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Hatten Spaß am Experimentieren: (v. li.) Benjamin Klauber, Emil Lug, Tom Welz und Jakob Kiebler aus der Oberstufe des Geretsrieder Gymnasiums. 

Viel zu entdecken

Geretsrieder Gymnasium: Schüler stellen Fotos aus

Geretsried – „Serien“ war die Themenvorgabe im Praxis-Seminar Fotografie der Oberstufe am Gymnasium Geretsried. Das haben die Schüler unterschiedlich interpretiert.

Uhren, kleine und große, für Herren und für Damen, mit Zahlen oder ohne, aus Gold und Chrom, jedes ein Unikat. Alle Modelle hat sich Tom Welz ums Handgelenk gebunden, die Zeiger auf die volle Stunde gestellt – weil das fürs Motiv optimal sei, sagt er – und von oben frontal abfotografiert. Die vielen Uhren-Aufnahmen hat er in einen großen Rahmen platziert.

„Serien“ war die Themenvorgabe im Praxis-Seminar Fotografie der Oberstufe am Gymnasium Geretsried. Tom Welz (17 Jahre) und seine Klassenkollegen haben eineinhalb Jahre recherchiert, ausprobiert und schließlich auf den Auslöser gedrückt. Die Abschlussarbeiten sind noch bis 22. Dezember im Musentrakt des Gymnasiums ausgestellt.

Zu bewundern gibt es vieles, zum Beispiel einfache Motive, die es in sich haben oder Abbildungen, die den Technikaufwand nur erahnen lassen. Was es nicht gibt sind banale Schnappschüsse, die so einfach mal nebenbei entstehen. Die Schüler befassten sich intensiv mit der Schwarz-Weiß-Fotografie, mit Überblendungstechniken und Belichtungsvarianten oder probierten sich im Bereich der Makro- und Porträtfotografie aus. Jeder habe seine eigene Motivation entdeckt, sagen sie.

Bilder einer Ausstellung: Noch bis 22. Dezember sind die Seminararbeiten im Musentrakt zu bewundern.

So wirken die Bilder von Benjamin Klauber (17 Jahre) aus Beuerberg archaisch, aber ausdrucksstark. Er experimentierte in der Dunkelkammer mit Licht, Zeit und Entwickler. „Wenige Schulen haben noch so ein altes Fotolabor wie wir. Es wäre schade drum, wenn es wegkäme“, sagt der Schüler. Seine Serie besteht aus Selbstporträts mit überlagerten Motiven aus Licht und Schattenspiel.

Emil Lug aus Geretsried hat lediglich vier Fotografien ausgestellt. Es stecken aber mehr als 30 Aufnahmen dahinter. Es sind Szenen eines Tagesablaufs, immer im gleichen Raum. Die Titel lauten: „Aufstehen“, „Musikmachen mit Freunden“, „Feiern“ und „Reden“. Der Clou daran: Ob eine oder mehrere Personen auf dem Bild zu sehen sind, es ist immer Emil Lug selbst. Mit einer fixierten Kamera hat er sich mit dem Selbstauslöser in verschiedenen Positionen abgelichtet und anschließend per Computertechnik die surreale Fotocollage vollendet.

Bei Jakob Kiebler aus Thanning stehen Struktur, Licht und Schatten im Fokus. Es sind Detailaufnahmen aus der Natur, aber aus dem Kontext genommen. Zum Beispiel Paprikas und Zucchinis, ein Kornfeld, eine Baumrinde. „Man muss genau hinschauen, um zu erkennen, was zu sehen ist.“ Das findet der 18-Jährige daran so spannend.

Bei einem Rundgang durch die Ausstellung entdeckt man noch viel mehr. Lichtspiele von geschliffenen Weingläsern hat Dominik Schlag in Serie festgehalten. Erja Steier beschäftigte die Wirkung von metallischen Oberflächen. Jakob Kieblers fokussierte Hunde- und Katzenschnauzen wirken so, als würden sie dem Betrachter frech entgegenschnuppern. 

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