Im Wahlkampf: Bürgermeisterkandidatin Martina Raschke mit Stadtrat Prof. Dr. Detlev Ringer.
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Im Wahlkampf: Bürgermeisterkandidatin Martina Raschke mit Stadtrat Prof. Dr. Detlev Ringer.

Abgewählte Fraktionschefin äußert sich

Grüne: Raschke erklärt Parteiaustritt

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Martina Raschke ist nicht länger Mitglied der Grünen. Das ist eine Konsequenz aus Unstimmigkeiten innerhalb der Fraktion im Stadtrat.

Geretsried – Die Unstimmigkeiten in der Stadtratsfraktion der Grünen haben Konsequenzen. Martina Raschke hat am Sonntag ihren Parteiaustritt erklärt. Das berichtete sie unserer Zeitung in einem gemeinsamen Gespräch mit Dr. Detlev Ringer am Montag. Letzterer geht diesen Schritt nicht. Teil der Fraktion wollen beide bleiben.

Die Vorgeschichte: Martina Raschke kandidierte bei der Kommunalwahl 2020 als Bürgermeisterin für die Grünen. Dafür trat sie der Partei im November 2019 bei. Ihr Engagement im Wahlkampf wurde belohnt: Mit 18 Prozent der Stimmen fuhr sie nach dem wiedergewählten Amtsinhaber Michael Müller (CSU) das beste Ergebnis ein. Die Grünen gewannen zwei Stadtratsmandate hinzu und haben seit vergangenem Mai fünf Sitze in dem Gremium. Beate Paulerberg, Volker Witte und Prof. Dr. Detlev Ringer wurden wiedergewählt. Neu hinzu kam neben Raschke der ehemalige Jugendrat Peter Curtius.

Zunächst erhielt Raschke den Posten der Fraktionsvorsitzenden. Ringer wurde ihr Stellvertreter. Vergangene Woche gab es wie berichtet überraschend einen Wechsel an der Spitze. Vor der Stadtratssitzung wählte die Fraktion Curtius zu ihrem Chef, Paulerberg ist seither dessen Vize. Laut Raschke und Ringer lag das Abstimmungsergebnis bei 3:2. Das lässt bereits vermuten, dass das Duo seinen Platz nicht freiwillig geräumt hat.

„Im Grundsatz unterscheidet sich unsere strategische Ausrichtung“, sagt Raschke. Sie habe aus der Opposition heraus arbeiten wollen. Von grundsätzlichen Kooperationen mit anderen Fraktionen hält sie nichts. Dass die anderen Fraktionsmitglieder einen anderen Weg gehen wollen, darüber habe es jedoch kein gemeinsames Gespräch gegeben. „Wir haben das über den Orts- und Kreisverband erfahren“, sagt Raschke. „Ich hätte mir den direkten Kontakt gewünscht.“ Enttäuscht habe sie auch, dass sich die jeweiligen Vorstände nicht eingeschaltet hätten. „Wir sollten unsere Probleme fraktionsintern lösen“, berichtet Raschke. Als Mediatorin, die sie von Beruf ist, wisse sie aber, dass dies ohne unparteiischen Dritten nicht zielführend wäre. Aus diesen Gründen kommt sie zu dem Schluss: „Ich sehe meine Heimat nicht in der Partei.“

Ringer dagegen ist bei den Grünen „länger verwurzelt“, wie er sagt. „Ich bleibe dabei.“ Die Fraktion zu verlassen, kommt für beide nicht infrage. „Wir werden unsere Arbeit weitermachen“, sagt Raschke. Auch wenn sie künftig parteiloses Stadtratsmitglied ist, vertrete sie die grüne Politik weiterhin und wolle die Versprechen erfüllen, die sie ihren Wählern gegenüber gegeben hat. Wie es innerhalb der Fraktion weitergeht, „werden wir uns anschauen“, so Ringer. Einen konkreten Plan hätten sie nicht. „Wir sehen uns nicht in der Bringschuld.“

sw

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