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Dabei sein ist alles: Eiskunstlauftrainer Michael Hopfes (li.) aus Geretsried mit seinem Schützling Julian Yee aus Malaysia vor ihrem Abflug zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea.

Olympische Winterspiele 2018 

Geretsrieder hilft Malaysier auf die Sprünge

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Michael Hopfes drehte einst seine Runden im Heinz-Schneider-Eisstadion. Jetzt ist der Geretsrieder in Pyeongchang. Er trainiert einen Eiskunstläufer aus Malaysia.

Geretsried/Pyeongchang – Mit neun Jahren drehte Michael Hopfes seine ersten Pirouetten im Heinz-Schneider-Eisstadion, mit 15 wurde der Eiskunstläufer Zwölfter bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Seoul. Der ganz große Durchbruch gelang dem Geretsrieder, der 2008 nach Mexiko und dann nach Kanada ausgewandert ist, zwar nicht. Aber zwei Siege bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren sowie zweite und dritte Plätze bei den Erwachsenen können sich sehen lassen. Als Trainer arbeitet Hopfes, der am Sonntag 42 Jahre alt wird, aber sehr erfolgreich. Vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang stand er Sportredakteur Thomas Wenzel Rede und Antwort.

Herr Hopfes, herzlichen Glückwunsch, Ihr Schützling Julian Yee tritt für Malaysia bei den Olympischen Winterspielen an. Wie kam es dazu?

Michael Hopfes: Vielen Dank für die Glückwünsche. Julian trainiert schon seit August 2016 bei mir. Davor kam er immer nur ein paar Mal für ein paar Wochen nach Kanada zum Training. Bei den letzten Weltmeisterschaften qualifizierten sich die ersten 20 Läufer für die Olympischen Spiele. Julian wurde 22., und von diesem Zeitpunkt an hatten wir nur noch eine Möglichkeit, uns zu qualifizieren. Das war in Oberstdorf bei der Nebelhorn-Trophy. Wir mussten unter den Top-Sechs landen, und tatsächlich hat es Julian geschafft – er wurde Fünfter.

Malaysia ist nicht gerade als Eiskunstlauf-Nation bekannt. Ist Yee der einzige Starter für sein Heimatland?

Michael Hopfes: Julian hat sich als erster Läufer seines Landes für die Olympischen Spiele qualifizieren können. Vor rund zehn Tagen hat dann noch ein alpiner Skifahrer das Ticket für Südkorea gelöst.

Werden Sie selbst ebenfalls nach Südkorea reisen, um Ihren Schützling zu betreuen?

Michael Hopfes: Ja, wir sind am Dienstag in Pyeongchang angekommen.

Was darf man von Yee erwarten beziehungsweise mit welcher Zielsetzung fahren Sie zu Olympia?

Michael Hopfes: Wir sind sehr glücklich, dass wir dabei sein dürfen, und würden uns freuen, wenn wir das Finale der besten 24 erreichen könnten.

Wie war das eigentlich zu Ihrer aktiven Zeit? Von 1995 bis 2000 waren Sie bei den Deutschen Meisterschaften immer ganz vorne dabei – haben aber dennoch nie den Sprung zu den Olympischen Spielen geschafft ...

Michael Hopfes: Deutschland hatte damals nur einen Startplatz. Außerdem hatte das Nationale Olympische Komitee sehr strenge Vorgaben, und die konnte ich leider nicht erfüllen.

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