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„Wir rappen Sachen, mit denen wir uns identifizieren können“: Robert Dorn (re.) alias „Drastic“ und sein Kollege „Epo One“, der nicht mit seinem bürgerlichen Namen in der Zeitung stehen will. 

Hip-Hop als Lebenseinstellung

Geretsrieder Rapper arbeiten an erstem Album

Die Rapper „Drastic“ und „Epo One“ aus Geretsried arbeiten derzeit an ihrem ersten eigenen Hip-Hop-Album. Einen beachtlichen Erfolg kann das junge Label bereits verbuchen.

Geretsried – Manchmal hören sie Dutzende von Hip-Hop-Beats an einem Abend im Internet an, aber keiner überzeugt sie. Sie zermartern sich das Hirn wegen ein paar Versen. Am Ende löschen sie alles Geschriebene wieder. Und dann gibt es Tage, da passt der zweite oder dritte Beat, man hat einen Text dazu im Kopf und die Sätze sprudeln nur so heraus. Rapper-Alltag. Nur, dass „Drastic“ und „Epo One“ in ihrer Freizeit und – noch – zu ihrem reinen Vergnügen Musik machen.

Hinter „Drastic“ steckt der 22-jährige Küchenbauer Robert Dorn aus Geretsried. Der 25-jährige Medizintechniker „Epo One“ will seinen wahren Namen nicht preisgeben. Zusammen bilden die Jungs das Label FMP. Es steht für „Finest Music Production“ und existiert seit sechs Jahren in wechselnder Besetzung.

Vier von 20 Tracks sind im Kasten

Einen beachtlichen Erfolg erzielte FMP nach den Terroranschlägen in Paris im Jahr 2015 zusammen mit „Search 4 Cell“ mit dem Youtube-Song „Pray 4 Paris“. 2500 Mal wurde das Lied bisher angeklickt. Auftritte hatte FMP bei Partys und Festen in den Jugendzentren von Wolfratshausen und Geretsried, La Vida und Saftladen.

Im Moment schreiben die beiden Hobbymusiker – Dorn spielt auch Keyboard und produziert selber Beats – an ihrem ersten Album. Vier von 20 geplanten Tracks haben sie bereits aufgenommen. „Weil Rap in mir lebt“ und „Gute Laune“ heißen zwei davon.

„Wir rappen Sachen, mit denen wir uns identifizieren können“

Das nur im Internet zu hörende Album soll hauptsächlich den Werdegang der jungen Formation dokumentieren und „das, was noch vor uns liegt“ thematisieren, so Dorn. Darüber hinaus sollen sich die Titel mit Politik und Gesellschaft, mit Rap an sich, aber auch mit alltäglichen Dingen befassen. „Wir rappen Sachen, mit denen wir uns identifizieren können“, sagt Dorn. Für seine Freundin Caro habe er auch einmal ein Liebeslied geschrieben, aber das sei nicht zur Veröffentlichung bestimmt.

„Hip-Hop ist für uns eine Lebenseinstellung“, erklärt „Epo One“. Seiner Meinung nach ließe sich alles auf der Welt gewaltfrei regeln, nur über die Sprache. Während „Drastic“ und „Epo One“ ständig am „Flow“ ihrer Kompositionen feilen, wird auch ihr Studio-Equipment immer professioneller. In dem mit Eierkartons verkleideten Keller von Robert Dorn und Freundin Caro haben sie eine Aufnahmekabine eingerichtet und einige hundert Euro in ein hochwertiges Mikrofon investiert. „Unsere ersten Aufnahmen entstanden im Kleiderschrank“, erzählt Dorn und lacht, wenn er daran zurückdenkt.

„Ich will, dass die Leute mich feiern, weil ich so bin, wie ich bin“

So lange FMP ihre Werke nur ins Internet stellt, muss das Label für die Beats, dass sich „Epo One“ und „Drastic“ als Hintergrund-Rhythmus herunterladen, nichts bezahlen. Wenn die Rapper irgendwann einmal kommerziell Musik machen möchten, kosten die Beats zwischen 500 und 600 Euro. Im Moment streben die beiden jungen Männer noch keine Profi-Karriere an. Ihr erstes Album soll Ende des Jahres erscheinen, je nachdem, wie der befreundete Tontechniker Zeit hat. Die Promotion-Party soll in der Geltinger Kleinkunstbühne Hinterhalt steigen.

Auf mittlere Sicht können sich die beiden Geretsrieder durchaus vorstellen, sich ganz oder zumindest größtenteils der Musik zu widmen. Ihre Vorbilder sind die regionalen Bands „Manera“ und „Low Society“. Die Teilnahme an einer Talentshow wie dem RTL-Format „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) als Sprungbrett kommt für Dorn aber nicht in Frage. „Die verbiegen einen da nur. Ich will, dass die Leute mich irgendwann feiern, weil ich so bin, wie ich bin“, betont der Geretsrieder.

Tanja Lühr

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