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Geretsrieder Waldsommer: Festwirtsfamilie und Schausteller ziehen zufrieden Bilanz

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Gut war die Stimmung im Festzelt an jedem der zehn Tage des Geretsrieder Waldsommers.
Gut war die Stimmung im Festzelt an jedem der zehn Tage des Geretsrieder Waldsommers. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Ein volles Bierzelt, gut besuchte Fahrgeschäfte: Der gerade zu Ende gegangene Waldsommer bot den Besuchern schattige Plätzchen und viel Spaß

Geretsried – Wann gehen die Leute gerne in ein Bierzelt, beziehungsweise den dazugehörigen Biergarten? Wenn sie mit Essen und Service zufrieden sind und wenn ihnen Musik und Stimmung gefallen. All diese Voraussetzungen erfüllte die Festwirtsfamilie Fahrenschon auf dem Waldsommer 2022, sodass sowohl sie als auch die Schausteller am Sonntag eine durchweg positive Bilanz nach den zehn Tagen in Geretsried zogen.

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Der schattige Biergarten ist das große Plus des Waldsommers. Genau deshalb hat der Rosenheimer Christian Fahrenschon das Geretsrieder Sommerfest mit der Übernahme im Jahr 2017 so umbenannt. Bei hochsommerlichen Temperaturen an fast allen Tagen ließ es sich unter den Laubbäumen aushalten. Ein frisch gezapftes Tegernseer Helles und ein knuspriges Hendl oder ein Steckerlfisch dazu – den Besuchern schmeckte es. Viele kamen aber auch wegen der Blaskapellen. Das zeigte sich daran, dass es draußen wie drinnen an den drei Abenden mit der Gartenberger Bunkerblasmusik voll war. Aber auch die Harthauser Musi sowie die Ascholdinger und die Königsdorfer Kapelle hatten ihre Fans. Am „Italienischen Abend“, diesmal mit der Pino Barone Band, tanzten die Gäste auf den Tischen. Offenbar haben sich die Menschen nach zwei Jahren abgespeckter Corona-Volksfestversionen richtig auf den Waldsommer gefreut.

Claudia Fahrenschon berichtet von zahlreichen Reservierungen im Vorfeld. An der Bar sei an den Wochenenden ausgelassen, aber doch diszipliniert, bis 2 Uhr nachts gefeiert worden. Security war zwar im Einsatz, arbeitete aber wesentlich diskreter als zu Pandemie-Zeiten. Das flexible Angebot für die Senioren, von denen sich viele immer noch vor einer Ansteckung mit dem Virus fürchten, sei gut angenommen worden, sagt die Festwirtin. Die Stadt hatte sich wie berichtet dazu entschlossen, dass die über 65-jährigen Bürgerinnen und Bürger ihre Hendlmarken nicht nur wie bisher am Seniorennachmittag am Montag, sondern die ganze Woche über einlösen konnten.

Das war sehr entspannt. Es war vernünftig, dass man das in Corona-Zeiten ein wenig entzerrt hat.

Kulturreferent Hans Ketelhut zur Entscheidung, dass Senioren ihre Hendlmarken die ganze Woche über einlösen konnten.

Kulturreferent Hans Ketelhut, der als Alleinunterhalter „Bayern Hans“ traditionell am Montagnachmittag für Stimmung sorgte, sagt, es habe nicht das übliche Gedränge geherrscht: „Das war sehr entspannt. Es war vernünftig, dass man das in Corona-Zeiten ein wenig entzerrt hat.“

Zum selben Thema: Waldsommer: Wirt und Schausteller mit erstem Wochenende zufrieden

Egal, wen man von den Schaustellern und Spezialitätenverkäufern fragte: Alle waren froh, endlich wieder arbeiten zu dürfen, und bei allen klingelten die Kassen. Die Mitarbeiter von Oswin Schmack, der das Kinderkarussell und den Schießstand betrieb, berichten von zahlreichen Familien, die nachmittags trotz der hohen Temperaturen über den Platz bummelten und ihren Kindern und sich ein wenig Spaß gönnten. Die Abende seien ohnehin sehr gut gelaufen. Das bestätigt Silvana Pfisterer vom Auto-Scooter: „Die Leute wollen raus und andere treffen“. Sigi Kollmann, Inhaber der Spickerbude, erzählt, er kenne das Geretsrieder Volksfest schon von Kindesbeinen an. Seinen Eltern habe damals die „Alpenbahn“, eine Mini-Achterbahn, gehört. Früher sei zwar mehr los gewesen in Geretsried, erinnert sich der heute 70-Jährige, aber das diesjährige Fest reiche an die alten Zeiten fast hin. „Die Festwirtsfamilie macht das ganz toll“, spricht er den Fahrenschons ein Lob aus.

Auch die Betreiber der Fahrgeschäfte waren mit dem Besuch zufrieden.
Auch die Betreiber der Fahrgeschäfte waren mit dem Besuch zufrieden. © Hans Lippert

Allerdings geht der Krieg in der Ukraine auch an den Jahrmärkten nicht spurlos vorüber. Ob Brezn oder Karussellfahrt: Aufgrund der gestiegenen Energiepreise ist alles teurer geworden. Kollmann sagt, er habe kaum Stofftiere als Gewinne für seinen Stand bekommen. Das meiste sei in China gefertigt. Die Lieferschwierigkeiten beträfen auch seine Branche. Mehr bezahlen für seine Früchte und die belgische Pralinenschokolade, mit der sie umhüllt sind, muss auch Ludwig Trollmann. Doch er wolle die Preissteigerung nicht an seine Kunden weitergeben, sagt er. „Wir möchten normal bleiben. Jeder soll sich unsere Spezialitäten leisten können. Manche kommen nur ihretwegen nach Geretsried“, weiß er von einigen Stammkunden.

Aus Sicht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ist der Waldsommer 2022 ruhig und friedlich verlaufen. Die stellvertretende Fachdienstleiterin Kerstin Beier sagt, sie und die weiteren ehrenamtlichen Mitarbeiter hätten „nur eine Handvoll Patienten“ mit Kreislaufproblemen oder Wespenstichen versorgen müssen. Das BRK betrieb auch einen Losestand. Der Erlös fließt in die Bereitschaft direkt vor Ort. Der Verkauf lief laut Beier „super, das tut uns gut“.

Der Zwist zwischen Festwirt Christian Fahrenschon und der Stadt vom vergangenen Jahr ist längst beigelegt. Bürgermeister Michael Müller war fast jeden Tag auf dem Fest. Einer Neuauflage 2023 scheint nichts im Weg zu stehen.

tal

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