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Sieben Stockwerke hoch darf Investor Korbinian Krämmel auf dem Karl-Lederer-Platz bauen. Das siebte Geschoss ist als zurückgesetztes Penthouse geplant.

Konkrete Pläne vorgestellt

Geretsrieder Stadtzentrum: Es geht hoch hinaus

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Geretsried – Ein siebengeschossiger Neubau am Karl-Lederer-Platz und eine auf Pfählen gebaute Tiefgarage, die sich bis unter die Egerlandstraße zieht: Der Stadtrat hat die Pläne für das neue Zentrum konkretisiert.

Fünf Jahre wird es dauern, bis das Geretsrieder Stadtzentrum komplett fertig ist. Den Anfang will wie berichtet der Investor Korbinian Krämmel machen. Er plant auf den Grundstücken Karl-Lederer-Platz 14 bis 18 einen Neubau, der in Richtung Rathaus um einen Turmbau, von Kritikern auch gern als „Klotz“ bezeichnet, erweitert wird. Bislang war von sieben Geschossen die Rede. Am Dienstag wurde im Stadtrat darüber diskutiert, ob man als achtes Stockwerk noch ein Penthouse draufsetzt.

Nach den Worten des Architekten Klaus Kehrbaum wären acht Geschosse städtebaulich vertretbar. „Dem Investor würden aber auch sieben genügen.“ Die Abstimmung über die Höhe endete letztlich mit einem Patt. Mit 14:14 wurde ein achtes Stockwerk abgelehnt. „Das sind ja Wolfratshauser Verhältnisse“, frotzelten einige Stadträte. „Ja, aber wir treffen eine Entscheidung“, sagte CSU-Bürgermeister Michael Müller. Für die sieben Geschosse fand sich eine Mehrheit von 19:9 Stimmen.

Damit das Gebäude nicht zu wuchtig wird, wurde die Planung noch einmal verändert. Das Erdgeschoss, in dem ein Vollsortimenter einziehen soll, reicht in der Flucht bis auf die Kante des Gebäudes Karl-Lederer-Platz 24 und wird „eher geschlossen“ gebaut, erklärte Kehrbaum. Es wäre aber auch eine Verglasung denkbar. Das erste Obergeschoss wird zurückgesetzt. Dort entsteht eine offene Terrasse mit Außentreppe. Darüber sind Wohnungen geplant. Das siebte Geschoss wird als zurückgesetztes Penthouse gebaut.

Neuerlich geändert hat sich die Planung für die Tiefgarage unter dem Karl-Lederer-Platz. War zuletzt von zwei Ebenen die Rede, will man jetzt nur noch ein Geschoss in die Tiefe bauen. Grund ist die Grundwasserproblematik: Um zu verhindern, dass in den Nachbarhäusern die Keller volllaufen – „das wäre eine Katastrophe“, so Kehrbaum – wird die Tiefgarage auf Bohrpfählen errichtet. Zusätzlich werden noch Düker eingebaut, damit das Grundwasser bei einem hohen Pegelstand ungehindert abfließen kann. Messstellen wurden bereits gesetzt und werden laut Bürgermeister in das in Auftrag gegebene Grundwassermanagement aufgenommen.

Laut Kehrbaum soll im Zentrum eine „verkettete Tiefgarage“ entstehen. Das heißt, an die Tiefgarage unter dem Karl-Lederer-Platz können andere Investoren quasi anbauen, darunter die Baugenossenschaft Geretsried (BG), die ihre alten Wohnblöcke an der Egerlandstraße 58 bis 74 abbrechen will. Ursprünglich hatte die BG vor, dort ein Parkhaus zu errichten. „Das wäre aber schade, wenn man stattdessen Wohnungen bauen könnte“, erklärte der Architekt. Er rechnete vor, dass im Zentrum um die 400 Stellplätze ausreichen würden. Nach der Stellplatzverordnung der Stadt müssten aber mehr als das Doppelte geschaffen werden. „Die braucht kein Mensch“, so Kehrbaum. Deshalb beschloss der Stadtrat, die Verordnung zu ändern. Im Kerngebiet Karl-Lederer-Platz müssen jetzt nur noch so viele Parkplätze geschaffen werden, wie es die Bayerische Bauordnung verlangt. Damit könnte sich das von der BG geplante Parkhaus erübrigen.

Die Zufahrt in die Tiefgarage erfolgt von der B 11 aus über eine Rampe gegenüber vom Rathaus. Die Ausfahrt befindet sich am Martin-Luther-Weg, soll aber so angelegt werden, dass der Verkehr nicht in die Nebenstraße, sondern zurück zum Karl-Lederer-Platz gelenkt wird. Weil die B 11-Einfahrt am Rathaus schon jetzt überlastet ist, so Kehrbaum, wird diese dahingehend verändert, dass ein Abbiegen nach links in Richtung Süden nicht mehr möglich ist. Dies sei aber nur eine provisorische Lösung, bis die B 11 an den Schwaigwaller Hang verlegt ist, erklärte der Architekt – also bis in „drei bis fünf Jahren“.

sas

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