nur ihr Edelgemüse aus kontrolliertem Anbau, sondern auch den kleinen Ratsch mit der sympathischen 64-Jährigen. Gerne gibt die Seniorchefin des Spargelhofs Thomas Wagner Tipps zu Lagerung und Zubereitung der weißen Stangen. Auch für unsere Zeitung nimmt sie sich Zeit für ein Gespräch, nachdem der große Ansturm kurz vor zwölf Uhr vorbei ist.

Seit 1997 auf Märkten unterwegs

Dieses Jahr ist ein besonders schwieriges für die Spargelbauern, wie man überall in den Medien erfahren konnte. Wegen der Corona-Pandemie durften die osteuropäischen Erntehelfer nicht einreisen. Auf sie sind die Bauern aber dringend angewiesen. Die Wagners betreiben ihr rund sieben Hektar großes Spargelfeld im Nebenerwerb. Seit 1975 führen sie den Betrieb, den Helga Wagner und ihr Mann Thomas von dessen Vater übernommen haben. Dieser baute früher auch noch Hopfen an. Heute leitet Thomas Wagner junior mit seiner Frau die Geschäfte. Seit 1997 beschickt das Familienunternehmen Märkte, darunter die in Murnau, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz, Holzkirchen, Miesbach, Traunstein, Salzburg, Feldafing, Dinkelsbühl, Donauwörth und Dillingen.

„In den ersten drei Wochen haben wir selber gestochen“, erzählt die Seniorchefin. Dann seien doch noch ein paar Bulgaren gekommen, die man einen ganzen Tag lang angelernt habe. Auch Studenten hätten sich an dem Knochenjob versucht. „Nur einer von den jungen Leuten ist geblieben, den anderen war es zu anstrengend“, sagt Wagner. Die Bulgaren hätten leider viele der jungen Triebe abgebrochen.

Spargel ernten ist anspruchsvoll

Die Spargelernte sei tatsächlich eine anspruchsvolle Arbeit, körperlich wie auch von der Technik her. Nach dem Stechen werden die Stangen gewaschen, in der Schockanlage gekühlt, sortiert, geputzt und nochmals gewaschen. Auf Bestellung schälen die Wagners das begehrte Gemüse auch kurz vor der Auslieferung.

Der Schrobenhauser Spargel sei heuer dicker als in anderen Jahren, berichtet Helga Wagner. Das liege am vielen Regen im vergangenen Herbst. Geschmacklich sei er einwandfrei. Obwohl die Gaststätten wegen der Zwangsschließungen weniger von dem beliebten Gemüse abgenommen hätten, sei sie zufrieden mit dem bisherigen Umsatz. „Die Leute haben sehr viel auf den Märkten gekauft. Offenbar haben sie während der Ausgangsbeschränkungen mehr gekocht“, freut sich die 64-Jährige. Noch bis 20. Juni wird sie um drei Uhr in der Früh aufstehen, um ihren Lieferwagen zu beladen und sich auf den Weg zu den Wochenmärkten zu machen. In Geretsried ist sie das letzte Mal am 16. Juni.

Auch interessant: Wie die Einzelhändler mit der Großbaustelle Egerlandstraße umgehen

Ursprünglich fand der Geretsrieder Wochenmarkt auf dem Karl-Lederer-Platz statt. Wegen der Baustelle zog er vorübergehend in den Rathaus-Innenhof um, und seit zwei Jahren ist er an der Egerlandstraße angesiedelt. Sieben Händler bieten dort aktuell jeden Dienstagvormittag ihre frischen Waren an.

tal

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