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Das Vorbild: Das Kinderbuch „Aschheimer Geschichte(n)“ stellten Autorin Petra Breuer (links) und Historikerin Anja Pütz vergangenes Jahr vor. 

Stadt unterstützt Projekt mit 10.000 Euro

Geretsrieder Stadtgeschichte als Kinderbuch

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Geretsried - Die Geschichte von Geretsried ist eine ganz besondere. Sie soll jetzt Kindern in einem speziell auf sie zugeschnittenen Buch nahe gebracht werden. Im Kulturausschuss fand das Projekt großen Anklang. 

Geretsried – Wenn Anita Zwicknagl Viertklässler durch das Museum der Stadt Geretsried führt, zeigen sich diese extrem wissbegierig. Wie war das im Zweiten Weltkrieg? War der Hitler ein guter oder ein böser Mann? „Sie haben in dem Alter schon ein hohes Maß an Verständnis für die Geschichte“, berichtete die Museumsfachkraft jetzt im Kulturausschuss. Deswegen will die Stadt ein kindgerechtes Geschichtsbuch über die Entstehung von Geretsried herausgeben.

Der Vorschlag stammt von Architekturhistorikerin Dr. Kajia Voss aus Geretsried und Petra Breuer vom Verlag Phantasiereich, die bereits ein entsprechendes Werk für die Heranwachsenden in Aschheim herausgegeben hat. Dort führt der Drache „Wiggerl“ durch den Ort und erklärt, wie sich zum Beispiel die Wasserförderung vom Holzbrunnen bis zum Wasserhahn entwickelt hat.

„Mir liegt die Idee persönlich sehr am Herzen. Das ist eine nette Idee“, sagte Bürgermeister Michael Müller, als Zwicknagl das Konzept vorstellte. Sie will Dr. Voss bei der Erstellung des Geschichtsbuchs unterstützen. Auch der Arbeitskreis Historisches Geretsried möchte Ideen einfließen lassen.

Gedacht ist an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren

Gedacht ist an eine Broschüre mit 52 Seiten für Kinder im Alter von 8 bis zwölf Jahren. Es könnte den Heimat- und Sachkundeunterricht in der zweiten bis fünften Klasse bereichern. „Wir haben es mit den Schulleitern vorbesprochen, sie sind begeistert“, sagte Zwicknagl. Die Inhalte würden mit den Schulen abgestimmt. Vorstellbar sind beispielsweise ein Kapitel über die Isar und die Flößer, die Lüge über den Bau einer Schokoladenfabrik im Wolfratshauser Forst, die Entwicklung von Industriebetrieben in den ehemaligen Bunkern und die Eingemeindung von Gelting. Ergänzt werden sollen die Geschichten um einen Zeitstrahl. Auch Aufgaben können die Kinder lösen – bei einer Stadtrallye vom Skaterpark zum Bewegungsparcours.

Welches Maskottchen die Kinder durch die Geretsrieder Geschichte führen wird, steht noch nicht fest. „Wiggerl“ ist eine Aschheimer Besonderheit. „Bei uns könnte es ein Urzel sein“, schlug Zwicknagl vor, ein Brauch der Siebenbürger Sachsen. Heidi Dodenhöft (Freie Wähler) schlug eine Schildkröte vor, weil der Umriss des Gemeindegebiets daran erinnere. Dodenhöft begrüßte wie alle anderen Ausschussmitglieder die Idee. „Als Wolfratshausen ein Wimmelbuch herausgebracht hat, dachte ich schon, dass so etwas auch bei uns schön wäre“, sagte sie. Volker Witte (Grüne) erinnerte an die Phantasie, die die Kinder beim Schreibwettbewerb bewiesen haben: „Das Buch ist absolut unterstützenswert.“

Wenn das Geschichtsbuch fertig ist, soll es den Mädchen und Buben der dritten Klassen in Geretsried zur Verfügung gestellt werden. Die Kosten für das Projekt übernimmt die Stabstelle Wirtschaftsförderung im Rathaus. 10 000 Euro sind dafür im Haushaltsplan 2018 eingeplant.

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