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Platz ist in der kleinsten Hütte: Sogenannte Tiny-Houses liegen im Trend. 

Leben in kleinen Häusern

Aus für das Tiny-House-Projekt in Gelting ?

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Er will ein Tiny-House-Dorf in Gelting errichten: Der Verein „Einfach gemeinsam leben“ verfolgt das Projekt schon lange. Doch es geht schleppend voran. Ein offener Brief soll Bewegung in die Sache bringen.

Geretsried/Wolfratshausen – Der Verein „Einfach gemeinsam leben“ mit Sitz in Wolfratshausen fordert zeitnah eine grundsätzliche Entscheidung des Geretsrieder Stadtrats, ob er die Errichtung eines Tiny-House-Dorfs unterstützen würde. Zu diesem Zweck hat der Vorsitzende Thorsten Thane einen Offenen Brief verschickt.

Tiny Houses sind mobile Kleinsthäuser, die trotz ihrer Größe alle Funktionen einer gewöhnlichen Wohnung erfüllen. Wie mehrfach berichtet wollen die Vereinsmitglieder solche in Geretsried ansiedeln. Zudem verfolgt der Verein das Ziel, dem Thema mobile Kleinwohnformen auf politischer Ebene Gehör zu verschaffen und Regelungen zur vereinfachten Genehmigung als Wohnraum zu erreichen. Für die Tiny-House–Siedlung wurde dem Verein eine Wiese in der Ziegelei in Gelting aus privater Hand angeboten. „Das Problem bei diesem Grundstück, es liegt, obwohl komplett erschlossen und mit zirka 40 Anwohnern in der Nachbarschaft, laut Flächennutzungsplan im Außengebiet“, schreibt Thane in dem offenen Brief.

Der Vereinsvorsitzende bittet in dem Schreiben um eine offizielle Stellungnahme der Stadt. „Nach vielen Gesprächen in den vergangenen Monaten, teilweise im Rahmen der Parteistammtische, teilweise in Einzelgesprächen, denken wir, es wird Zeit für eine offizielle Haltung der Stadt Geretsried zu unserem Vorhaben“, so Thane. Trotz einiger Bedenken bezüglich des Grundstücks in der Ziegelei sei das Projekt in den meisten Fällen positiv beurteilt worden.

Im März und April habe der Verein nun mehrfach um einen weiteren Termin bei der Stadt gebeten. Daraufhin „wurde uns durch das Bauamt mitgeteilt, dass das Projekt in Gelting aufgrund der Gesetzeslage nicht umsetzbar sei. Auf eine weitere Nachfrage, ob dieses nun die offizielle Stellungnahme der Stadt sei, wurde uns mitgeteilt, dass dies nur eine Erklärung zur aktuellen Rechtslage darstellen würde“, schreibt Thane. Deswegen fragt der Verein nun den Stadtrat, ob er das Projekt Tiny Houses auf Geretsrieder Flur unterstützten würde – politisch, finanziell, durch ein Grundstück – und ob eine Genehmigung für die Nutzung des Grundstücks in der Ziegelei vorstellbar sei.

„Wir legen dem Stadtrat das Schreiben vor“, erklärt Ute Raach, Geschäftsführende Beamtin im Rathaus, auf Nachfrage. Sie widerspricht dem Vorwurf, die Stadt habe sich nicht zu dem Vorhaben geäußert. Es sei den zuständigen Mitarbeitern geläufig. „Wir haben es intensiv geprüft, auf diesem Grundstück ist es aber baurechtlich nicht möglich“, so Raach. Das sei dem Verein auch schriftlich und mündlich weitergegeben worden. Städtische Flächen zur Pacht kämen nicht infrage. „Wir brauchen sie für den Kindertagesstätten- und Schulbau.“

sw

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