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Die Tafel-Chefin und ihre wiedergewählten Stellvertreter: Ingrid Geiger (2. v. li.) mit (v. li.) Claudia Bren ner, Andrea Lamm, Eliane Roth, Walter Milde und Angelika Haller.

20 Jahre Geretsrieder-Wolfratshauser Essensausgabe

Tafel zieht Bilanz: „Sind nicht dazu da, zu entscheiden, wer kommen darf“

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In der Jahresversammlung zogen die Tafel-Chefin und ihre Vorstandskollegen Bilanz. Leicht war das Jahr nicht und das hatte nicht nur einen Grund. Auch die Essener Tafel kam zur Sprache.

Geretsried – „Peter Grooten war die Tafel“, sagte die stellvertretende Vorsitzende, Claudia Brenner, vor gut 30 Anwesenden. Der Geretsrieder hielt die Fäden in der Hand und erledigte vieles selbst. Der langjährige Vorsitzende der Geretsrieder-Wolfratshauser Tafel war im vergangenen März nach schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren verstorben.  Nach Grootens Tod wurde umstrukturiert. „Wir sind alle berufstätig und teilen uns die Arbeit auf“, erklärte die Bergerin. So hat jeder der fünf Stellvertreter um Vereinschefin Geiger seine eigenen Aufgabenfelder.

So wie Eliane Roth, die gleichzeitig Schatzmeisterin ist. Im vergangenen Jahr gingen Spenden in Höhe von 32.600 Euro auf dem Tafel-Konto ein. „Das war super“, freute sich Roth. Geld ausgegeben hat man unter anderem für zwei neue Kühltruhen. „Die alte Truhe hat den Geist aufgegeben“, erklärte Roth. Zum anderen zählt – neben dem Geretsrieder Kaufland, dem Aldi in Wolfratshausen, dem Packlhof in Eurasburg – auch der Tiefkühlpizzen-Hersteller Franco Fresco zum Lieferantenkreis. Insgesamt erwirtschaftete der gemeinnützige Verein ein Plus in Höhe von gut 12.800 Euro. Neben der Vereinskasse pflegt die Schatzmeisterin auch die Daten der Lebensmittelempfänger. „Neu ist, dass wir Rentnern nun einen unbefristeten Ausweis ausstellen.“

Lange Zeit sei Montag der stärkste der drei Ausgabetage gewesen, sagte Vorstandsmitglied Brenner. „Das hat sich gedreht.“ Nach Mittwoch ist es nun der Samstag, an dem am meisten Empfänger gezählt werden. Im Schnitt versorgt die Tafel pro Woche knapp 800 Menschen mit Lebensmitteln – zwei Drittel davon sind Asylbewerber.

Bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte die Essener Tafel, die für Migranten einen Aufnahmestopp verhängt hat, ihn aber wieder aufheben will. Die Diskussion erreichte auch die Geretsrieder. „An der Pinnwand hing ein Leserbrief aus einer Zeitung, ohne Hinweis, wer ihn dort aufgehängt hat“, berichtete Brenner. Der Unbekannte hatte eine Textpassage markiert. Es sei aber nicht ersichtlich, ob derjenige, der den Ausschnitt aufgehängt hatte, nun für oder gegen einen Aufnahmestopp von Ausländern ist. „Wenn jemand eine Meinung hat, können wir darüber offen diskutieren.“ Ohne Rücksprache mit dem Vorstand an der Vereins-Pinnwand etwas aufzuhängen, „das geht einfach nicht“. Geiger ergänzte: „Wir sind nicht dazu da, zu entscheiden, wer zur Tafel geht und wer nicht.“ Mitglied Ellen Lutze empfand den Vorfall als „extrem ärgerlich“. Jedes Wort darüber sei eines zu viel.

In diesem Jahr feiert die Geretsrieder-Wolfratshauser Tafel ihr 20-jähriges Bestehen, und zwar am 4. Mai in ihrem Räumen an der Jeschkenstraße. Weil der Platz begrenzt sei, könne man nicht alle der derzeit 96 Mitglieder dazu einladen, bat Brenner um Verständnis. Aber: Für die Tafel-Mitarbeiter, die es im vergangenen Jahr auf mehr als 10 000 Einsatzstunden gebracht haben, gibt es am 23. Juni wieder ein Sommerfest auf Gut Buchberg – gesponsert von Eigentümerin Annemarie Schönhuber.

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