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Verhandlung vorm Amtsgericht

Geretsrieder baut schwarz

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das ist bekannt. Doch wenn beide Parteien von falschen Tatsachen ausgehen, mildert dies das Strafmaß. So geschehen zumindest in diesem Fall.

Geretsried – Ein Geretsrieder hatte in einer ehemaligen Kfz-Reparaturwerkstätte ohne Genehmigung mehrere Umbauten vorgenommen. Darauf bekam er vom Landratsamt einen Bußgeldbescheid über 12 000 Euro. Dagegen erhob der 49-Jährige Einspruch, weshalb die Sache vor Gericht landete.

Landratsamt: Der vorliegende Bauplan ist von 1982

Laut Anklageschrift hatte der Maler- und Lackierermeister in die Gewerbehalle diverse Zwischenwände und -decken eingezogen sowie im Außenbereich zwei Garagen, vier Stellplätze und einen Lagerplatz gebaut. So sei eine zusätzliche Gewerbefläche von rund 440 Quadratmetern entstanden. Für keine dieser Maßnahmen sei im Vorfeld ein Antrag gestellt worden. „Der Bauplan, der uns vorliegt, ist von 1982“, erklärte die Vertreterin des Landratsamts. „Unseres Wissens stand dort eine nackte Halle. Vier Wände und ein Dach, sonst nichts.“ Die Höhe der Strafe ergebe sich aus dem hausinternen Bußgeldkatalog.

Großteil der Maßnahmen gehen vermutlich auf das Konto des Vorbesitzers

„Mein Mandant streitet die Baumaßnahmen nicht ab“, sagte gleich zu Beginn dessen Verteidigerin. Jedoch hätten diese in einem deutlich geringeren Umfang stattgefunden. Als Beweisstück wurde das Verkaufsexposé vorgelegt. „So habe ich die Halle 2012 erworben“, erklärte der Angeklagte. Ein Großteil der baulichen Veränderungen, die dem Geretsrieder zur Last gelegt wurden, sind dort bereits verzeichnet. Sie gehen vermutlich auf das Konto des Vorbesitzers.

Angeklagter: „Ich sehe eine freie Fläche, und da bau‘ ich mir halt was hin“

Doch auch der 49-Jährige hatte munter weitergebaut. „Ich habe die eine oder andere Wand rausgerissen, das ein oder andere ergänzt“, räumte er ein. „Es war mir nicht bewusst, dass ich das genehmigen lassen muss.“ Neben seiner Unwissenheit versuchte sich der Angeklagte mit seinem Beruf zu rechtfertigen: „Ich bin Handwerker, ich sehe eine freie Fläche, und da bau’ ich mir halt was hin.“

Richter Urs Wäckerlin überzeugte dies nicht wirklich. Aufgrund der neuen Sachlage erklärte jedoch auch das Landratsamt, dass die Lage anders zu bewerten sei. Letztendlich verminderte der Richter das Bußgeld um die Hälfte: „6000 Euro sind nach wie vor spürbar.“ 

Von Magdalena Höcherl

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