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Wieder ein Dach über den Kopf soll der Eissport in Geretsried bekommen. Die neue Halle kostet in Summe rund sechs Millionen Euro. 

Sanierung für sechs Millionen Euro

Geretsrieder Eisstadion: Stadtrat macht den Deckel drauf

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Geretsried - Schluss mit oben ohne: Der Stadtrat hat die Überdachung des Eisstadions auf den Weg gebracht. Sechs Millionen Euro soll die aufwändige Sanierung kosten - deutlich mehr als geplant.

Geretsried– Das Geretsrieder Eisstadion bekommt ein Dach samt Rundum-Erneuerung. Seit Dienstagabend steht das endgültig fest. Der Stadtrat beschloss die Maßnahme mit 25:5 Stimmen. Beate Paulerberg, Volker Witte, Dr. Detlev Ringer (alle Grüne) sowie Vera Kraus und Robert Lug (beide Freie Wähler) stimmten dagegen. Für Diskussion sorgten vor allem die Kosten für die Maßnahme: 6,04 Millionen Euro. Als der Stadtrat Anfang des Jahres prinzipiell für das Konzept gestimmt hatte, war von 3,8 Millionen Euro die Rede.

Damit keine neue Eishalle errichtet werden muss, wird das bestehende Stadion saniert und eingehaust. „Eine Hülle aus Leichtbauelementen wird äußerst eng an die Längsseite gebaut“, erklärte Daniel Hock, Geschäftsführer von Kiessler Architekten. Das Dach wird in einem sieben Meter hohen Bogen über die Eishalle gespannt. Zudem muss unter anderem der Kabinentrakt, der sich derzeit unter der Erde befindet, freigelegt und saniert werden, ebenso wie Stüberl, WC-Räume und Vorbereitungs- beziehungsweise VIP-Raum. Am Geländer eines so genannten Stadtbalkons an der Eingangsseite sollen Photovoltaikanlagen installiert werden.

Nach Hocks Zeitplan könnte bereits nächstes Jahr mit der Sanierung begonnen werden. Die Demontagearbeiten sowie die Errichtung von Dach und Fassade sieht er für 2019 vor. Da dies innerhalb eines halben Jahres geschehen muss, werden die Bauelemente so vorbereitet, dass sie nur noch montiert werden müssen. „In der Saison 2019/20 könnte dann schon mit Dach gespielt werden“, so der Architekt. Der Endausbau würde 2020 durchgeführt werden.

Grüne und Teile der Freien Wähler stimmen dagegen

Volker Witte erklärte im Namen seiner Fraktion, dass die Grünen dem Erhalt eines Eisstadions in Zeiten des Klimawandels nicht zustimmen könnten. „Wir sind aber nicht generell gegen den Eissport“, betonte der Umweltreferent. Kritik an den Kosten übte Robert Lug. „Da stellen sich meine kühnsten Befürchtungen ein“, sagte der Fraktionssprecher der Freien Wähler (FW). Sein Vertrauen sei deutlich erschöpft, nachdem das Architekturbüro im Januar nicht signalisiert hätte, dass die geschätzten 3,8 Millionen Euro „mit der heißen Nadel gestrickt wurden“.

Hock wies den Vorwurf zurück. Damals sei die Mindestsanierung vorgestellt worden. Mit dem Planungsauftrag habe man das Vorhaben näher untersucht. „Das ist ein ganz normaler Prozess. Wir haben nicht versucht, etwas zu beschönigen.“ Es seien Defizite in Sachen Haustechnik und Brandschutz festgestellt worden, die 2016 nicht bekannt waren. Mittlerweile wurde auch ein Schallschutzgutachten erstellt. „Die Außenbauteile wurden so konzipiert, dass wir eine ausreichende Schalldämmung haben“, erklärte Martina Freytag von Müller-BBM. Sogar Rockkonzerte – das Stadion soll künftig nicht nur für den Eissport genutzt werden – seien im Rahmen der Sportanlagenlärmschutzverordnung möglich.

Lorenz Weidinger (FW) hielt die vorgestellte Planung für schlüssig, bedauerte aber, dass für das Geld nicht ein neues Eisstadion auf der grünen Wiese gebaut wurde. „Wieder ein Punkt, den wir vergeigt haben, aber jetzt müssen wir durch“, sagte er. Es sei wichtig, dass der Eissport in Geretsried überlebt und weiterbetrieben wird.

Das betonte auch Vize-Bürgermeister Hans Hopfner (SPD): „Der ESC spielt seit 2006 ohne Dach, wir müssen ihm eine Perspektive geben.“ Eine grüne Wiese für einen Neubau stehe nicht zur Verfügung. Das Konzept und das Eisstadion würden gut zu Geretsried passen. „Den Punkt von no return haben wir überschritten“, sagte auch Sabine Lorenz (CSU). Fraktionskollege Wolfgang Möckel begrüßte die Außenwirkung, die das Projekt auf die Sportstadt hat, und die Generierung eines Veranstaltungsorts. „Die sechs Millionen tun natürlich weh, aus meiner Sicht sollten wir sie aber investieren.“

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