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CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber gratuliert dem neuen Bürgermeister Michael Müller (re.) nach dessen Wahl im Jahr 2014.

Kommunalwahl 2020

Geretsrieder Bürgermeister Müller will nochmal - doch wer tritt gegen ihn an?

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Im Jahr 2020 ist die nächste Kommunalwahl. CSU-Bürgermeister Michael Müller will nochmal kandidieren, hat er erklärt. SPD, Freie Wähler und Grüne halten sich dagegen bedeckt.

Geretsried – Lange zierte sich Michael Müller mit einer Antwort auf die Frage, ob er sich 2020 noch einmal um das Amt des Bürgermeisters bewerben wird. Im Interview mit unserer Zeitung Anfang des Jahres beantwortete er die Frage aber mit Ja. Bereits im Februar will ihn seine Partei, die CSU, nominieren (wir berichteten). Bringen sich jetzt auch die anderen Parteien in Stellung? Wir haben uns umgehört.

Robert Lug (FW) schließt für sich persönlich eine erneute Kandidatur aus

Bei der Wahl 2014 bewarben sich drei Kandidaten um das Amt des Rathauschefs. Michael Müller ging aus der Stichwahl gegen Robert Lug von den Freien Wählern (FW) klar als Sieger hervor. Hans Hopfner, den die SPD ins Rennen geschickt hatte, war im ersten Wahlgang ausgeschieden. Hopfner, 63 Jahre alt und kaufmännischer Angestellter bei der Firma Rudolf GmbH, ist Sprecher der SPD-Fraktion im Stadtrat. „Die Kommunalwahl ist noch kein Thema bei uns“, sagt Hopfner auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir haben in zwei Wochen Vorstandssitzung“, ergänzt SPD-Ortsvorsitzender Martin Bruckner. „Da werden wir unseren Fahrplan besprechen.“

Noch sei gar nichts entschieden, so der Architekt. Bei der Wahl vor fünf Jahren sei man relativ spät dran gewesen mit der Nominierung des Bürgermeisterkandidaten, blickt der 48-Jährige zurück. „Damit sind wir ganz gut gefahren.“ Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, sich selbst um das Amt des Rathauschefs zu bewerben, sagt Bruckner lachend: „Meine Frau würde mich umbringen.“ Etwas ernster schiebt er hinterher: „Ich weiß es nicht, ausschließend möchte ich es aber nicht.“

Hopfner will die gleiche Frage eigentlich gar nicht kommentieren. „Wir werden uns im ersten Quartal Gedanken machen, ob ein Bürgermeisterkandidat da ist“, sagt er ausweichend.

Vielleicht wäre SPD-Kreisvorsitzender Wolfgang Werner ein Kandidat. Der Geretsrieder meinte im Vorfeld der Wahl 2014, dass er für so ein Amt noch zu jung sei. Jetzt ist der Familienvater und Finanzbeamte 43. Alt genug, um Rathauschef zu werden? Eine Bewerbung wäre sicherlich eine Option, meint der Stadtrat. „Ich will das weder dementieren, noch will ich zusagen. Das müssen wir gemeinsam besprechen.“ Für die Genossen stelle sich auch die Frage, ob und wer für das Amt des Landrats ins Rennen geht. „Die Kandidaten stehen nicht Schlange.“

Hans Hopfner (SPD) hat sich noch keine Gedanken zu diesem Thema gemacht

Bereits entschieden ist die Sache für Robert Lug. Der ehemalige Herausforderer und FW-Fraktionssprecher schließt für sich eine erneute Kandidatur aus. „Michel Müller hat damals mit deutlichem Abstand gewonnen“, erinnert der 54-Jährige. „Dass ist kein Thema mehr für mich.“ Auch aus persönlichen Gründen: Seit fast einem Jahr betreibt der Geretsrieder zusammen mit seiner Fraktionskollegin Vera Kraus ein italienisches Bistro in München. Da bleibe wenig Zeit für die Lokalpolitik. Lug: „Michael Müller macht einen guten Job. Aber ich fände es schon toll, wenn die Freien Wähler einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen würden.“ Noch im Januar werden die Freien Wähler in Klausur gehen, kündigt Ortsvorsitzende Vera Kraus an. „Da wollen wir auch über die Bürgermeisterwahl sprechen.“ Für sie selbst sei eine Kandidatur ebenfalls kein Thema, sagt die 59-Jährige. „Der Laden in München ist mehr als ein Vollzeitjob.“ Aus ihrer Sicht gebe es aber innerhalb der Gruppierung durchaus Leute, „die das auf dem Kasten haben“.

Volker Witte von den Grünen will sich zur Bürgermeisterwahl in gut einem Jahr eigentlich „überhaupt nicht äußern“. Es sei noch viel zu früh, findet der Stadtrat. Der Ortsverband werde sich zu gegebener Zeit erklären. Dann wird der Geretsrieder doch noch ein bisschen konkreter: „Ich persönlich denke mal, dass wir keinen Bürgermeisterkandidaten stellen werden.“

nej

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