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„Als Kopf des THW musst du auch deinen Kopf hinhalten“: Erich Schöftlmaier stand zwölf Jahre an der Spitze des Technischen Hilfswerks Geretsried. Jetzt zieht er sich zurück. 

Flut, Schneechaos und der G7-Gipfel

Geretsrieds THW-Chef Erich Schöftlmaier blickt auf zwölf ereignisreiche Jahre zurück

Nach zwölf Jahren im Amt reicht THW-Chef Erich Schöftlmaier den Stab weiter. Die Absicherung des G7-Gipfels vor vier Jahren war ein ganz besonderes Ereignis für ihn.

Geretsried Ein Nachbar nahm ihn als Bub zum ersten Mal mit. Das Technische Hilfswerk (THW) befand sich damals noch in Wolfratshausen, im Gebäude des städtischen Bauhofs. Der 13-jährige Erich Schöftlmaier war sofort begeistert. Als „riesigen Abenteuerspielplatz“ habe er das Übungsgelände mit den Fahrzeugen und Gerätschaften in Erinnerung, erzählt der heute 53-Jährige und lacht.

Im September 1979 unterschrieb Schöftlmaier seine Beitrittserklärung. Er war der erste Jugendhelfer im Ortsverband, wurde mit 21 Truppführer, im Anschluss Gruppen- und dann Zugführer und 2006 Ortsbeauftragter. 40 Jahre ist das jetzt her. Am Samstag, bei der Jahresversammlung des THW-Ortsverbands Geretsried, seit 1991 an der Gustav-Adolf-Straße in Geretsried beheimatet, wird Schöftlmaier den Posten des Ortsbeauftragten offiziell an den bisherigen Zugführer Klaus Ciecior abgegeben. Die Wahl des Nachfolgers fand bereits intern statt.

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Berufliche Gründe haben Schöftlmaier zwei Jahre vor Ablauf seiner dritten, jeweils fünfjährigen Amtszeit zu diesem Schritt bewogen. Er habe als Mitarbeiter im technischen Vertriebsaußendienst eine Zusatzaufgabe übernommen, wodurch er künftig noch mehr in ganz Deutschland und Österreich unterwegs sein werde, erklärt der Degerndorfer. Als Fachberater bleibe er dem THW allerdings erhalten. Schließlich sei seine Frau ihm zu Liebe vor 20 Jahren ebenfalls zum Ortsverband Geretsried gegangen. So sehe man sich wenigstens beim gemeinsamen Ausüben des Ehrenamts, meint er mit einem Augenzwinkern.

Sein Ehrenamt hat der technik-begeisterte Fachmann für Organisation und Logistik stets zu 100 Prozent ausgefüllt. „Als Kopf des THW musst du auch deinen Kopf hinhalten“, beschreibt er die hohe Verantwortung, die er als Ortsbeauftragter für die rund 40 Aktiven trug. Zum Glück seien alle Helfer immer gesund von den Einsätzen zurückgekehrt. Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit gehörten für Schöftlmaier das Schneechaos von 2006 und 2019. Heuer saß er im Krisenstab am Landratsamt, 60 Stunden alles in allem. Er koordinierte die Einsätze beim Hochwasser von 2008 im Landkreis, war bei der Flutkatastrophe 2013 in Deggendorf mit einer Mannschaft vor Ort. Eine besondere Erfahrung war für ihn die Absicherung des G7-Gipfels vor vier Jahren auf Schloss Elmau. Zusammen mit 1000 weiteren THW-Helfern sorgte der Geretsrieder Ortschef für die Beleuchtung und Stromversorgung. Wie alle Hilfsorganisationen ineinandergegriffen hätten, sei für ihn beeindruckend gewesen. Einen Blick auf Barack Obama habe er vor lauter Arbeit aber leider nicht erhaschen können.

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Das Schönste an den zwölf Jahren als Leiter des Ortsverbands seien für ihn die zwischenmenschlichen Begegnungen gewesen, sagt Schöftlmaier, sowohl im Team als auch mit der Bevölkerung, der er helfen konnte. „Die Dankbarkeit eines Menschen muss sich nicht in großen Worten, einer Torte oder einem Kasten Bier zeigen. Man bekommt sie meist in seinem Gesicht widergespiegelt“.

Leider gebe es auch immer wieder Leute, die die Hilfsorganisationen bei ihren Tätigkeiten behinderten oder mit Unverständnis etwa auf Straßensperrungen reagierten. Das ist etwas, das den Ehrenamtler in letzter Zeit oft nachdenklich stimmt, wie er sagt. Seine Leidenschaft fürs THW und fürs Helfen lässt er sich dadurch aber nicht nehmen.

Tanja Lühr

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