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Opfer werden drangsaliert 

Geretsrieder Polizei warnt vor Abzocke von „All Service-Inkasso“

Eine Geretsriederin ist tagelang mit Anrufen bombardiert worden, dann erhielt sie Post. Die Geretsrieder Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche.

Geretsried – Tagelang stand bei Josefine Hogh das Telefon nicht still. „Ich wurde richtig mit Anrufen bombardiert“, berichtet sie. Wenn sie den Hörer abnahm, wurde es unangenehm: Eine Computerstimme erklärte der Geretsriederin am Telefon, dass sie nicht nur offene Zahlungen versäumt, sondern auch einige Mahnungen ignoriert habe. Erinnern konnte sich Hogh an keinerlei ausstehende Rechnungen, deswegen schenkte sie den Anrufen zunächst keine weitere Beachtung.

Weil das Telefon aber unaufhörlich weiterklingelte und ihr das Ganze irgendwann lästig wurde, erkundigte sich die 69-Jährige im Internet, was es mit den obskuren Anrufen auf sich hatte. Offenbar war sie nicht die erste, bei der man es mit dieser Masche versucht hatte. Viele Internetseiten und Onlineportale warnen vor solchen Betrugsversuchen. Doch damit war die Sache für Josefine Hogh noch nicht vorbei.

Polizei rät: Anzeige erstatten 

Genau eine Woche nach dem ersten Anruf bekam sie Post von einer gewissen „All Service Inkasso“. In dem Anschreiben standen viele Begriffe, die andere Menschen möglicherweise einschüchtern. Von „Vorpfändung“, „Zwangsvollstreckung“ und „außergerichtlichen Kosten“ war die Rede. Und nicht nur das: Dem Schreiben war ein Überweisungsträger beigelegt. Demnach hätte sie 239,89 Euro auf ein belgisches Konto zu überweisen. Da reichte es Josefine Hogh. Die Geretsriederin möchte Anzeige erstatten.

Der Geretsrieder Polizei ist die dreiste Masche bekannt. Wie Christopher Seebauer berichtet, versuchen es die Täter derzeit in ganz Bayern nach demselben Strickmuster. Auffallend: „Bei den Opfern hat es sich ausschließlich um Menschen gehandelt, die mit ganzem Namen, Adresse und Telefonnummer im Telefonbuch zu finden sind.“

Nach Kenntnisstand des Polizeibeamten war der Versuch noch nie erfolgreich. Seebauer vermutet, dass die schlechte Quote auch an der plumpen Fälschung des Anschreibens liegt. „Die Briefe sind schnell als unseriös zu erkennen“, sagt Seebauer. So werde nicht klar, wofür der Empfänger eigentlich zu bezahlen habe. Außerdem sei der Text gespickt mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern. „Das ist bei seriösen Briefen anders.“ Bürgern, die Anrufe oder Post der „All Service-Inkasso“ erhalten, rät Seebauer, Anzeige zu erstatten. 

Dominik Stallein

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