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Spaß und Gesellschaftskritik: Die angehenden Abiturienten präsentierten eine bunte Show.

Schüler-Show

Geretsrieder Gymnasiasten begeistern ihr Publikum

Am Kulturabend der Schule zeigen die Zwölftklässler, was künstlerisch in ihnen steckt.

Geretsried – „Ladies and Gentlemen, schnallen Sie sich bitte an“, rät Michael Stevens dem Publikum am Kulturabend des Gymnasiums Geretsried. Als Moderator führt der Zwölftklässler gemeinsam mit Kollege Christoph Ruda durch die „GymGer Show“. Angelehnt an das Format einer Serie präsentieren die 129 Schüler der Q12 die Folge „Highschool To Hell“.

Im Laufe des kurzweiligen Abends holen die Moderatoren immer wieder neue Gäste in ihr „Studio“ auf der Bühne der Aula. Dort unterhalten die angehenden Abiturienten mit musikalischen, tänzerischen und anderen kreativen Einlagen. Besonders begeistert zeigt sich Peter Buchmeier: Der Oberstufenkoordinator freut sich „über den besonders kreativen Jahrgang und über die vielen ernsthaften Nummern im Programm des Abends“.

Tatsächlich haben sich die Schüler im Vorfeld lange mit aktuellen Themen beschäftigt. Kritisch kommentieren sie den Kreuzerlass an den bayerischen Schulen. Stevens wirft die Frage auf, ob damit nicht über den Bildungsauftrag hinaus geschossen werde. Im kurzen Theater „Students around the world“ thematisieren die Q12-Schüler mit einem Augenzwinkern Klischees und Vorurteile anderen Ländern gegenüber. Die verschiedenen Darsteller verkörpern jeweils eine Nation. Für laute Lacher sorgt der Amerikaner, der den Mexikaner mit einer Waffe von der Bühne jagt. In einem Tanz, bei dem die Darsteller ihre Gesichter hinter Puppenmasken verbergen, nehmen sie sich die Datenschutzgrundverordnung vor. Gemeinsam bilden die Puppen den Schriftzug „Datenschutz“. Neben der Politik beschäftigen sich die Akteure auch mit Kirche. In einem Gangster Rap thematisieren die Schüler Gott, der finanzielle Probleme hat, seit der Ablasshandel abgeschafft wurde.

Auch die eigene Schule ziehen die Darsteller in mehreren Beiträgen durch den Kakao. Running Gag ist dabei die Baustelle im Schulhaus: Mehrmals unterbrechen Bauarbeiter in Blaumännern die Show, weil sie genau dort arbeiten müssen, wo sie gerade am meisten stören. Christoph Stadtmüller begeistert das Publikum mit der Arie „Dies Schulhaus ist bezaubernd schön“. Passend zum Text läuft im Hintergrund eine Diashow mit Bildern von der Baustelle, einem defekten Defibrillator, schmutzigen Toiletten und dreckigen Wänden. „Alles in allem nur ein bisschen Nostalgie“, stellt Stevens mit einem ironischen Zwinkern fest.

Traditionell kommen auch die Lehrer nicht ungeschoren davon. In einem Theater werden die verschiedenen Charaktere treffend verkörpert. Gegen Ende nutzen die Schüler den Abend aber auch, um sich bei ihrer Schule zu bedanken: „Danke an all die Lehrer, die uns begleitet haben.“

Nach begeistertem Publikumsjubel zieht Stufensprecher Karim El Koaa schließlich zufrieden, aber auch erleichtert ein Resümee. „Ich bin jetzt froh, dass der Kulturabend jetzt vorbei ist.“ Nach diesem Highlight geht es schließlich gleich in die letzte Klausuren-Phase vor dem Abitur.

Jonas Napiletzki

Lesen Sie auch: Am Geretsrieder Gymnasium geht es auch ohne Latein

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