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Zum sechsten Mal fand im Geretsrieder Hallenbad die Gewässersegnung der griechisch-orthodoxen Kirche statt. Dazu warf Archimandrit Georgios Siomos dreimal hintereinander ein zuvor in Weihwasser getauchtes Holzkreuz ins Becken. 

Im Hallenbad

Griechische Gemeinde segnet Gewässer: Die Grundlage allen Lebens

Es ist ein schöner Brauch in Geretsired geworden: Die Griechische Gemeinde führt die Gewässersegnung im Hallenbad durch. Danach gibt es die Vasilopita.

Geretsried Jahr für Jahr – genauer seit 2013 – wünschen sich die Redner bei der traditionellen Gewässersegnung der Griechischen Gemeinde im Hallenbad, dass die nächste Segnung im Neubau stattfinden möge. Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl drückte sich am Samstag in seinem Grußwort vorsichtiger aus: Die Stadt wolle den Brauch gerne ins neue Hallenbad mitnehmen, das „dereinst“ ein paar Häuser weiter am Schulzentrum entstehen werde.

Immerhin hat die Weihe, die die Griechen jedes Jahr am oder um den Dreikönigstag – dem Tag der Epiphanie oder Theophanie (dem Erscheinen Gottes) – vornehmen, das aus dem Jahr 1972 stammende Schwimmbad in den vergangenen sechs Jahren vor Schlimmerem bewahrt. Andere Bäder ähnlichen Baujahrs im Landkreis mussten bereits wegen Baufälligkeit – zumindest vorübergehend – geschlossen werden. Und noch wichtiger: Es gab keine nennenswerten Unfälle im Geretsrieder Becken.

Geretsrieder haben wieder chlorfreies Wasser

Auf die Bedeutung von ausreichendem und sauberem Wasser ging der katholische Pfarrer Georg März ein. Er ist der Einladung zu dem ökumenischen Festakt seit jeher gerne gefolgt. März erinnerte daran, dass Wasser die Grundlage allen Lebens sei. Die Geretsrieder wüssten es zu schätzen, dass sie seit einem knappen Jahr wieder chlorfreies Wasser trinken dürften.

Erzpriester Apostolos Malamoussis und Archimandrit Georgios Siomos nahmen die Weihe des Gewässers vor. Weit über 100 griechische Mitbürger und interessierte Gäste verfolgten die Zeremonie. Sie hat im griechisch-orthodoxen Glauben eine lange Tradition: In Griechenland werden am Dreikönigstag das Meer, die Seen und Flüsse gesegnet. An der Isar hat die Griechische Gemeinde in Geretsried allerdings keine passende Stelle gefunden, deswegen segnet sie das Wasser im Hallenbad.

Erfolgreichen Tauchern soll nur Gutes widerfahren

Georgios Siomos warf am Samstag dreimal hintereinander ein zuvor in Weihwasser getauchtes Holzkreuz ins Becken. Als erstes sprangen die beiden jungen Männer Athanasios Karasakalidis und Michail Junius vom Beckenrand ins kalte Nass, um das Kreuz herauszuholen und den Geistlichen zu bringen. Anschließend durften zweimal je sechs Kinder nach dem begehrten Glücksbringer um die Wette schwimmen. Leandros Haralampidis war einer der Gewinner. Dem Brauch zufolge wird ihm im Jahr 2018 nur Gutes widerfahren.

Ein weiterer Brauch am Dreikönigstag ist das gemeinsame Verzehren der Vasilopita, eines Hefeteigkuchens, in den eine Glücksmünze eingebacken ist. Das Fest der Vasilopita feierten die Griechen im Anschluss an die Gewässersegnung in den Ratsstuben.

Der Vorsitzende der Griechischen Gemeinde, Evangelos Karassakalidis, freute sich über die rege Teilnahme an der Veranstaltung. Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl sagte, er hoffe auch in Zukunft auf viele kulturelle und religiöse Feiern zusammen mit der Griechischen Gemeinde, die aus Geretsried nicht mehr wegzudenken sei. Tanja Lühr

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