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Ein Ausflug der Superlative: Mit dem Skibladner, dem ältesten Schaufelraddampfer der Welt, ging es über den größten Binnensee Norwegens, den Mjosa-See. Dazu spielte die Gartenberger Bunkerblasmusik in Lederhose und Dirndl zünftig auf.

Ein Ständchen auf dem Skibladner

Geretsrieder Delegation zu Besuch in Eidsvoll

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Geretsried/Eidsvoll – Von wegen kühler Norden. Viel Herzlichkeit und große Gastfreundschaft erlebten 35 Geretsrieder bei ihrem fünftägigen Besuch in der norwegischen Freundschaftsgemeinde Eidsvoll.

„Es war eine sehr schöne Stimmung“, sagte Karin Schlich. Die Geschäftsführerin des Partnerschaftsvereins Geretsried-Chamalières reiste zum ersten Mal mit nach Skandinavien.

Seit Mitte der 1970er Jahre besuchen sich die Geretsrieder und Eidsvoller alle fünf Jahre gegenseitig. Nach dem Besuch der Norweger im vergangenen Jahr folgte heuer die Gegeneinladung. 35 Geretsrieder – die meisten Mitglieder der Gartenberger Bunkerblasmusik – reisten Anfang August in die 24 000-Einwohner-Gemeinde etwa 80 Kilometer nordöstlich von der Landeshauptstadt Oslo. Gastgeber war die Kapelle Vilberg Skolekorps.

Die Eidsvoller öffneten Haus und Garten für ihre Geretsrieder Freunde. Zudem hatten sie ein buntes Programm organisiert. Nicht fehlen durfte eine Führung durch das geschichtsträchtigste Haus des Landes. In Eidsvoll wurde am 17. Mai 1814 die erste norwegische Verfassung angenommen. Seitdem ist dieser Tag Nationalfeiertag. 112 Volksvertreter hatten damals im Wohnhaus von Kaufmann Carsten Anker sechs Wochen lang die Paragraphen ausdiskutiert. Zum 200-jährigen Jubiläum vor zwei Jahren wurde das Gebäude im neoklassizistischen Stil für umgerechnet 3,7 Millionen Euro restauriert.

Harald Pedersen, seine Frau Inger Cock-Olsen sowie Liv Marthe Follesdal hatten es möglich gemacht, dass die Gartenberger Bunkerblasmusik an diesem historisch so bedeutsamen Ort ein Konzert geben konnte. „Das war schon etwas ganz Besonderes für mich“, sagte Helmut Hahn, der die Tuba spielt.

Im benachbarten kleinen Freilichtmuseum Bygdetun folgte ein weiterer Auftritt auf einer idyllisch gelegenen Open-Air-Bühne. Dort bekamen die Geretsrieder einen Klassiker der norwegischen Küche serviert: Rømmegrøt und Spekemat, Sauerrahmbrei mit zerlassener Butter, Zimt und Zucker, dazu gab es Flatbrød (dünnes Knäckebrot) mit geräuchertem Schinken und Salami. Eine ungewöhnliche Kombination für den deutschen Gaumen. Aber fast alle Schüsseln und Teller waren am Ende leer.

Einen Tag verbrachten die Geretsrieder in der Landeshauptstadt Oslo. Sie besuchten den Vigeland-Park mit Skulpturen des Bildhauers Gustav Vigeland und die Skisprungschanze am Holmenkollen. Und sie flanierten über das neue Wahrzeichen der Stadt: das Opernhaus. Das spektakuläre Gebäude aus Carrara-Marmor ragt wie eine Eisscholle aus dem Meer.

Dort war es den Musikern leider nicht möglich zu spielen. Dafür waren sie Teil des Festivals „Vaunvinige dagern in Eidsvoll“. Vor etwa 100 Zuhörern spielte die Bunkerblasmusik auf einer großen Bühne und bekam viel Applaus. Abends trafen sich Gäste und Gastgeber im Garten von Harald Pedersen und Inger Cock-Olsen. Dort waren Zelte mit Biertischen und Bänken aufgestellt – dekoriert mit norwegischen und bayerischen Fähnchen. Jeder hatte etwas zum Buffet beigesteuert, und die Männer sorgten für Schmankerl vom Grill. Die Geretsrieder bedankten sich an diesem Abend mit viel Musik und Geschenken bei ihren norwegischen Freunden, die sich ohne Hilfe von offizieller Seite um alles gekümmert hatten – vom Transport der Instrumente vom Flughafen nach Eidsvoll über die Gestaltung des Programms bis zur Verpflegung der Reisegruppe.

Grünen-Stadtrat Prof. Dr. Detlev Ringer verlas einen Brief von Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller, der es bedauerte, nicht dabei sein zu können. Ringer übergab im Namen der Stadt Präsente. Im Gegenzug überreichte ihm Liv Marthe Follesdal für den Geretsrieder Rathauschef eine norwegische Fahne.

Tags darauf folgte ein weiterer Höhepunkt der Reise: eine Fahrt mit dem Skibladner auf dem größten Binnensees Norwegens, dem Mjosa-See. Der Skibladner ist der älteste Raddampfer der Welt, der noch in Betrieb ist. Schaufelräder, schwarz-weißer Kamin, Damensalon, rote Samtbezüge: Das Schiff steht unter Denkmalschutz und wurde seiner Zeit entsprechend restauriert. Trotz seines hohen Alters (er wurde um 1855 gebaut) verkehrt er im Sommer im Linienverkehr. Dreimal in der Woche fährt er Eidsvoll an. Zur Stärkung gab es von den Gastgebern Kaffee und selbstgebackene Zimtschnecken.

Nach fünf Tagen nahmen die Geretsrieder Abschied von alten und neu gewonnenen Freunden. „Alle sind so herzlich und hilfsbereit“, sagte Karin Schlich. Auch Anni und Erwin Matheis waren zum ersten Mal dabei. „Uns hat es sehr gut gefallen“, sagt der Hechenberger, dessen Eltern seit Jahren mit Norwegern befreundet sind. In vier Jahren soll es ein Wiedersehen in Geretsried geben. Liv Marthe Follesdal hofft, dass sich bis dahin junge Musiker dem Vilberg Skolekorps anschließen. Derzeit hat die Kapelle Nachwuchssorgen.

nej

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