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Ruhig atmen ist beim Bogensport wichtig: (v. li.) Hans-Georg Schunn, Walter Schunn und Max Waindok. 

Zielorientiert

Geretsrieder Bogensportclub feiert zehnjähriges Bestehen

Der Bogensportclub Geretsried ist heuer zehn Jahre alt. Im Rahmen der Feier gaben die Profis Tipps und erklärten, was sie an dem Sport so faszinierend finden.

Geretsried – Ausdauer, Technik, Konzentration, ein wenig Kraft – all das benötigt man fürs Bogenschießen. Doch mit Ausdauer bei der Sache zu bleiben, sei die wichtigste dieser Eigenschaften, sagt Hans Georg Schunn, Vorsitzender des Bogensportclubs (BSC) Geretsried. Der Verein feierte am Samstag mit einem Großteil seiner 54 Mitglieder samt Familien das zehnjährige Bestehen auf dem Trainingsgelände an der B 11.

Mit Bogensportfieber anstecken

Ganz einfache Blankbögen aus Holz, mit und ohne Visier, olympische Recurvebögen aus Metall und High-Tech-Geräte namens Compoundbögen mit eingebauter Wasserwaage und Vergrößerungsglas im Visier sind auf der Wiese aufgebaut und warten auf ihren Einsatz.

Georg Waindok aus Königsdorf-Wiesen ist mit Sohn Maxi gekommen, um ihn mit dem Bogensportfieber anzustecken, das den 54-Jährigen vor drei Jahren bei einem Schnupperkurs selbst erfasst hat. Der Siebenjährige hat sich einen Köcher mit Pfeilen umgebunden. Er spannt einen davon, fixiert die Zielscheibe in zehn Metern Entfernung, wartet, bis die Hand ganz ruhig ist, bevor er die Bogensehne löst und das Geschoss Richtung Scheibe fliegt. Es trifft einen äußeren Ring, Maxi freut sich über sein Anfängerglück.

„Mit dem Kopf nur beim Ablauf“

Laut Hans Georg Schunn hat man relativ schnell Erfolge. Schon nach einigem Üben lande der Pfeil auf die kurze Distanz fast immer im Gelben, gelegentlich sogar im Schwarzen. „Das Problem ist, dass bei den meisten Schützen die Erwartungshaltung von da an zu groß ist“, weiß Schunn aus fast 30-jähriger Bogensporterfahrung. Vor allem Männer würden zu schnell auf mehr Zuggewicht und größere Entfernungen gehen. Der Indianer oder Robin Hood in ihnen konzentriere sich zu sehr aufs Treffen-Wollen, statt auf den eigenen Körper und den exakten Bewegungsablauf zu achten. „Auch als erfahrener Schütze bin ich mit dem Kopf nur beim Ablauf“, sagt Schunn, der zahlreiche Pokale auf Bezirks,- Landes- und Bundesebene zu Hause stehen hat.

Langjährige Bogenschützen empfinden das völlige Abschalten vom Alltag als das Faszinierende und Entspannende, ja fast Meditative, an der Präzisionssportart. Jugendlichen fehle nach einiger Zeit leider oft die „Action“, sagt Schunn. Deshalb seien im vergangenen Jahr von acht Nachwuchsschützen, mit denen Jugendleiter Denny Schröder im Sommer im Freien und im Winter in der kleinen Turnhalle der Karl-Lederer-Schule trainiert habe, nur zwei bei der Stange geblieben.

Zweimal die Woche Üben

Der Vereinsvorsitzende empfiehlt zweimal wöchentliches Üben und einen Ausgleichssport wie Schwimmen, um Arm und Schulter nicht einseitig zu belasten. Aufwärmen und Dehnen gehörten unbedingt zu jeder Übungseinheit. Wer den Pfeil mit der rechten Hand spanne, solle ab und zu auch einmal die linke nehmen.

Eine interessante Variante zum so genannten WA-Schießen auf Scheiben in zehn bis 90 Meter Entfernung ist das Feldbogenschießen. Auf dem 3,7 Hektar großen vom BSC gepachteten Gelände ist ein Parcours mit bekannten und unbekannten Entfernungen, mit Zielscheiben auf Hügeln und in Senken aufgebaut.

3D-Schießen lehnt der Verein ab 

Das 3D-Schießen, bei dem auf Tierattrappen geschossen wird, lehnt der Verein ab. „Wir pflegen hier ein friedliches Miteinander mit den lebenden Tieren“, betont Schunn. Gelegentlich hopple ein Hase unbeeindruckt von den umherfliegenden Pfeilen des Wegs. Einigen der neugierigen Langohren haben die Schützen sogar schon Namen gegeben. Nach Einbruch der Dämmerung, wenn die Rehe aus dem Wald kommen, werde ohnehin nicht mehr trainiert, so Schunn.

Beim BSC sei jede Frau, jeder Mann und jedes Kind ab etwa zehn Jahren willkommen, egal welchen Bogen man verwende, ob man ambitionierter Turnierschütze oder Hobbyschütze sei, sagt der Vereinsvorsitzende. Anfänger-Bögen könnten für 65 Euro im Jahr zunächst gemietet werden. Ein eigenes Gerät koste zwischen 300 und 2500 Euro. Die Geselligkeit besitze einen hohen Stellenwert. Die Mitglieder würden Ausflüge unternehmen, zusammen grillen und feiern.

Tanja Lühr

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