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Ende Oktober wurde die Turnhalle der Mittelschule an der Geretsrieder Stifter-Straße zu einer Not-Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber umfunktioniert. Nach den Osterferien steht sie möglicherweise Schülern und Sportlern wieder zur Verfügung.

Noch gibt’s viele Fragezeichen

Turnhalle als Asylheim: Ist jetzt der Boden kaputt?

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Geretsried – Sobald die letzten 30 Flüchtlinge die Sporthalle an der Adalbert-Stifter-Straße verlassen haben, wird das Gebäude begutachtet. Es ist nicht auszuschließen, dass der Hallenboden Schaden genommen hat.

Die Zahl der in Bayern ankommenden Asylbewerber hat sich reduziert. Eine Folge: 16 von 20 Not-Aufnahmeeinrichtungen im Freistaat werden bis Ende dieses Monats geschlossen. Dazu zählt die Mittelschul-Turnhalle an der Adalbert-Stifter-Straße in Geretsried. Das kündigte Regierungspräsident Christoph Hillenbrand an. Wann genau das Gebäude wieder Schülern und Sportlern zur Verfügung steht, kann Kreissozialamtsleiter Thomas Bigl nicht sagen. Er drückt es so aus: „Vielleicht nach den Osterferien.“ Die enden am 1. April.

Laut Bigl leben derzeit noch rund 30 Flüchtlinge in der Turnhalle. In Spitzenzeiten waren dort etwa 150 Personen untergebracht. Ist die Halle leer, steht unter anderem eine gründliche Reinigung an, sagt der Kreissozialamtsleiter. Zudem müsse bei einer Begehung ermittelt werden, ob es zu Beschädigungen gekommen ist. Nach Berichten aus anderen Landkreisen sorgt sich Bigl vor allem um den empfindlichen Hallenboden. Hier könnten die Beine der Feldbetten im Laufe der vergangenen Monate Spuren hinterlassen haben – die Sporthalle wird seit Anfang November als Notunterkunft genutzt.

Die Polizei berichtet von keinen besonderen Auffälligkeiten

Die Polizei stellte seither keine besonderen Auffälligkeiten fest: „Es lief insgesamt alles recht ruhig ab“, fasst Johann Brandhuber die zurückliegenden Monate zusammen. Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Geretsried erinnert sich lediglich an zwei größere Zwischenfälle. Am Tag des Einzugs der ersten Flüchtlinge in die Sportstätte hämmerten zehn bis 15 Jugendliche an die Scheiben des Gebäudes und skandierten fremdenfeindliche Parolen. Laut Brandhuber handelte es sich aber nicht um die gezielte Aktion einer rechten Gruppierung, sondern um einen „Dumme-Jungen-Streich“. Um die Bewohner zu schützen, wurden kurz nach dem Vorfall Bauzäune vor der Halle errichtet. Auch in der Unterkunft gab es aus Sicht der Polizei kaum Konflikte. Nur einmal seien Strafanzeigen gestellt worden: „Eine Gruppe von Flüchtlingen ist damals aneinander geraten“, berichtet Brandhuber. Es habe sich jedoch um eine überschaubare Auseinandersetzung gehandelt. „Die Kollegen konnten die Situation rasch beruhigen“, sagt der Hauptkommissar. Alarmiert worden waren die Beamten vom Sicherheitsdienst, der für die Asylbewerber in der Halle zuständig ist. Die Kommunikation zwischen Polizei und Sicherheitsdienst habe stets gut funktioniert. Brandhuber: „Die Zusammenarbeit war völlig problemlos.“

Die Mittelschule ist wegen der Schließung "vorsichtig optimistisch"

Magdalena Singer, Rektorin der Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Straße, ist mit Blick auf die angekündigte Schließung der Aufnahmeeinrichtung „vorsichtig optimistisch“. Man sei der „Herausforderung“ in den vergangenen Monaten „angemessen begegnet“, bilanziert Singer. Dank einer „großen Kooperation“ zwischen Mittelschule, Realschule und Gymnasium habe der Sportunterricht für die Mittelschüler beinahe einschränkungslos stattgefunden.

Ein großes Lob gebühre der Stadt Geretsried: Die habe unbürokratisch für eine zusätzliche Schülerbeförderung gesorgt. Das heißt: „Einige Schüler der Mittelschule an der Stifter-Straße sind mit Bussen zum Mittelschul-Standort an der Karl-Lederer-Schule gefahren worden.“ Eine weitere Ausweichmöglichkeit hatte das Gymnasium, das an der Stifter-Straße über eine Sporthalle verfügt, angeboten. An schönen Tagen nutzten die Mittelschüler auch das Eisstadion an der Jahnstraße. Summa summarum sei so kaum Sportunterricht ausgefallen, stellt die Mittelschul-Rektorin fest. Singer will nichts beschönigen, die Situation sei für alle Beteiligten nicht einfach gewesen. „Doch Schüler und Eltern haben großes Verständnis gezeigt.“ Sie freue sich, dass sich weder die Schulfamilien, noch Kommune oder Behörden „stur gestellt“ hätten. „Das hätte sicher zu einer Zerreißprobe geführt.“

Singer ist allerdings froh, dass die Turnhalle offenbar kurzfristig Schülern und Sportlern wieder zur Verfügung stehen wird. Nicht zuletzt, weil nach den Pfingstferien für einige Schüler der neunten Klassen die Sportprüfungen beginnen.

cce/dst

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