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Licht, Sonne und Feuer lautete das Motto der Folk-Fantasy-Band Tibetréa, die die Nikolauskapelle nicht nur zum Leuchten, sondern auch zum Klingen brachte.

Seltsamkeiten passen zusammen

Geretsrieder Band Tibetréa spielt in Nikolauskapelle

Geretsried – Tibetréa begeisterte die Besucher am Sonntag beim Unplugged-Konzert in der Nikolauskapelle.  Fantasy-Folk-Musik in einer kleinen katholischen Kapelle dürfte es nicht allzu oft geben.

Für die Geretsrieder Band Tibetréa war das Konzert am Sonntagabend in der Nikolauskapelle aber schon das fünfte oder sechste. So ganz genau wussten die Musiker das selber nicht mehr. Aber alle zwei Jahre sind sie hier. Und so war es heuer wieder Zeit für ein sehr kleines, aber auch sehr feines Unplugged-Konzert.

Wer die Parkplatzsuche hinter sich gebracht hatte, dem erleuchteten zwei brennende Fackeln den Eingang zu dem 1722 geweihten Kirchlein. Passend zum Thema der Veranstaltung: Licht, Sonne und Feuer. „Weil Licht in der Vorweihnachtszeit ja eine wichtige Rolle spielt“, erklärte Andrea Bannert dem bunt gemischten Publikum. „Und weil es in der Nikolauskapelle immer saukalt ist.“ Trotz der Kälte dürfte die Kapelle selten so viele Menschen beherbergen: Knapp 50 Zuhörer saßen dicht gedrängt auf den Kirchenbänken.

Licht, Sonne und Feuer

Anfangs boten sich den Menschen noch kapellentypische Bilder: der Hochaltar, Kreuzwegbilder, Heiligenfiguren – alles im Kerzenschein. Dann jedoch wurden noch mehr Kerzen angezündet, begleitet von Sätzen wie „Hörst Du die Flammen flüstern“, von Harfenklängen und Flötenspiel. Vor dem Altar standen zwei junge Frauen. Die eine trug einen dicken Schafspelz über ihrem Kleid, die andere ein mittelalterliches Gewand mit weiten Ärmeln, geschmückt durch indianisch anmutende Federn. Umrahmt wurden die Damen von drei dunkel gekleideten Gestalten. Sie alle sprachen, sangen und flüsterten seltsame Worte aus dem Altlettischen und Althochdeutschen, aber auch aus dem Italienischen, Englischen und Altbairischen.

Ungewöhnliches Zusammenspiel

Ungewöhnlich war auch das Zusammenspiel ihrer Instrumente: Die Flöten- und Harfenklänge mischten sich mit denen von E-Bass und Percussion-Instrumenten, mystisch wirkende Gesänge wurden von Gitarren und einer Ukulele begleitet, ergänzt durch temporeiche Trompetensoli.

Sie sangen von altägyptische Weisen, bretonischen Tanzliedern und Merseburger Zaubersprüchen. Ein zum Didgeridoo umgebautes PVC-Rohr aus dem Baumarkt machte das Bild der Seltenheiten und Seltsamkeiten komplett. Was diese Aufzählung aber nicht zeigen kann: All das passte nicht nur zusammen, sondern brachte vor dem Hintergrund der Kapellenatmosphäre eine ganz besondere Stimmung hervor. Von den etwas eigenen Klängen einer Schalmei wurden die Zuhörer schließlich hinaus in den Schneeregen entlassen, allerdings nicht ohne den Hinweis auf die nächsten Konzerte: Tibetréa feiert 2017 sein zehnjähriges Bestehen, mit einem neuen Album und einer Jubiläumstour. Termine findet man auf der Homepage der Band. Auf das nächste Nikolauskapellenkonzert werden die Fans aber wohl wieder zwei Jahre warten müssen. 

Von Carina Sappl

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