Nach der Schule raus in die Welt

„Wow-Moment“: Zwei Mädels aus Geretsried erleben in Asien Unglaubliches

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Sieben Monate reisten Janina Kube (19) und Frances Pentney-Schmidt (21) aus Geretsried durch Asien - und erlebten Unglaubliches.

Geretsried – Nach dem Abitur die Freiheit genießen und einfach hinaus in die Welt gehen: Davon träumen viele Schüler nach den kräftezehrenden Prüfungen. Oft fehlen dann aber doch die Zeit und das Geld. Janina Kube (19) und Frances Pentney-Schmidt (21) aus Geretsried haben sich davon trotzdem nicht abhalten lassen und ihrer Reiselust einfach nachgegeben.

Direkt nach den Prüfungen vor zwei Jahren am Gymnasium an der Adalbert-Stifter-Straße verabschiedeten sich die beiden Freundinnen, Fast-Nachbarinnen und Mitschülerinnen von daheim. Ziel war Panama, wo Pentney-Schmidt bereits ein Auslandsjahr verbracht hatte. Außerdem lernten die jungen Frauen Costa Rica und Kolumbien kennen. „Ich war vorher nie außerhalb von Europa“, erklärt Kube ihren Wissensdurst. Nach drei Monaten mussten die jungen Frauen allerdings zurück nach Geretsried – Geld verdienen.

Sieben Monate in Asien unterwegs

Kube und Pentney-Schmidt sparten fleißig, um eine noch größere Reise unternehmen zu können. Sieben Monate waren sie in Asien unterwegs. Ihre Familien, auch wenn sich die Eltern natürlich etwas Sorgen machten, gingen locker damit um. Bei ihrer Rückkehr im Juni klang aber dann doch ein „Ihr fangt jetzt auch mal an zu studieren“ durch, berichtet Pentney-Schmidt schmunzelnd. Diese Erwartung wird erfüllt – sie will Forstwissenschaften, Kube Grafikdesign studieren – auch wenn die beiden mit dem Weltbereisen noch längst nicht abgeschlossen haben.

Nach ihren Erfahrungen gefragt, sprudelt es aus der 19- und der 21-Jährigen nur so heraus. Sie hatten lediglich ihren Hinflug nach Bangkok, der das günstigste Angebot war, gebucht. „Wir hatten eine Idee, wo wir hinwollen, aber nichts Festes geplant“, sagt Kube. Zunächst streiften die Freundinnen schüchtern durch die Straßen. „Wir hatten Angst, etwas falsch zu machen und unabsichtlich die Kultur zu beleidigen.“

Doch die anfängliche Unsicherheit war schnell verflogen, als sie bei ihren Aufenthalten Menschen von überall kennengelernt haben. „Wir haben es immer mehr genossen, länger an einem Ort zu bleiben“, erzählt Pentney-Schmidt. Am längsten blieben die Geretsriederinnen in einem Auswandererdorf in Kambodscha. Zunächst zwei Monate, am Ende der Reise nochmals einen Monat. „Wir haben dort wie in einer Familie gelebt“, so Kube.

Von dort bereisten die beiden die umliegenden Inseln. Sie lebten eine Woche im Dschungel – mit Selbstversorgung und überwiegend ohne Elektrizität. „Da kommt man auf den Grundstein des Lebens zurück und merkt, man braucht nichts“, sagt Kube. Und in Kambodscha bekamen beide etwas mit, was sie daheim wohl nie erfahren hätten. „Den Ort, in dem wir ausgeholfen haben, gibt es jetzt nicht mehr.“ Die Einheimischen würden vertrieben, weil Chinesen in Kambodscha, wo Glücksspiel erlaubt ist, Casinos bauen und damit Touristen aus ihrem Land lockten. „Wir haben in einer kleinen Holzhütte geschlafen, während direkt daneben eine riesige Baustelle eröffnet wurde.“

Im Land der Langsamkeit

Weitere Stopps waren Indien, wo gefühlt jeder zweite ein Foto mit den Deutschen machen wollte, und Laos, wo es ihnen am besten gefallen hat. „Es ist das Land der Langsamkeit, die Landschaft ist wunderschön, und mit den Menschen dort konnten wir uns am leichtesten anfreunden“, erklärt Pentney-Schmidt.

Brenzlig wurde es nur einmal bei der Ankunft in Vietnam. Der Bus hätte die jungen Frauen über die Grenze bringen sollen, doch er ließ sie irgendwo im Nirgendwo stehen. Zwei Motorradfahrer nahmen sie mit – zum eigentlich vorher vereinbarten Preis von drei Dollar pro Person. In Vietnam angekommen verlangten sie allerdings fünf Dollar. „Als Touristen zahlt man generell immer einen höheren Preis und wird abgezogen“, sagt Kube. Diesmal blieben die beiden aber hart, mit dem Ergebnis, dass die Motorradfahrer sie eine Stunde durch die Stadt verfolgten. „Das war so unangenehm, dass wir ihnen einfach das Geld gegeben haben.“

Von ihrer Reise im Herzen behalten werden die jungen Frauen jedoch den Moment, als sie nach einer Woche Wandern in Nepal bei Sonnenaufgang den angepeilten Gipfel des Himalaja erreichten und auf die Bergkette blickten. Kube: „Das war so ein Wow-Moment.“

Lesen Sie auch: Was eine Landfrau aus Kenia in Eurasburg lernen kann.

Ebenfalls interessant:Diese Gemeinsamkeiten hat Geretsried mit dem Dorf Alano.

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