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Im Isarau-Stadion soll vor allem Sport getrieben werden. Zum Ärger des TuS treiben sich dort aber auch Jugendliche herum, die anderen Leidenschaften nachgehen.

Wo drückt der Turnschuh?

Geretsrieder Sportvereine klagen über Probleme

Geretsried – Nur fünf Vereinsvertreter besuchten die Gesprächsrunde mit Sportreferent Wolfgang Werner. Trotzdem wurden einige Probleme besprochen. Eines davon ist das Isarau-Stadion.

„Wo drückt der Turnschuh?“, wollte der Sportreferent des Stadtrats, Wolfgang Werner, am Montagabend von Vereinsvertretern wissen. Nur fünf von ihnen waren ins Rathaus gekommen, um ihre Anliegen vorzutragen. Ein Problem bleibt das Isarau-Stadion.

Weil zeitgleich eine Vorstandssitzung der Interessengemeinschaft der Geretsrieder Sportvereine (IGS) stattfand, fehlten deren Vorsitzende als wichtige Fürsprecher der Sportvereine. Auch beim Eissportclub (ESC) drückt anscheinend niemand der Schlittschuh, nachdem das Stadion zwar kein neues Dach, aber zumindest eine neue Bande und Piste erhält. „Rundum zufrieden“ ist Bernd Meier, stellvertretender Vorsitzender der Fußballfreunde Geretsried (FFG). Die Stadt hat den FFG am Robert-Schumann-Weg wie berichtet einen neuen Kunstrasenplatz für rund 410 000 Euro spendiert.

Wolfgang Werner: Der Sportreferent des Stadtrats zeigte sich in Sachen interkommunales Hallenbad optimistisch.

Mit weit weniger zufrieden wäre Peter Wieczorek von Viktoria Geretsried. 70 aktive Mitglieder zähle der Verein, in dem Kinder und Frauen kicken, berichtete er. Sie trainierten seit drei Jahren immer dienstags und freitags auf der Böhmwiese. Dort hätten die Spieler jedoch weder eine Möglichkeit, sich umzuziehen, geschweige denn zu duschen, noch einen Raum, um Bälle und anderes Material zu verstauen. „Ein Container würde uns reichen“, sagt Wieczorek. Josef Pratschler vom benachbarten FC Geretsried beklagt, dass die Duschen im 40 Jahre alten Vereinsheim marode seien. Sportreferent Wolfgang Werner (SPD) versprach, sich sowohl für Viktoria als auch für den FC beim Sportamt einzusetzen.

Clara Haimerl, Leichtathletik-Trainerin für Kinder beim TuS Geretsried, sprach ein bekanntes Problem an: Jugendliche, die sich abends, aber auch tagsüber im Tribünenbereich des Isarau-Stadions aufhalten, dort Alkohol trinken, (nicht nur Zigaretten) rauchen, Müll und Glasflaschen hinterlassen. Haimerl regte an, Schilder an den Stadioneingängen anzubringen mit der Aufschrift: „Rauchen, Alkohol trinken und Glasflaschen mitbringen verboten.“ Damit hätte sie als Übungsleiterin etwas, worauf sie verweisen könne. Werner meinte, es gelte generell Rauchverbot in öffentlichen Sportstätten und auch der Alkoholgenuss sei in den städtischen Anlagen verboten. Er wolle aber trotzdem wegen Schildern beim Sportamt nachfragen.

Werner ist optimistisch, dass Hallenbad verwirklicht wird

Andreas Eiletz, Vorsitzender des Wasserball- und Schwimmvereins 72 (WSV 72), fragte Werner, wie er nach dem vorläufigen Nein der Stadt Wolfratshausen die Chancen auf den Bau eines interkommunalen Hallenbads einschätze. Der Sportreferent zeigte sich optimistisch. „Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen gehört habe, schaut es gar nicht so schlecht aus“, meinte Werner im Hinblick auf die für September angekündigte, endgültige Abstimmung im Wolfratshauser Stadtrat. Der SPD-Stadtrat gab zu bedenken, dass allein die Planungskosten für das interkommunale Bad bereits bei über einer Million Euro liegen würden. Wie Eiletz hofft er, dass das Projekt noch verwirklicht wird.

Zum Schluss versprach der Sportreferent, sich dafür einzusetzen, dass der Sportentwicklungsplan aus dem Jahr 2009 fortgeschrieben wird. Geretsried werde weiter wachsen, die Stadt brauche mehr Sportplätze und Freizeitmöglichkeiten. Eine schöne Idee nannte er den von Bürgern im Rahmen des Leitbildprozesses initiierten Bewegungsparcours im Stadtwald: „Es laufen allerdings Wetten, wie lange es dauert, bis die Geräte dem Vandalismus zum Opfer fallen.“

Tanja Lühr

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