Tests schon vor dem Unterricht: Seit Montag gilt in Bayern die neue Regelung, nach der jeder Schüler einen negativen Corona-Test vorweisen muss, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu können.
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Tests schon vor dem Unterricht: Seit Montag gilt in Bayern die neue Regelung, nach der jeder Schüler einen negativen Corona-Test vorweisen muss, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu können.

„Absolut unaufgeregt und problemlos“

Schnelltests in Schulen: So lief der erste Tag - einige Kinder bleiben zuhause

  • vonDominik Stallein
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Seit Montag gilt an allen Schulen in Bayern eine Testpflicht. Schülerinnen und Schüler, die am Präsenzunterricht teilnehmen möchten, müssen unter Aufsicht der Lehrkräfte zweimal in der Woche einen Abstrich vornehmen. Unsere Zeitung hat sich umgehört, wie der erste Tag verlaufen ist. Größere Probleme gab es demnach keine. Einige Kinder sind wegen der Testpflicht allerdings zuhause geblieben.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Auf die neue Situation müssen sich alle erst einstellen. „Auch deshalb war der Zeitverlust natürlich relativ groß“, sagt Christian Zingler über den ersten Schultag nach den Osterferien. Der Direktor der Geretsrieder Realschule hat sich aber von seinem Kollegium versichern lassen, dass das Prozedere vor Unterrichtsbeginn „absolut unaufgeregt und problemlos“ abgelaufen sei. Von den 670 Schülern war am Montag wegen des Wechselunterrichts nur etwa die Hälfte vor Ort. Unter den rund 335 Tests gab es „keinen positiven und nur einen einzigen, der ein ungültiges Ergebnis angezeigt hat“. Der betroffene Schüler wurde nach Hause geschickt und muss einen PCR-Test bei einem Arzt vornehmen lassen.

Es ist für die Lehrkräfte beruhigend zu wissen, dass jeder im Klassenzimmer ein negatives Testergebnis hat.“

Christian Zingler, Direktor der Realschule Geretsried

Wegen des täglichen Wechselunterrichts wird in Geretsried an vier von fünf Wochentagen getestet – jeder Schüler nimmt zweimal pro Woche einen Abstrich vor. „Je öfter wir das machen, desto einfacher wird es mit der Zeit“, ist Zingler überzeugt. Er kann der Testpflicht etwas Positives abgewinnen: „Es ist für die Lehrkräfte beruhigend zu wissen, dass jeder im Klassenzimmer ein negatives Testergebnis hat.“

Einige Eltern wollen ihre Kinder nicht testen lassen. Waldrams Schulleiter befürchtet Nachteile

Nicht alle Eltern sehen die Anordnung der Landesregierung so positiv wie der Geretsrieder Schulleiter. An der Grund- und Mittelschule in Waldram blieben einige Kinder am Montag zuhause. „Es sind nicht wahnsinnig viele“, berichtet Schulleiter Josef Märkl, „aber es betrifft alle Klassenstufen.“ Wer keinen negativen Schnelltest vorweisen kann, darf nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Die Kinder lernen im Distanzunterricht zuhause. „Das ist sehr schade und kann für die Schüler zu Problemen führen“, sagt Märkl. Nachfragen zum Lernstoff seien im Klassenzimmer einfacher zu klären. Zudem leide der soziale Kontakt zu den Mitschülern durch die Arbeit am heimischen Schreibtisch. „Wirkliche Probleme“ könnten die Kinder bekommen, wenn schriftliche Prüfungen anstehen. Denn auch daran dürfen nur negativ getestete Schüler teilnehmen. Der Rektor hofft, dass einige Skeptiker ihre Meinung noch ändern, „wenn sie sehen, dass die Nachbarskinder auch getestet werden und es dabei keine Probleme gibt. Dass die Selbsttests nicht wie ursprünglich angedacht als freiwilliges Angebot, sondern verpflichtend für alle Schüler eingeführt wurden, findet Märkl richtig: „Das ist für die Wahrnehmung der Kinder wichtig: Alle werden gleich behandelt, niemand wird bevorzugt.“

Zehn Gymnasiasten aus Icking werden nicht getestet - und müssen zuhause bleiben

Am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium in Icking blieben wegen der Testpflicht am Montag etwa zehn Schüler zuhause, 370 der 800 Gymnasiasten waren wegen des wöchentlichen Wechselunterrichts vor Ort. Der Rest folgt dem Unterricht am heimischen Computer. Wie Schulleiter Stefan Nirschl berichtet, sorgte es bei manchen Eltern für Verstimmung, dass zuhause vorgenommene Selbsttests nicht akzeptiert werden. Es ist aber möglich, von medizinisch geschultem Fachpersonal einen Test außerhalb der Schule vornehmen zu lassen.

Lesen Sie auch: Wolfratshausen wird (vorerst) keine Modellregion. Das Testangebot wird trotzdem ausgeweitet.

In Geretsried betreibt das BRK ein Testzentrum. Der Ansturm war schon vor der Testpflicht riesig.

Tests sind zeitaufwändig, genau wie die Vorbereitung

Vor Ort war viel Vorarbeit nötig: Bereits um sieben Uhr trafen sich die Lehrer, um jeden Sitzplatz mit einem Test-Kit auszustatten. Zu Beginn der ersten Stunde wurden den Schülern Videos gezeigt, in denen der richtige Umgang mit den Stäbchen demonstriert wird. „Einige Schüler haben schon in den Osterferien geübt – das macht die Sache natürlich leichter“, sagt Nirschl. Trotzdem wurde für die Tests in fast allen Klassen die komplette erste Stunde benötigt. „Mit zunehmender Routine wird der Zeitverlust aber geringer.“ Die gute Nachricht zum Schluss: Die Tests fielen allesamt negativ aus.

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