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Das schmucke Festivalzelt will der neue Veranstalter des Geretsrieder Kulturherbsts in jedem Fall beibehalten.

Mit „Momo“ zum eigenen Stil

Interview: Die Pläne für den Geretsrieder Kulturherbst

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Geretsried - Erstmals wird heuer Florian Zwipf-Zaharia (58) aus Füssen den Geretsrieder Kulturherbst vom 1. bis 9. Oktober veranstalten. Wir sprachen mit dem gebürtigen Münchner über seine Pläne.

Erstmals wird heuer Florian Zwipf-Zaharia (58) aus Füssen den Geretsrieder Kulturherbst vom 1. bis 9. Oktober veranstalten. Kulturredakteurin Roswitha Diemer sprach mit dem gebürtigen Münchner über seine Pläne, mehr junges Publikum anzulocken und zugleich den Charme des Festivals zu bewahren.

Herr Zwipf-Zaharia, Sie veranstalten seit 13 Jahren r erfolgreich den Kultursommer Garmisch-Partenkirchen. Was hat Sie dazu bewogen, sich als Veranstalter für den Geretsrieder Kulturherbst zu bewerben?

Es hat mich gereizt, dem durchaus schon etablierten Geretsrieder Kulturherbst einen neuen Anstrich zu verleihen. Das heißt, einen eigenen Stil zu entwickeln, der zur Region passt. Wir wollen ein Qualitätsmerkmal nach draußen tragen. Das werden wir im ersten Jahr noch nicht ganz erreichen können, aber man wird sicher Ansätze sehen. Anfangs habe ich ja durchaus überlegt, dem Ganzen einen neuen Namen zu geben. Ich bin froh, es nicht getan zu haben.

Sie kommen ursprünglich aus der Theaterwelt. Wie ist Ihr Werdegang als Veranstalter?

Florian Zwipf, Zaharia veranstaltet heuer erstmals den Geretsrieder Kulturherbst.

Ich habe meinen Beruf von der Pike auf gelernt. Ich bin gebürtiger Münchner, habe dort auch mein Abitur gemacht und danach bei August Everding Musik-Theaterregie studiert. Everding war damals noch Intendant der Bayerischen Staatsoper. Von ihm konnte ich viel lernen. Später ging ich als Regieassistent ans Staatstheater Kassel, von dort zum Nationaltheater Mannheim, wo ich anfing, selbst Musiktheaterproduktionen zu inszenieren. Ab 1984 war ich Intendant beim Theater Vorpommern und bei ART-Concerts in München, wo ich europaweit mit Produktionen wie der „Carmina Burana“ unterwegs war. Zur Jahrtausendwende übernahm ich als Theaterdirektor das Ludwig-II-Musical-Projekt in Füssen. Seitdem lebe ich im Allgäu. 2002 machte ich mich mit meinem Unternehmen „Cultus Production“ selbstständig und seit 2003 veranstalte ich den Kultursommer Garmisch-Partenkirchen. Harald Helfrich führt dort auch seit vielen Jahren Regie. Er war ja bei den Festivals 2012 und 2014, die Günter Wagner ausgerichtet hat, auch Regisseur der Theaterstücke „Aufstand!“ und „Flucht“. Jetzt ist Helfrich der künstlerische Leiter des Kulturherbstes.

Kannten Sie Geretsried schon vorher?

Ja, wir haben beim Kulturherbst 2012 mit einer „Aschenputtel“-Produktion des Kultursommers im Zelt gespielt. Auch damals führte Harald Helfrich die Regie.

Was genau haben Sie für den diesjährigen Kulturherbst geplant?

Die detaillierte Programmplanung werden wir Anfang März bei einem Pressegespräch im Geretsrieder Rathaus bekannt geben. Aber ich kann natürlich schon grob einiges dazu sagen: Aus finanziellen Gründen werden wir diesmal keine eigene Produktion einbringen können. Aber wie schon erwähnt, wird unter anderem der Schauspieler August Zirner als Rezitator des „Kleinen Prinzen“ sowie als Jazz-Querflötist auftreten. Gerd Anthoff, Conny Glogger und Michael Lerchenberg werden mit ihren „Opern auf Bayrisch“ kommen, und auch das Theaterstück „Momo“ nach Michael Ende wird zu sehen sein. Außerdem gibt es eine „Geretsrieder Nacht“ und einen Abschlussabend mit einer Mischung aus örtlicher Kultur.

Der Kulturherbst wird heuer von der Stadt mit 80 000 Euro brutto getragen, eine so genannte Ausfallbürgschaft. Alles, was darüber hinaus geht, müssen Sie erwirtschaften.

Ja, so ist die vertragliche Regelung. Aber dadurch, dass ich hauptberuflich und professionell Großveranstaltungen stemme, kann ich viel synergetischer arbeiten. Natürlich waren wir mit der diesjährigen Planung sehr spät dran. Auch für das Beschaffen öffentlicher Fördergelder war die Zeit zu knapp. Da braucht man einfach mehr Vorlauf. In Garmisch etwa sind wir längst in der Planung für 2017. Dennoch konnten wir ein ansehnliches Programm für Geretsried auf die Beine stellen.

Was wird beim Kulturherbst beibehalten und was wird neu?

Das schmucke Festivalzelt wird auf jeden Fall bleiben. Außerdem werden weiterhin die ortsansässigen Künstler und Kulturschaffenden einbezogen. Neu ist unter anderem, dass wir ein junges Publikum mit speziellen Kinder- und Jugendproduktionen anlocken wollen. Insgesamt haben wir einen hohen Anspruch – sowohl qualitativ wie auch inhaltlich. Man geht neue Aufgaben bekanntlich mit viel Vorsicht an. Aber ich habe viele gute Gespräche führen können und bin zuversichtlich, dass es zu einem positiven Ergebnis geführt hat. Auch die anfängliche Abwehrhaltung mir gegenüber, konnte ich dadurch ausräumen.

Das Interview führte Roswitha Diemer

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