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Eurythmie ist ein symbolisierter Ausdruckstanz von jungen Menschen in bunten Tüchern.

Anmutige Gebärdensprache

Waldorfschule: So beeindruckte der Eurythmie-Abschluss das Publikum

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Eurythmie ist mehr als nur den Namen tanzen: Das bewiesen die Geretsrieder Waldorfschüler beim Abschlussabend.

Geretsried „Heimat, wem gehörst Du? Und wer gehört Dir?“ Ein Gedicht der Schriftstellerin Maxi Obexer diente als Grundlage der eindrucksvollen Choreografie zum Eurythmie-Abschluss der zwölften Klasse der Freien Waldorfschule Isartal in Geretsried. Es geht um die Frage, was Heimat und Fremde eigentlich bedeuten. Ein ganzes Schuljahr lief diese Projektarbeit.

Dass Eurythmie mehr ist, als nur den Namen zu tanzen, wie viele Außenstehende denken, wurde in der fast vollbesetzen Schulaula sehr anschaulich klar. Eurythmie ist ein symbolisierter Ausdruckstanz von jungen Menschen in bunten Tüchern. An diesem Abschlussabend mit einer anmutigen Choreografie zu Gedichten unter anderem von Rainer Maria Rilke, Hermann Hesse, Novalis und Theodor Storm.

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Einleitend begrüßte Klassenbetreuer Stefan Panizza die Publikumsgäste, vorwiegend Angehörige und Freunde der auftretenden jungen Künstler in der Schulaula. „Sie werden in den nächsten 45 Minuten erleben, wie die Sprache durch Gebärden sichtbar wird“. Musikalische Dissonanzen, rhythmische Intervalle und fließende Bewegungen. Gedichte rezitiert von den Schülern und begleitende Musik im Wechsel. Eine stimmige Gesamtchoreografie aus Farbenspiel und Bühnenlicht. Es entstand eine ungewöhnliche jedoch sehr emotionale Atmosphäre. Bei dem Gedicht „Das Karussell“ von Rilke etwa wurden die Eurythmie-Bewegungen schnell und kreisend. Bei „Zwei Segel“ von Conrad Ferdinand Meyer nahmen die Gebärden eine wellenartige Form an. Düster war die Stimmung bei „Einsame Nacht“ von Herrmann Hesse, sanft bei „Meeresstille“ von Johann Wolfgang von Goethe. Gefährlich geschmeidig wurde die Körpersprache von Schülerin Marina im Solo zu Rilkes „Der Panther“. Am Klavier begleitete Musiklehrer Jan Czech unter anderem mit den „32 Variationen in c-moll“ von Beethoven und schwungvoller Popularmusik von „The Pixies“.

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2007 wurde die Freie Waldorfschule Isartal auf Initiative von Eltern in Wolfratshausen gegründet. Seit 2015 ist sie in Geretsried ansässig. Rund 250 Schüler besuchen derzeit den Unterricht von der ersten bis zur zwölften Jahrgangsstufe. Die Eurythmie ist ein zentrales Element. Es ist eine Form der Begegnung durch Bewegung. Das haben die Geretsrieder Waldorfschüler eindrucksvoll präsentiert. 

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