Zu klein und in die Jahre gekommen: Die Mittelschule soll erweitert und saniert werden.
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Zu klein und in die Jahre gekommen: Die Mittelschule soll erweitert und saniert werden.

Im Adalbert-Stifter-Haus

Geretsrieder Mittelschulen sollen zusammengelegt werden

Es hat lange gedauert, doch nun will die Stadt in Sachen Mittelschule vorwärtskommen. 2012 hatte der Stadtrat entschieden, die beiden Mittelschulen an einem Standort zusammenzulegen. Sieben Jahre später steht die Vorplanung für die dazu notwendige Erweiterung und Sanierung des Adalbert-Stifter-Hauses.

Geretsried – Ziel ist eine vierzügige Mittelschule mit M-Zweig, zwei Ganztagszügen und offener Ganztagsbetreuung. Die Mittelschule im Karl-Lederer-Haus soll dann ans Schulzentrum verlegt werden. „Eine Schule, eine Schulfamilie, ein Schulstandort“, fasste Diplom-Ingenieur und Architekt Alois Loferer vom Münchner Büro „Haindl und Kollegen“ in der jüngsten Stadtratssitzung zusammen.

Im Oktober hatte sein Kollege, Diplom-Ingenieur Marcus Scholz, bereits das Konzept erläutert. Seitdem liefen im Hintergrund Absprachen mit der Regierung von Oberbayern, berichtete Stadtarchitekt Christian Müller. „Das war nicht einfach, weil derweil der Betreuer gewechselt hat.“ Doch jetzt geht es Schlag auf Schlag: Zu Beginn nächsten Jahres soll der Vorentwurf mit Kostenplanung stehen, damit im Frühjahr 2020 die Vorbereitungen für die Erweiterung beginnen können. 8,2 Millionen Euro sind bis 2022 für das Projekt im Haushaltsplan vorgesehen.

Die Großbaustelle an der Adalbert-Stifter-Mittelschule wird nicht ohne Einschränkungen möglich sein. Zunächst muss das Vogelhaus dauerhaft verlegt werden. „Es braucht einen neuen Platz, um einen effizienten Baukörper schaffen zu können“, so Loferer. An dessen Stelle, an der Nordseite des Schulhauses, soll in einem ersten Bauabschnitt der dreistöckige Erweiterungsbau entstehen.

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Dorthin sollen die Schüler während der danach geplanten Sanierung des Altbaus umziehen können, sodass keine Containerlösung notwendig wird. Auch die Musikschule wird übergangsweise im Erweiterungsbau unterkommen müssen, wie Loferer deutlich machte. Die Sanierung ist in Bauabschnitt zwei und drei geplant: zuerst ist der Nord-, dann der Südflügel dran. „Im zweiten Bauabschnitt kann der Konzertsaal der Musikschule nicht mehr betrieben werden“, erklärte Loferer. Im dritten Bauabschnitt müsse der komplette Betrieb aufgrund der wegfallenden Rettungswege und des Bauablaufs eingestellt werden. „Das ist mit der Musikschule abgestimmt. Wir schauen, dass wir das Bestmögliche daraus machen“, ergänzte Bürgermeister Michael Müller.

Das Schulhaus der Mittelschule stammt aus den 1970er-Jahren. Der Teil, in dem die Musikschule beheimatet ist, kam später hinzu. „Die Aluwelle samt Treppenhaus aus den 1990er-Jahren packen wir nicht an“, erklärte Loferer. Abgerissen werde jedoch der Naturwissenschaftspavillon. Er wird durch einen zweigeschossigen Gebäudeteil ersetzt.

Das Raumkonzept hat sich seit Oktober geändert. „Die Aula soll Dreh- und Angelpunkt des Gebäudes sein“, sagte Loferer. Dorthin kommt der Haupteingang. Barrierefrei wird die Schule über den Erweiterungsbau erschlossen. Im Übergang dorthin werden Musikräume eingerichtet, damit die Instrumente nicht weit transportiert werden müssen, wenn Konzerte in der Aula stattfinden. Küche, Technik, Fachräume, Büros und der Ganztagsbereich kommen in den Erweiterungsbau. Neben Klassenzimmern soll es auch Gruppenräume geben. Die Verwaltung bleibt im Bestandsgebäude bei der Aula. In jedem Klassenzimmer sind Deckenlüftungsanlagen vorgesehen.

Loferers Vorplanung stieß im Stadtrat auf breite Zustimmung. „Mit Ihnen habe ich ein brutal gutes Gefühl“, lobte Hans Ketelhut (CSU). Sabine Lorenz (CSU) nannte die Vorentwurfsplanung „sensationell“ und Sonja Frank (Freie Wähler) „super“. Heidi Dodenhöft (FW) gefiel die die Möglichkeit, dank der vielen vorhandenen Gruppenräume ein offenes Konzept umsetzen zu können – wenn man das will.

sw

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