+
Bäumchen wechsle Dich: Während der Bauarbeiten in der Franz-Marc-Schule dient die ehemalige Asylbewerberunterkunft (li.) als Ausweichquartier. 

Auch die Statik wird verbessert

Geretsrieder Franz-Marc-Schule wird runderneuert

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
    schließen
  • Susanne Weiss
    Susanne Weiss
    schließen

Für 9,6 Millionen Euro lässt der Landkreis die Geretsrieder Franz-Marc-Schule generalsanieren und aufstocken. Anfang 2020 beginnt die Aufstockung.

Geretsried – Architekt Thomas Hanfstängl erläuterte den Mitgliedern des Kreisausschusses am Montag die Grundzüge der Planung für das sonderpädagogische Förderzentrum. Aufgeteilt wird das Projekt in zwei Bauabschnitte. Als erstes steht die Aufstockung des Verwaltungstrakts auf dem Programm. Unter anderem Schulleitung, Heilpädagogische Tagesstätte, Schulküche und Mensa müssen für die Bauphase ausziehen. Hier kommt dem Landkreis entgegen, dass die ehemalige Asylbewerberunterkunft am Robert-Schumann-Weg leer steht. Die Container dienen künftig der Schule als Interimsgebäude. Sobald sie für die neue Nutzung hergerichtet sind, soll die Verwaltung voraussichtlich in den Sommerferien einziehen. „Nur Lehrerzimmer und Sekretariat verbleiben im Schulgebäude“, erklärte der Architekt einen Wunsch der Schule.

Anfang 2020 beginnt dann die Aufstockung. Dafür müssten als erstes die Fundamente ertüchtigt werden. Die Aufstockung würde dann in einer leichten Holzrahmenkonstruktion erfolgen, um das Gewicht möglichst gering zu halten, erklärte Hanfstängel. Der Wolfratshauser Kreisrat Klaus Heilinglechner war besorgt. Ob das aufgestockte Gebäude dann überhaupt noch Schnee auf dem Dach aushalte, wenn man für die Aufstockung schon solche Verrenkungen machen müsse. Hanfstängl beruhigte. Die Verbesserung der Statik würden vor allem deshalb gemacht, um eben auch für künftige höhere Schneelasten gerüstet zu sein.

Lesen Sie auch: In Geretsried werden jetzt erste Dächer geräumt

Geht alles glatt, könnte der Verwaltungstrakt Ende 2020 fertig sein, die Nutzer des Interimsgebäude ziehen zurück in die Schule. Sobald die Container erneut umgebaut wurden, beginnt die Verlagerung der Klassenzimmer voraussichtlich im Februar 2021. „Es ist nicht großzügig, aber wir bekommen alle Klassen für die Übergangszeit unter“, sagte Hanfstängl. Lediglich die beiden derzeit schon ausgelagerten Klassen würden keinen Platz finden.

Auch interessant: Landkreis investiert Millionen in Schulen

Die Generalsanierung ist umfangreich – nur das erst 2016 erneuerte Dach wird nicht angetastet. Ansonsten bleibt nur das Gerippe des Stahlbeton-Skelettbaus stehen. „Wir reduzieren das Gebäude praktisch auf den Rohbau“, erklärte der Planer. Das mache vieles leichter, wenn man Fassaden und Haustechnik auf den Stand der Dinge bringen wolle. Auch der Innenausbau gestalte sich so deutlich einfacher.

Ändern wird sich einiges. Die Klassenzimmer bekommen beispielsweise jeweils einen eigenen Gruppen- und einen eigenen Sanitärraum. Zudem wird der derzeit offene Innenhof mit einem Glasdach geschlossen, um den Bereich künftig als Mensa nutzen zu können. Etwa ein Jahr werden die Umbauarbeiten dauern. Sie sollen im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein.

Ob man denn weiter mit Gas heize, wollte Josef Eichner (Bayernpartei) wissen. Für eine Übergangszeit schon, antwortete Hanfstängl. Allerdings stehe man mit der Stadt Geretsried in Kontakt, ergänzte Hauptamtsleiter René Beysel, die in diesem Gebiet ein Nahwärmenetz planen würde. 2021 sei ein Anschluss denkbar, sagte Hanfstängl.

9,6 Millionen Euro kosten die beiden Bauabschnitte laut Kostenschätzung. Der Ausschuss stimmte dem Konzept am Montag einmütig zu. Fertig ist man 2022 an diesem Standort übrigens dann immer noch nicht. Im Anschluss steht die Sanierung der Schulturnhalle auf dem Plan.

Bürgermeister Müller: „Stolz auf unsere Geretsrieder“

Es war reine Formsache. Der Bau- und Umweltausschuss des Geretsrieder Stadtrats hatte am Dienstag die Umnutzung der Gemeinschaftsunterkunft am Robert-Schumann-Weg in ein Interimsgebäude auf der Tagesordnung. Um Zeit zu sparen „haben wir uns – Ihr Einverständnis vorausgesetzt – getraut, das gemeindliche Einvernehmen vorab zu erteilen“, informierte Raimund Stumpfhauser vom Bauamt die Ausschussmitglieder. Da sich kein Widerspruch regte, steht den Plänen des Landkreises, die Container während des Umbaus der Franz-Marc-Schule als Klassenzimmer zu nutzen, nichts im Weg. Bürgermeister Michael Müller nutzte die Gelegenheit, da das Kapitel Asylbewerberunterkunft am Robert-Schumann-Weg beendet ist, um zu betonen, dass er „stolz auf unsere Geretsrieder“ ist. Zudem dankte er allen Flüchtlingshelfern. „Wer nach Geretsried kommt, wird so aufgenommen, wie es sich im zivilisierten Mitteleuropa gehört“, sagte der Rathauschef. In der Unterkunft am Robert-Schumann-Weg habe es wenige bis gar keine Probleme gegeben. Das zeige: Nicht alles trete immer so ein, wie es mache orakeln würden.

va/sw

Lesen Sie auch: Franz-Marc-Schule: Schüler entwickeln Hörspiele

Auch interessant

Kommentare