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Umgeben von Gewerbebetrieben: Das ehemalige Lorenz-Areal zwischen Elbe- und Banater Straße. Die vier Hektar große Industriebrache befindet sich im Besitz der Firma Krämmel und soll mit bis zu 700 Wohnungen bebaut werden.

Wohngebiet an der Banater Straße

Behörden und Betriebe haben Bedenken

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Geretsried - 600 bis 700 Sozial-, Miet- und Eigentumswohnungen sollen auf dem ehemaligen Lorenz-Areal an der Banater Straße entstehen. Die Nähe zu den umliegenden Gewerbebetrieben sehen Fachbehörden und -verbände kritisch. Ein betroffenes Unternehmen hat bereits Klage angekündigt.

In einer Sondersitzung am Mittwoch befasste sich der Entwicklungs- und Planungsausschuss mit den 28 Stellungnahmen, die während der ersten Auslegung des Bebauungsplans eingegangen waren. Im Prinzip geht es immer wieder um den gleichen Punkt: Der Trennungsgrundsatz von Wohnen und Gewerbe werde nicht eingehalten, Konfliktsituationen seien nicht auszuschließen. So schreibt die Untere Immissionsschutzbehörde am Landratsamt: „Auch wenn im Bebauungsplan viele Konflikte gelöst werden können, ist es aus immissionsschutzfachlicher Sicht fraglich, ob die Planung an dieser Stelle, unter Schaffung einer neuen Gemengelage, sinnvoll ist“.

Die Stadt ist sich der Problematik sehr wohl bewusst, sieht aber keine Alternative. Aufgrund der Lage im Großraum München habe Geretsried einen weiterhin steigenden Bedarf an (bezahlbarem) Wohnraum, heißt es in ihrer Stellungnahme. Um diesem Wohnraumdruck gerecht zu werden, sei eine Ausweisung von größeren, zusammenhängenden Flächen notwendig. Ein mit dem Lorenz-Areal vergleichbares Grundstück gebe es in Geretsried nicht. Das Grundstück der Firma Krämmel sei bereits erschlossen. Darüber hinaus liege es zentrumsnah.

Im Zuge der Voruntersuchungen wurde für das Plangebiet die Geräuschbelastung während der Tages- und Nachtzeit ermittelt. Dabei hat das Ingenieurbüro Greiner festgestellt, „dass die einschlägigen Immissionsrichtwerte insbesondere an den Rändern des Plangebiets deutlich überschritten werden“. Es könnten zwar abgeschirmte Wohnbereiche geschaffen werden. Immissionskonflikte und Klagen gegen den Bebauungsplan seien aber nicht auszuschließen.

Auf Nachfrage von Freie-Wähler-Stadtrat Dominik Irmer erklärte der planende Architekt Klaus Kehrbaum, dass es sich bei diesem Gutachten „nur um eine erste Betrachtung“ handle. „Tatsächlich sind die Schallschutzprobleme in den Griff zu bekommen.“ Dazu zählt die Stadt in ihrer Stellungnahme eine Reihe von Lärmschutzmaßnahmen auf. Natürlich würden diese die Wohnqualität auch einschränken. Gleichwohl sei man der Auffassung, dass das städtebauliche Konzept diesen Konflikt „sehr elegant löst“. Auf dem Lorenz-Areal soll eine Innenhofsituation entstehen, in der sich die Häuser wiederum um kleinere Innenhöfe gruppieren.

Die Handwerkskammer bemängelt in ihrer Stellungnahme, dass mit der Umwidmung Gewerbeflächen wegfallen. Dazu stellte CSU-Stadtrat Franz Wirtensohn fest, dass das Lorenz-Areal schon lange kein Gewerbegebiet mehr ist. Es wurde zuletzt als Sondergebiet für großflächigen Einzelhandel ausgewiesen. Unter anderem sollte dort ein Bau- und Gartenfachmarkt entstehen. Dies sei bereits der „Sündenfall“ gewesen, schreibt dazu der Ortsverband des Deutschen Gewerbeverbands. Jetzt sei der Zug „Gewerbegebiet“ abgefahren. „Eine Wohnbebauung erscheint im Moment als das kleinere Übel“, schreibt der Vorsitzende Bernd Füger. Allerdings müssten die angrenzenden Betriebe in ihrem Bestand und ihrer Fortentwicklung geschützt werden. Auch erscheint dem Gewerbeverband die Wohnbebauung „zu massiv“. Dem hält die Stadt entgegen, dass laut einer Statistik bis zum Jahr 2034 mit einem Bevölkerungsanstieg in Geretsried von derzeit rund 24 000 auf 26 600 Einwohner zu rechnen ist. Gespräche mit den angrenzenden Betrieben würden bereits geführt.

Einer davon ist die Speck-Kolbenpumpenfabrik. Sie äußerst in ihrer Stellungnahme „größte Bedenken“ gegen die Umwidmung und kündigt bereits eine Klage an, sollte der Stadtrat den Bebauungsplan in dieser Form beschießen. Auch die Bauer Comp Holding GmbH, vertreten durch eine Anwaltskanzlei, übt deutliche Kritik. Unter anderem wirft sie der Stadt vor, nicht unvoreingenommen an die Planung heranzugehen, da der Vorhabensträger Krämmel die Realisierung der Bebauung am Karl-Lederer-Platz davon abhängig gemacht habe, dass ihm die Stadt eine Wohnnutzung auf dem Lorenz-Areal ermöglicht. Diesen Vorwurf einer „reinen Gefälligkeitsplanung“ weist die Stadt zurück. Sie verfolge ausschließlich städtebauliche Ziele.

Der Bebauungsplan wird nun überarbeitet und noch einmal öffentlich ausgelegt.

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