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Kein Geld mehr für den Musikunterricht? Viele Familien können sich die Stunden nicht mehr leisten.

Kein Geld mehr fürs Geigenspiel? 

Geretsrieder Musikschule: Vielen Familien fehlt das Geld

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Immer mehr Familien beantragen eine Ermäßigung der Gebühren an der Geretsrieder Musikschule. Die kaufmännische Leiterin Sabrina Schwenger versucht zu helfen.

Geretsried – Immer mehr Familien beantragen eine Ermäßigung der Unterrichtsgebühren an der Musikschule. Der Grund dafür sind oft hohe Mieten und steigende Lebenshaltungskosten. Wo es geht, versucht Sabrina Schwenger zu helfen. „Das ist aber auch ein Balance-Akt“, sagt die kaufmännische Leiterin der Musikschule.

Aktuell besuchen 850 Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Musikschule. Die Gebühren für den Unterricht werden in der Regel abgebucht. Kommt eine Lastschrift zurück, wird Sabrina Schwenger hellhörig. Dann greift sie zum Telefon und fragt nach. Das erfordere viel Fingerspitzengefühl. „Es gibt viele Gründe, warum sich einige Familien den Musikunterricht nicht mehr leisten können“, berichtet die kaufmännische Leiterin.

Musikunterricht fällt hinten runter

Oft liege es an den familiären Umständen: Einer der Erziehungsberechtigten wird arbeitslos oder die Eltern trennen sich. Bevor die Mitgliedschaft im Sportverein gekündigt wird, falle der Musikunterricht hinten runter. Der kostet in der Zweier-Gruppe etwa 600 bis 700 Euro im Jahr.

Sabrina Schwenger:  Kaufmännische Leiterinder Musikschule Geretsried

Rund 20 Familien von Musikschulkindern müssen laut Schwenger aktuell den Gürtel enger schnallen. Ihnen hat sie eine Ermäßigung der Gebühren angeboten. Diese kann fünf bis 95 Prozent betragen. Dabei richtet sich Schwenger nach den Richtlinien des Landratsamts und anderer Musikschulen in Bayern. Von selbst würden die Familien kaum auf die Musikschule zukommen. „Das trauen sich ganz wenige Leute. Aber wir wollen jedem Schüler den Unterricht ermöglichen.“

Große Freude über Spenden

Die finanzielle Unterstützung einzelner Schüler ist für die Musikschule nicht so einfach. „Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der keine Gewinne erwirtschaften darf“, erklärt Schwenger. Dasselbe gelte auch für Verluste – schließlich muss die Schule all ihre Kosten decken. Die Musikschule wird jährlich mit einem Zuschuss der Stadt unterstützt. „Der ist zwar vor drei Jahren erhöht worden, es haben sich aber auch die allgemeinen Kosten erhöht, und wir haben mehr Unterrichtsstunden.“

Schwenger freut sich, wenn Spenden für die Musikschule eingehen – beispielsweise auf Konzerten. Vor ein paar Tagen überreichten die Musikfreunde Isartal 500 Euro. Wie berichtet hatte sich der Chor um Rainer Marquart nach 40 Jahren aufgelöst und sein Vereinsvermögen nach gemeinnützigen Aspekten verteilt. „Diese Spende hat ganz konkret geholfen“, sagt Schwenger. „Damit können wir einem kleinen, begabten Mädchen weiterhin den Unterricht an unserer Schule ermöglichen.“

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