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75 Jahre Krämmel: Buch über Firma mit Familiensinn veröffentlicht

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Von: Susanne Weiß

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220 Mitarbeiter zählt das Familienunternehmen Krämmel heute im gewerblichen, technischen und kaufmännischen Bereich.
220 Mitarbeiter zählt das Familienunternehmen Krämmel heute im gewerblichen, technischen und kaufmännischen Bereich. © privat

Die Krämmel-Unternehmensgruppe feiert 75-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass hat Gerhard Waldherr ein Buch über „Die Baufamilie“ veröffentlicht.

Geretsried/Wolfratshausen – Wer durch die Region fährt, braucht nicht lange zu suchen, bis er eine Baustelle findet, auf dem das stilisierte K in einem roten Quadrat zu erkennen ist: Hier baut die Krämmel-Unternehmensgruppe. Mit ihren 220 Mitarbeitern bietet sie nach eigenen Worten „ganzheitliche Lösungen im Bau- und Immobiliensektor“ an. Angefangen hat das Unternehmen 1947 recht überschaubar mit fünf Angestellten.

Das 75-jährige Bestehen feierten aktive und ehemalige Mitarbeiter samt Familien jüngst bei einem Sommerfest. Dabei stellte Autor Gerhard Waldherr sein Buch „Die Baufamilie“ vor, das anlässlich des Jubiläums erschienen ist. Es ist keine reine Firmenchronik, sondern ein interessantes Lesestück mit privaten Familienfotos, intimen Einblicken und dem Anspruch, für viele andere Unternehmergeschichten zu stehen.

Geretsried/Wolfratshausen: „Die Baufamilie“ von Gerhard Waldherr befasst sich mit Firma Krämmel

„Es wäre ein Versäumnis, die Geschichte nicht zu erzählen. Schließlich ist sie nicht nur beispielhaft für Familiensinn und Unternehmertum in Deutschland und wie das eine mit dem anderen korrespondiert, sie liefert zudem einen faszinierenden Stoff über Werte und Wandel, über harte Arbeit, kaufmännisches Geschick und den Preis des Erfolgs, vor allem aber über die menschlichen Facetten dahinter“, schreibt Waldherr im Prolog. An Stellen wie diesen lässt sich nicht verbergen, dass es sich um eine Auftragsarbeit handelt.

Es kommen aber auch Bürgermeister Michael Müller und Architekt Klaus Kehrbaum zu den Gebäuden PulsG am Karl-Lederer-Platz und dem Quartier OpusG an der Banater Straße zu Wort. Geretsrieder wie Gerhard Meinl, Helmut Hahn, Ludwig Schmid, Friedrich Schumacher oder Evangelos Karassakalidis erzählen von sich und ihrer Stadt. Die Geschichte des Bauunternehmens Krämmel ist, so die Botschaft, eng mit der der Stadt Geretsried verwoben.

Der Autor umreißt die Entwicklung des Unternehmens, das als Firma Sachers & Krämmel im ehemaligen Rüstungsbunker 006 in Geretsried begann und das vom Wiederaufbau und vom Wirtschaftswunder profitierte. Gustav Alfred Sachers und Josef Krämmel seien „ein ungleiches Paar“ gewesen, sie hätten nicht mit, aber auch nicht ohne einander gekonnt.

Reinhold Krämmel gibt Einblick in Familienleben und Firmennachfolge

1976 trat Reinhold Krämmel in die Firma ein. „Ich wurde nie als ein geeigneter Nachfolger gesehen, ich war aber die einzige Option“, wird der Bauingenieur zitiert. Sein verstorbener Vater habe „einfach nie an mich geglaubt“. Reinhold Krämmel spricht mit dem Autor auch offen über einen Familienstreit mit seinem Vater und dem Sohn seiner Schwester, Florian Scholze. Letzterer sagt in dem Buch: „Ich war Opas Lieblingsenkel, er wollte immer, dass ich in die Firma eintrete, die er aufgebaut hatte und die sein Lebenswerk war.“

Der Autor und sein Werk: Gerhard Waldherr hat das Buch „Krämmel – Die Baufamilie“ geschrieben.
Der Autor und sein Werk: Gerhard Waldherr hat das Buch „Krämmel – Die Baufamilie“ geschrieben. © privat

Waldherr hat für die Recherche viele Familienmitglieder und Wegbegleiter der Krämmels besucht. Er beschreibt Protagonisten und Gesprächsszenen, was die Erzählung immer wieder auflockert und nahbar macht. Nach der Trennung von der Familie Sachers führte Reinhold Krämmel das Unternehmen unter dem Namen Krämmel GmbH & Co. Bauunternehmung KG alleine weiter. Er holte einen ehemaligen Studienkollegen Peter Hacker ins Boot. 2000 baute er einen neuen Firmensitz in Wolfratshausen. Man wollte die Nummer eins unter den Bauunternehmen im Oberland werden. Tatsächlich lief es wirtschaftlich immer besser. Die Firma entwickelte sich weiter.

Als seine Söhne Interesse am Baugewerbe zeigten, übergab der Senior das Geschäft 2016 an Korbinian Krämmel. Marinus Krämmel kam vergangenes Jahr dazu. Reinhold Krämmel hat aus der Erfahrung mit seinem eigenen Vater gelernt, die Nachfolge einmal besser zu regeln. Es scheint aufzugehen. Auch der jüngste Sohn Serafin will später einsteigen, und freut sich auf die Zusammenarbeit unter Brüdern. Korbinian Krämmel sagt: „Je mehr Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein für die gemeinsame Sache, umso besser.“ Damit enthält die Familiengeschichte nicht nur Drama, sondern auch ein Happy End.

Das Buch

„Krämmel – Die Baufamilie, eine bayerische Unternehmergeschichte“ von Gerhard Waldherr ist im Allitera-Verlag erschienen. Flexcover; 19,90 Euro; ISBN 978-3-96233-314-0.

Der Autor

Der Autor Gerhard Waldherr wurde 1960 in Bad Tölz geboren. Von 1983 bis 1985 spielte er beim TuS in Geretsried Eishockey in der zweiten Bundesliga. Danach wurde er Journalist, erst Sportredakteur bei der Süddeutschen Zeitung, dann Reporter beim Magazin Stern, später lebte und arbeitete er als freier Korrespondent in den USA und wurde nach der Rückkehr nach Deutschland Chefkorrespondent eines Wirtschaftsmagazins. Heute schreibt Waldherr Sachbücher für Unternehmen und Organisationen, darunter das Buch „Beton und Bytes – Wie Bauen das Fundament für unsere Zukunft schafft“ für den Bayerischen Bauindustrieverband. Waldherr lebt mit seiner Familie in Berlin.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter.

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