+

Gott und die Welt

Diakon Michael Baindl denkt über das Sonnentheater nach

In dieser Folge der Serie „Gott und die Welt“ macht sich Katholischer Diakon Michael Baindl aus Geretsried über das Sonnentheater der Gruppe „Theater für alle“ Gedanken.

Vor wenigen Wochen hatten wir mit unserer Theatergruppe „Theater für alle“, in der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Theater spielen, einige Aufführungen. Das Stück, das wir spielten, hieß: „Wie die Sonne in das Land Malon kam.“ Das ist eine Geschichte, die ich schon oft selbst erzählt hatte. Eine Geschichte, die voller Lebenswahrheiten steckt und von dem Theaterteam sehr anschaulich und emotional umgesetzt wurde.

Die Geschichte handelt von einem Land hinter hohen Bergen, in dem niemals die Sonne schien. Es herrschte dort immer nur stockfinstere Nacht. Das hatte die Menschen, die dort lebten, sehr seltsam, feindselig und einsam werden lassen. Die Malonen mochten einander nicht leiden und versteckten sich nur in ihren Häusern, bis eines Tages zwei Wanderer in das Land kamen und begannen, von der Sonne zu erzählen. Diese Geschichten von der Sonne weckten in den Malonen die Sehnsucht nach Licht und Wärme. Das veränderte sie so sehr, dass sie nicht mehr einsam und für sich leben wollten. Sie sehnten sich nach der Sonne, und eines Tages geschah das Wunder und die Sonne kam auch in das Land Malon.

Regen schlägt aufs Gemüt

Michael Baindl: Katholischer Diakon in Geretsried

Ist nicht auch die Urlaubszeit so eine Zeit, in der die meisten von uns die Sonne genießen wollen? Wie sehr schlägt es uns auf unser Gemüt, wenn es über längere Zeit regnet? Für die Malonen in der Geschichte war der Aufgang der Sonne über ihrem Land ein richtiges Wunder. Urlaub – eine Zeit, dieses Wunder, das für uns selbstverständlich ist, vielleicht einmal wieder ganz bewusst zu erleben. Sonne – die Kraft, die alles wachsen und blühen lässt. Sonnenstrahlen, die in unserem Körper chemische Prozesse in Gang bringen, die für unser Leben und Wohlbefinden wichtig sind. Sonne, die – gut genutzt – ganze Städte mit Strom versorgen kann. Die Kraft der Sonne kann auch so groß sein, wie wir wissen, dass ganze Erdteile zur Wüste werden konnten. Wie sehr unser Leben von der Wärme und dem Licht der Sonne beeinflusst wird, fällt uns meistens erst auf, wenn sie nicht scheint.

Nehmen Sie sich doch in Ihrem Urlaub, in Ihren Ferien einmal ganz bewusst die Zeit, wo immer Sie auch sind, einen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang zu betrachten. Vielleicht geht es Ihnen dann wie mir in diesem Augenblick. Und ein tiefes Gefühl der Freude und Dankbarkeit macht sich in mir breit, und ich kann nur noch staunend Gott für dieses große Wunder danken.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Namensproblem bei AfD-Kandidat: Stimmzettel bleiben gültig
Liegt im Fall um den Namen des AfD-Kandidaten Constantin Prinz von Anhalt ein strabares Verhalten vor? Vermutlich noch vor der Bundestagswahl soll das geklärt sein. Bis …
Namensproblem bei AfD-Kandidat: Stimmzettel bleiben gültig
Grundstein gelegt: Geretsrieder Zentrumsentwicklung beginnt
Der Grundstein für die Zentrumsentwicklung ist gelegt: Familie Krämmel füllte am Mittwoch die Zeitkapsel für das Projekt „Puls G“ am Karl-Lederer-Platz. Das Unternehmen …
Grundstein gelegt: Geretsrieder Zentrumsentwicklung beginnt
Geretsried: Passat kracht in Opel - 11.000 Euro Schaden
In Geretsried hat es am Mittwochmittag gekracht: Ein VW Passat kollidierte an der Kreuzung Tattenkofener Straße/ Johann-Sebastian-Bach mit einem Opel.
Geretsried: Passat kracht in Opel - 11.000 Euro Schaden
Flößern kommt Hochwasser in die Quere
Dieser Termin ist im Kalender der Isarflößer rot markiert: die Eisfahrt. Heuer ist der Saisonabschluss ins Wasser gefallen – zumindest für den Arzbacher Unternehmer …
Flößern kommt Hochwasser in die Quere

Kommentare