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Raus aus dem Knast, rein in den Knast

Geretsriederin (32) betrügt weiter – zum sechsten Mal verurteilt

Nur ein halbes Jahr nachdem sie vorzeitig aus der Haft entlassen worden war, wurde eine Geretsriederin (32) erneut straffällig. Trotz zweifacher offener Reststrafenbewährung setzte sie ihre Betrügereien fort. Nun bekam sie vom Wolfratshauser Amtsgericht die Quittung.

Geretsried/Wolfratshausen – Wegen Betrugs in zwei Fällen muss die Servicekraft weitere 15 Monate ins Gefängnis. Ende Juni 2015 hatte die Angeklagte einen Rechtsanwalt beauftragt, sie in einer Mietsache zu vertreten. Der Anwalt führte den Auftrag aus, blieb jedoch auf seiner Rechnung in Höhe von rund 800 Euro sitzen. Seine neue Mandantin hatte unerwähnt gelassen, dass sie erst kürzlich aus dem Gefängnis gekommen war und erst eine Woche vor ihrem ersten Besuch in der Kanzlei eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hatte.

Angeklagte täuschte Vermieter mit falschen Angaben

Noch größer war der Schaden, den die Geretsriederin bei ihrem neuen Vermieter verursacht hatte. Zu Mitte September 2015 hatte sie eine Zweizimmerwohnung in Geretsried angemietet. Die Miete betrug monatlich 895 Euro. Sie zahlte nur insgesamt 900 Euro, und auch die erst mit einiger Verspätung. Als die Frau am 17. Juni 2016 auszog, hatten sich ihre Schulden gegenüber dem Vermieter auf 7150 Euro angehäuft. In beiden Fällen hatte die Angeklagte die Geschädigten mit falschen Angaben zu ihren Einkommensverhältnissen getäuscht.

Geschädigter: „Sie hatte immer neue Ausreden“

„Der erste Eindruck von ihr war okay“, erinnerte sich der Vermieter (30), dem die Frau von einem Makler vermittelt worden war. Doch schon bald gab es Probleme mit dem Geld. „Sie vertröstete uns ständig, hatte immer neue Ausreden“, sagte der Geschädigte, der mit den Mieteinnahmen das Haus hatte finanzieren wollen. „Wir sind richtig auf die Schnauze gefallen.“ Die Angeklagte entschuldigte sich bei dem Vermieter („Es tut mir wirklich sehr leid“), war jedoch der Meinung, seinerzeit nicht vorsätzlich in betrügerischer Absicht gehandelt zu haben. Obschon sie obendrein eine Urkundenfälschung zugeben musste: Eine Bürgschaft für die Miete hatte sie mit dem Namen ihrer Mutter selbst unterschrieben.

Beschuldigte habe sich schwer getan, Arbeit zu finden

„Ich habe mich schwer getan, Arbeit zu bekommen. Die Situation nach der Haft war nicht einfach“, schilderte die Beschuldigte dem Gericht ihre damalige Situation. So habe sie beispielsweise zum Zeitpunkt, als sie den Mietvertrag unterzeichnete, einen ordentlich bezahlten Job gehabt. Den habe sie aber kurz darauf verloren, weil ein Stammgast ihrer Chefin gesteckt habe, dass sie unter offener Bewährung stehe.

Seit 2011 wurde die Geretsriederin schon fünf Mal verurteilt

Seit 2011 wurde die Geretsriederin bereits fünf Mal verurteilt. Es begann mit Diebstahl, setzte sich fort mit Betrug, uneidlicher Falschaussage und Urkundenfälschung – und endete mit 5400 Euro Geldstrafe (180 Tagessätze). Dazu war sie vom Amtsgericht München verurteilt worden, weil sie – nach der letzten Haft – als Kellnerin Tagesseinnahmen in Höhe von rund 1200 Euro unterschlagen hatte.

Richter: eine „Klassische Bewährungsversagerin“

Richter Helmut Berger verurteilte die Serviererin zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis und entsprach damit dem Antrag des Staatsanwalts. „Sie ist eine klassische Bewährungsversagerin, kommt aus der Haft und macht das Gleiche wieder“, begründete Berger, warum eine Haftverschonung diesmal nicht in Frage kam.

Von Rudi Stallein

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