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Voll bis unters Dach ist der DHL-Transporter von Maria Riederauer in der Vorweihnachtszeit. Pro Schicht macht die Geretsriederin etwa 16 000 Schritte. 

Sie liefert die Weihnachtsgeschenke an die Haustür

Vor dem vierten Advent geht’s richtig rund: Paketzustellerin im Interview

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Maria Riederauer ist seit 35 Jahren Paketzustellerin. In der Weihnachtszeit herrscht Hochkonjunktur. Ob sie auch selbst mal online bestellt, verrät sie im Interview.

Gelting – In der Geltinger DHL-Zustellbasis herrscht vor Weihnachten Hochbetrieb: Zwischen 15 000 und 17 000 Päckchen und Pakete werden dort an einem Werktag umgeschlagen. Einen Großteil machen Internetbestellungen aus. Auch durch die Hände von Zustellerin Maria Riederauer wandern täglich hunderte Sendungen. Im Interview mit Redakteurin Doris Schmid verrät die 53-jährige Geretsriederin, ob sie auch selbst online bestellt.

Frau Riederauer, mit wie vielen Sendungen beladen Sie Ihr Fahrzeug in der Vorweihnachtszeit?

Im Schnitt dürften das so 150 Stück sein. Aber meine Schicht dauert nur sechs Stunden. Bei meinen Kollegen, die Vollzeit arbeiten, sind es noch ein paar mehr.

Haben Sie ein bestimmtes System, wie Sie ihren Transporter einräumen?

Ich belade mein Auto nach Straßen und Hausnummern sortiert. Dann weiß ich genau, wo ich hinlangen muss. Vom klitzekleinen Päckchen bis zum 30 Kilo schweren Paket ist alles dabei.

Wo geht’s hin?

Meine Route führt mich nach Waldram. Der Ortsteil ist in zwei Zustellbezirke aufgeteilt, und ich bediene einen davon.

Hand aufs Herz: Wo kennen Sie sich besser aus, in Ihrer Heimatstadt Geretsried oder in Waldram?

(lacht) Schon in Waldram. Da kenne ich alle Wege und weiß, wie ich fahren muss.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie in zweiter Reihe parken?

Nein, die Leute freuen sich, wenn ich komme. Ich bringe ihnen das, worauf sie warten. Und ich bin ja nach zwei Minuten wieder weg.

Wie reagieren Autofahrer und Passanten, wenn ein Packerlfahrer Straße oder Zufahrt blockiert?

(schmunzelt) Zurzeit sind sie noch ganz brav.

Was ist schlimmer: Black Friday oder Vorweihnachtszeit?

Beim Black Friday gibt es an zwei Tagen viel zu tun. Im Dezember ist es bis Weihnachten ein stetiger Anstieg. Am Freitag und Samstag vor dem vierten Advent wird’s richtig rund gehen.

Haben Sie Stammkunden?

Es gibt tatsächlich Leute, bei denen man täglich klingelt. Ab und zu sind auch recht interessante Sachen wie Brennholz, Rollrasen und Mülltonnen dabei. Manchmal, wie an der Sudetenstraße in Waldram, muss ich auch bis in den vierten Stock laufen. Aber das mache ich nur montags.

Sie sind seit 35 Jahren Zustellerin. Stellen Sie Veränderungen zu früher fest?

Früher haben die Leute ein-, zweimal im Jahr was aus dem Katalog bestellt. Mittlerweile ist die Bestellung im Internet eine Selbstverständlichkeit. Es ist wirklich immens mehr geworden.

Bestellen Sie auch im Internet?

Ja, ich kaufe auch mal online ein. Ich genieße das, wenn ich selbst ein Päckchen zugestellt bekomme.

Müssen Sie an Heiligabend auch arbeiten?

Selbstverständlich. Es arbeiten alle bei uns an diesem Tag. Dann hat aber auch jeder weniger zu tun, und desto schneller kommen wir alle heim. Dienstende wird um 14 oder 15 Uhr sein.

Gibt’s auf Weihnachten auch mal ein Dankeschön?

Von manchen gibt’s eine kleine Anerkennung wie Plätzchen, Pralinen oder eine Flasche Sekt. Gerade habe ich eine Tasse mit Tee bekommen. Das hat mich gefreut.

Lesen Sie auch: Mann hortet in Wohnung über 600 fremde Pakete und Briefe - eine Sache verwundert sehr

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