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Im Herbst kamen in Nickelsdorf pro Tag teilweise tausende Asylbewerber über die österreichisch-ungarische Grenze.

Asylsituation in Partnergemeinde Nickelsdorf

Teilweise kamen über 1000 Flüchtlinge pro Tag

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Geretsried/Nickelsdorf – Die Flüchtlingssituation in Nickelsdorf war wochenlang angespannt. Jetzt beruhigt sich die Lage in der Geretsrieder Partnergemeinde.

Es ist ruhig geworden im österreichischen Grenzort Nickelsdorf im Burgenland. Vor rund fünf Monaten passierten pro Tag noch mehrere tausend Flüchtlinge die 1700-Einwohner-Gemeinde, mit der Geretsried eine langjährige Freundschaft pflegt. In der Zeit vom 5. September bis 18. Oktober waren es insgesamt 300 000 Menschen. Die meisten von ihnen wollten nicht in Österreich Asyl beantragen, sondern waren auf der Durchreise zum Beispiel nach Deutschland. „Zurzeit kommen nur wenige Hilfesuchende, einige mit Schleppern“, berichtet Nickelsdorfs Bürgermeister Gerhard Zapfl im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Flüchtlinge kämen meist zu Fuß über die ungarisch-österreichische Grenze. Grund für den Rückgang der Zahlen sei die Zaunpolitik Ungarns, die die Fluchtroute blockiert. „Das ist aber keine Garantie, dass der Druck dort nicht doch irgendwann zu groß wird“, erklärt der Rathauschef.

Gerhard Zapfl, Bürgermeister von Nickelsdorf

Zapfl ist überzeugter Europäer.
 „Der Zusammenhalt der europäischen Länder ist alternativlos, trotz der Schwierigkeiten“, sagt er. Das Verständnis der hiesigen Bevölkerung für Zuwanderung sei aber nicht unendlich dehnbar. Die Politik müsse außerhalb Europas Lösungen finden und die Fluchtursache, den Krieg, bekämpfen. Zapfl: „Es ist nicht möglich, dass alle Hilfesuchenden in Europa einen Platz finden können.“

Am Dienstag besichtigte Zapfl gemeinsam mit Bürgermeister Michael Müller die Asylunterkünfte in Geretsried. In Nickelsdorf sind derzeit 29 Flüchtlinge fest untergebracht, das entspricht einem Anteil an der Einwohnerzahl von 1,7 Prozent. Eine Quote von bis zu drei Prozent sei „vertretbar und akzeptierbar“, sagt Zapfl. „In diesem Maß ist Integration von unserer Bevölkerung ohne gesellschaftliche Probleme bewältigbar.“ Notwendig sei aber eine faire europaweite Verteilung nach diesem Schlüssel.

In Geretsried sind aktuell rund 170 Asylbewerber dezentral in Wohnungen und in der Asylbewerberunterkunft am Robert-Schuhmann-Weg untergebracht, was rund einem Prozent der hiesigen Bevölkerung entspricht. Hinzu kommen die Flüchtlinge in der Erstaufnahmestelle in der Mittelschulturnhalle an der Adalbert-Stifter-Straße. Dieses Quartier soll Mitte März geräumt werden. dor

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