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In großer Runde präsentierten die Gymnasiasten im großen Sitzungssaal des Rathauses ihre Seminararbeiten, im Vordergrund Oberstudiendirektor Dr. Hermann Deger.

Eine beeindruckende Vielfalt

Gymnasiasten präsentieren ihre Seminararbeiten

Geretsried – Die Vorführung zeigt eine beeindruckende Vielfalt: Die Schüler des Gymnasiums Geretsried haben ihre Seminararbeiten präsentiert.

Von Inzest bis Schlaf, von Street Art bis zum selbstgebastelten Laserscanner: Die zwölften Klassen des Gymnasiums Geretsried überraschten auch dieses Jahr mit außergewöhnlichen Praxisarbeiten, die sie im Rahmen des Projekt-Seminars, kurz P-Seminar, in den vergangenen Monaten erstellt hatten. „Es ist ein sehr, sehr schöner Anlass für die Schüler, hier mit professionellen technischen Möglichkeiten die Arbeiten präsentieren zu können“, sagte Schulleiter Dr. Hermann Deger anlässlich der Vorstellung von neun ausgewählten Arbeiten im voll besetzten Sitzungssaal des Geretsrieder Rathauses.

Was haben die Fantasy-Serie „Game of Thrones“, das Historiendrama „Borgias“ und die Nibelungensage gemeinsam? In allen Geschichten spielen inzestuöse Beziehungen eine große Rolle. Die geschlechtliche Liebe zwischen engen Verwandten (nach deutscher Rechtssprechung eine Straftat) und die Faszination, die seit Jahrtausenden von ihr ausgeht, untersuchte Miriam Mähner in ihrer Arbeit „Der unbewusste Inzest“. Julia Brechtelsbauer widmete sich dem Thema „Städte 3.0 – nachhaltige Stadtentwicklung als Herausforderung für die Zukunft“. Sie machte am Beispiel Münchens deutlich, wie durch gezielten Ausbau von Radwegen und verstärktem Einsatz von Fahrrädern der Co2-Ausstoß erheblich verringert werden kann und kommt zu dem Schluss: „Der Radverkehr stellt die Mobilität der Zukunft dar.“

Als Technikspezialisten gaben sich Julian Meyer und Tobias Baumgartner zu erkennen. Meyer setzte sich mit dem Thema Fliegen und hier speziell mit Sinn und Zweck von Teleskop-Tragflügeln auseinander. Baumgartners Ziel war es, einen „3D-Scanner für den Hobbybereich“ zu entwickeln. Im Ergebnis erfordere das noch eine sehr zeitintensive, manuelle Nachbearbeitung. Aber, so Baumgartner: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir Objekte in Scanner stecken.“

Ausgehend von dem mit Bierbänken verbarrikadierten Küchenfenster ihres Elternhauses in Kairo zeigte Miriam El-Mahdi auf, warum es in der arabischen Welt zum Umbruch kam und letztlich alle Hoffnung auf Veränderung doch wieder zerstört wurde. Wie man mit „Street Art“ auf politische Konfliktsituationen Einfluss nehmen kann, vermittelte Lisa Napiletzki am Beispiel des britischen Street-Art-Künstlers Banksy. „Wenn man solche Bilder auf der Mauer sieht, dann kann man das als Tourist nicht einfach ausblenden“, sagte Napiletzki. Das Geheimnis des Schlafes versuchte Hannah Zanth zu entschlüsseln. Die Frage, wie ein Mensch mit zwei Filmen zur Kultfigur aufsteigen kann, beschäftigte Aaron Groß, der sich unter dem Thema „Jugend im Widerspruch“ dem Phänomen James Dean (und welche wesentlichen Konflikte des Jugendalters er in seinen Filmen verkörperte) widmete.

Lukas Holdschik musste sich bei seinem Projekt „Vom Panorama zum lebendigen 360-Grad-Video“ zwar mit Reden begnügen. Die Technik streikte, als der Gymnasiast vorführen wollte, wie er „Bildmaterial zu kleinen Planeten verformt“. Viel Applaus erhielt er trotzdem, ebenso wie seine acht Mitstreiter vor der großen Leinwand. „Ich bin zutiefst beeindruckt von der Vielfalt und den Vorträgen“, lobte Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl. Ihm habe besonders imponiert, dass die Jugendlichen sich „nicht sklavisch an Power Point gehalten, sondern frei und mit rhetorischer Überzeugungskraft vorgetragen haben. Ich fand es hervorragend.“

von Rudi Stallein

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