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Den Grundstein für das Wohn- und Geschätsgebäude „Puls G“ am Karl-Lederer-Platz in Geretsried legten Polier Josef Bialek (v. li.), Architekt Klaus Kehrbaum, Eva-Karolina und Elke Krämmel, Anna-Maria Günther mit Baby Antonia, Reinhold Krämmel, Bürgermeister Michael Müller und Korbinian Krämmel.

Bauen in anderen Dimensionen

Grundstein gelegt: Geretsrieder Zentrumsentwicklung beginnt

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Der Grundstein für die Zentrumsentwicklung ist gelegt: Familie Krämmel füllte am Mittwoch die Zeitkapsel für das Projekt „Puls G“ am Karl-Lederer-Platz. Das Unternehmen nannte erstmals die Investitionssumme: weit über 20 Millionen Euro.

Geretsried – Eine Baustelle gleicht gewöhnlich einem Wimmelbild, auf dem es an jeder Stelle etwas zu sehen gibt. Am Mittwoch ergab sich die seltene Gelegenheit, dass wirklich alle Augen auf einen Punkt gerichtet waren. Polier Josef Bialek und Bauleiter Marius Bialek gossen eine silberne Zeitkapsel in Beton. Rund 50 Männer und Frauen wohnten der Grundsteinlegung am Baugrund des Wohn- und Geschäftshauses „Puls G“ bei.

„Dimensionen des Projekts sind schon erkennbar“

„Wir haben uns gegen einen Spartenstich und für die Grundsteinlegung entschieden, weil man da schon ein bisschen was von der Baustelle sieht“, erklärte Korbinian Krämmel, Geschäftsführer des gleichnamigen Familienunternehmens, das das neue Gebäude am Karl-Lederer-Platz errichtet. Die Abrissarbeiten haben im Mai begonnen, inzwischen sind die Tiefbauarbeiten abgeschlossen und es geht an den Rohbau. „Jetzt sind die Dimensionen des Projekts schon erkennbar“, sagte Krämmel.

Wie berichtet wurden in dieser Woche Erdkollektoren in der Baugrube verlegt, die später zur Wärmeerzeugung im Haus genutzt werden. Sie waren am Mittwoch bereits von einer Betonschicht verdeckt. „In zwei Wochen soll etwas von Gebäude aus dem Boden herausragen, wenn die Decke des zweiten Untergeschosses gebaut wird“, so Krämmel. Nächstes Jahr sei der zweite Bauabschnitt mit der Tiefgarage unter dem Platz geplant. „Puls G“ solle im zweiten Halbjahr 2019 eröffnet werden.

Kapselinhalt spiegelt Zeitgeist wider

Wie es Brauch ist, füllte Korbinian Krämmel die Zeitkapsel, auf der das Datum der Grundsteinlegung und der Name des Projekts eingraviert ist, mit Gegenständen, die den Zeitgeist und das Bauvorhaben widerspiegeln: einen Krämmel-Meterstab, zwei exemplarische Pläne des Architekten Klaus Kehrbaum, eine aktuelle Ausgabe des Geretsrieder Merkur und der Süddeutschen Zeitung, Münzen und die Gästeliste der Grundsteinlegung. Auch Fotos kamen in die Zeitkapsel: Eines zeigt drei Krämmel-Generationen auf der Baustelle, weitere verdeutlichen die Entwicklung des Karl-Lederer-Platzes.

„Puls G“ ist der Beginn der Umgestaltung des Stadtzentrums. Es soll ein Blickfang werden und Platz für Supermarkt, Dienstleister und Wohnungen bieten.

Die Rede von Reinhold Krämmel fand ebenfalls Platz im Grundstein. Er hatte herausgestellt, dass „Puls G“ mit einer Investitionssumme von weit über 20 Millionen Euro kein renditeorientiertes Projekt, sondern auf Nachhaltigkeit ausgelegt sei. „Es ist das Wesen unserer Familie, dass wir über Generationen hinweg an einem Strang ziehen.“

Wissenschaft von Konzept begeistert

Das zeigt übrigens auch die netzneutrale Planung des Gebäudes, bei der das Unternehmen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird und mit der Hochschule München zusammenarbeitet: Mit den energetischen Maßnahmen übernehme man eine Vorreiterrolle, sagte Korbinian Krämmel. „Das hat bereits die Begeisterung wissenschaftlicher Foren geweckt.“

Wohin der betonierte Grundstein samt Zeitkapsel kommt, steht indes noch nicht fest. Er wird vorerst nicht in der Baugrube landen. Der Geschäftsführer überlegt nämlich, ihn an einer Stelle in der Wand oder im Gebäude zu platzieren, wo er im täglichen Gebrauch sichtbar ist. „Ich habe verschiedene Ideen“, sagte Krämmel. 

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