Symbolische Grundsteinlegung für das BGZ2 und das neue Sparkassengebäude im Zentrum der Stadt Geretsried.
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Grundsteinlegung in der Baugrube: Nur im kleinen Kreis kamen die Bauherren von BGZ2 und Sparkasse mit geladenen Gästen zusammen, um die Zeitkapsel zu versenken. Richtfest soll in etwa einem Jahr gefeiert werden.

Zeitkapsel mit Corona-Makse

Grundsteinlegung für zwei "attraktive Gebäude" in Geretsried

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Sie wird einbetoniert und vielleicht in 50 oder 100 Jahren wieder ausgegraben: Die prall gefüllte Zeitkapsel, die bei der symbolischen Grundsteinlegung für das BGZ 2 und das Sparkassen-Gebäude am Mittwochvormittag versenkt worden ist.

  • Im Geretsrieder Stadtzentrum wird fleißig gebaut
  • Die Baugenossenschaft und die Sparkasse investieren Millionenbeträge
  • In einem Jahr soll Richtfest gefeiert werden

Geretsried – Die Baugenossenschaft (BG) errichtet an der Egerlandstraße einen modernen Wohn- und Geschäftskomplex. Dafür musste der Altbau aus den 1950er-Jahren weichen. „Die nötig gewesene Generalsanierung hätte einige Millionen Euro gekostet, ohne dass grundlegende Probleme hätten gelöst werden können“, erklärte BG-Geschäftsführer Wolfgang Selig. Gebaut werden nun 93 Wohnungen, zwei größere Gewerbeeinheiten (Mieter sind Aldi und Rossmann) und drei kleinere, eine Gastronomiefläche sowie etwa 220 unterirdische Stellplätze, von denen ein Großteil öffentlich nutzbar sein soll. Sie sollen mit der Tiefgarage unter dem Karl-Lederer-Platz verbunden werden. Besonders stolz sei man darauf, dass drei betreute Wohngruppen für Menschen mit leichten Behinderungen eingerichtet werden.

Alle ziehen an einem Strang

Für Selig zeichnet sich das Bauvorhaben dadurch aus, dass viele Beteiligte unter einer einheitlichen Zielsetzung zusammenarbeiten. Das sei nicht immer so. Oftmals könnten oder wollten sich Grundstückseigentümer in Ortszentren nicht miteinander verständigen. Die Folge: Innenstädte verlieren an Frequenz, es kommt zu Leerständen. Manchmal herrsche auch in der Kommunalpolitik kein Einvernehmen darüber, in welche Richtung sich eine Gemeinde oder Stadt entwickeln soll. Für Selig sind das die Hauptgründe, warum auf der grünen Wiese Einkaufszentren und Malls entstehen. „Das ist in Geretsried anders“, sagte der Geschäftsführer, „zum Glück.“

Sparkasse investiert rund 13 Millionen Euro

Das neue Sparkassen-Gebäude wird mit seinen bis zu sieben Vollgeschossen ein markanter Kontrapunkt. Rund 13 Millionen Euro lässt sich das Kreditinstitut den Neubau mit Gewerbeflächen für das hauseigene Beratungs- und Immo-Center, einer Ladenfläche und 24 Wohnungen kosten. „Als die Entwicklungen der Stadtmitte greifbar wurden, hatten wir – offen gestanden – einen Umbau oder gar einen Neubau nicht auf dem Schirm“, bekannte die Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Renate Waßmer. „Aber es war uns schnell klar, dass wir uns miteinbringen möchten.“ Der Neubau sei ein klares Bekenntnis zum Standort und zum Geschäftsgebiet der Sparkasse. „Wir freuen uns auf die Neue Mitte, auch wenn uns die Baustelle noch einige Zeit begleiten wird“, ergänzte Vorstandsmitglied Christian Spindler.

Noch brauche man viel Fantasie, wie es einmal werden soll, meinte Vize-Bürgermeisterin Sonja Frank angesichts der riesigen Baugrube. Aber mit den beiden Neubauten „wird unsere Neue Mitte um gleich zwei attraktive Gebäude reicher“. Die derzeit amtierende Rathauschefin wünschte Bauherren und Nachbarn einen langen Atem und gute Nerven. „Die Stadt wird weiterhin mit unterstützenden Maßnahmen des Baustellenmarketings den Gewerbetreibenden und den Anwohnern zur Seite stehen“, so Frank. BG-Geschäftsführer Selig gab der Bürgermeisterin einen Wunsch mit auf den Weg: „Es wäre schön, wenn sich der Stadtrat in näherer Zukunft auf ein Parkraumkonzept verständigen könnte.“ Darüber hatte zuletzt Uneinigkeit geherrscht.

Zeitkapsel mit Erinnerungen an 2020

Besagte Kapsel enthält Zeitungen, Fotos und Euromünzen, „für den Fall, dass beim Abbruch des Gebäudes eine andere Währung existieren sollte“, meinte Selig. Auch eine „Corona-Maske“ habe man mit eingepackt. Zur Erinnerung an ein Wort, das vielleicht „in 50 oder 100 Jahren keiner mehr kennt“.

nej

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