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Gelichtete Sitzreihen und Desinfektionssprays auf den Tischen: Die Ausschussmitglieder hielten sich an die Spielregeln der Stadtverwaltung. 

Kommunalpolitik unter Krisenbedingungen

Geretsrieds Bauausschuss  tagt unter dem Eindruck der Corona-Pandemie

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Großer Sitzabstand, Desinfektionsmittel griffbereit - die erste Sitzung in Geretsried nach der Kommunalwahl war alles andere als normal 

Geretsried – Ein gespenstisches Ambiente erwartete Bürgermeister Michael Müller), Verwaltungsmitarbeiter und die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses am Dienstagabend im großen Sitzungssaal des Rathauses. Auf der Großleinwand stand die Aufforderung: „Bitte lassen Sie jeweils einen Stuhl zu Ihrem Sitznachbarn frei.“ CSU-Stadträtin Dr. Sabine Gus-Mayer folgte der Anweisung ebenso wie alle anderen Gremiumsmitglieder und stellte sich ein Desinfektionsspray in Griffweite.

Stadtbaurat Rainer Goldstein drängte schon kurz vor Sitzungsbeginn zur Eile. „Könnten wir das heute bitte in einer Stunde schnell durchziehen?“, bat er. Eine ambitionierte Vorgabe: Schließlich standen nicht weniger als 14 Bauanträge und drei weitere Tagesordnungspunkte zur Debatte.

Bürgermeister Müller war sich der Tragweite bewusst. „Das hat es in der Geschichte Geretsrieds noch nicht gegeben: Es ist die historische erste Sitzung unter dem Eindruck der Pandemie“, erklärte er. Eine Absage kam für ihn trotz einiger Vorbehalte nicht infrage. „Wir beachten die allgemeinen Hygieneregeln und halten Abstand“, sagte der Rathauschef. Es gelte, den Betrieb in der Verwaltung zumindest auf Sparflamme aufrechtzuerhalten und einige wichtige Bauanträge auf den Weg zu bringen. Ob die für den 31. März angesetzte Stadtratssitzung stattfinden kann, ist dennoch ungewiss. Dr. Sabine Gus-Mayer regte an, den großen Saal der Ratsstuben zu nutzen. Dort könnte der Abstand zwischen den 30 Stadträten besser eingehalten werden als im Sitzungssaal. Der gewährte zumindest den neun Ausschussmitgliedern und dem Bürgermeister am Dienstagabend die nötigen Freiräume.

ph

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