Demolierter Pkw.
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Eine Spur der Verwüstung hinterließ das extreme Hagel-Unwetter im Norden des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen. Allein der Dienstleister „Carglass repariert“ in Geretsried hat bis jetzt 4000 Schäden an Fahrzeugen gezählt, darunter etwa 400 gesplitterte Pkw-Scheiben.

Mutmaßlich Schaden in Millionenhöhe

Golfball-Hagel zerschlägt hunderte Pkw-Scheiben: „Carglass“ trommelt Personal aus Deutschland zusammen

  • Carl-Christian Eick
    VonCarl-Christian Eick
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Das Hagelgewitter am Montagabend richtete mutmaßlich Schaden in Millionenhöhe an. Jetzt zieht die Firma „Carglass“ Personal aus ganz Deutschland in Geretsried zusammen.

Geretsried/Wolfratshausen – Die golfball-großen Eisklumpen, die am späten Montagabend aus den Unwetterwolken krachten, haben hunderte wenn nicht tausende Fahrzeuge im Nordlandkreis demoliert. Die Hagelbrocken zertrümmerten Front- und Heckscheiben und schlugen tiefe Beulen in Autodächer und Motorhauben. Allein der Dienstleister „Carglass repariert“ in Geretsried hat bis jetzt schon fast 4000 Schäden an Fahrzeugen gezählt. Darunter etwa 400 gesprungene beziehungsweise gesplitterte Pkw-Scheiben.

„Im Fall eines solchen Wetterereignisses arbeiten wir mit Partnern zusammen, um einen Überblick der Lage zu bekommen“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Der nach eigenen Angaben führende Autoglas-Spezialist in Deutschland zieht für die bevorstehenden Reparaturen und den Austausch der Scheiben Personal aus der gesamten Republik zusammen. Zudem schaffe man zusätzliche Montageplätze in der Werkstatt an der Sudetenstraße.

Um eine Windschutzscheibe reparieren zu können, darf der Schaden nicht größer als eine Zwei-Euro-Münze sein.“

Ein Sprecher der Firma „Carglass“

Bei der Bewertung, ob die Scheiben repariert oder ausgetauscht werden müssen, gelten laut Carglass-Sprecher die gleichen Vorgaben wie beim Steinschlag: „Um eine Windschutzscheibe reparieren zu können, darf der Schaden nicht größer als eine Zwei-Euro-Münze sein, die Stelle muss mindestens zehn Zentimeter vom Scheibenrand entfernt sein und darf nicht im Fahrerfernsichtfeld liegen.“ Die Erfahrung nach solchen extremen Hagelereignissen zeige jedoch, dass betroffene Fahrzeuge meist deutlich größere („und vor allem mehrere“) Schadensbilder aufweisen. Der Gesamtschaden, den das Hagel-Gewitter anrichtete, lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Der Leiter der Ergo-Versicherungsagentur in Wolfratshausen, Alois Hämmerl, schließt nicht aus, dass es am Ende „ein zweistelliger Millionenbetrag ist“.

Münchner Hagel 1984: sechs Milliarden Mark Sachschaden

Die Bilanz des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nach dem Hagelgewitter, das im Juni 2019 aus der Region Starnberg nach Norden und Osten zog, gibt Hämmerl recht: Zehntausendfach splitterten Pkw-Scheiben und verformten sich Blechkarossen. 400 Millionen Euro betrug die Gesamtschadenssumme. Durchschnittliche Schadenshöhe pro Pkw: 3500 Euro.

Und dann gab’s da noch die bislang verheerendste Naturkatastrophe in der Kfz-Schadenhistorie, den Münchner Hagelschlag im Jahr 1984. Der kostete die Versicherungen laut GDV etwa sechs Milliarden Mark, also rund drei Milliarden Euro. (cce)

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