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Begabte Jungmanager: Sebastian Rupp (li.) und Marinus Schubert vom Geretsrieder Gymnasium.

Jungmanager starten durch

Gymnasium Geretsried: Zwei Schüler rechnen gut und stehen im Halbfinale

  • Volker Ufertinger
    VonVolker Ufertinger
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Gut rechnen und Entscheidungen treffen: Das taten zwei Schüler des Gymnasiums Geretsried bei einem Wettbewerb. Jetzt stehen sie im Halbfinale.

Geretsried – Man stelle sich vor, man hätte 1,2 Millionen Euro Startkapital und müsste damit einen erfolgreichen Smoothie entwickeln. Vor genau dieser Aufgabe standen Sebastian Rupp und Marinus Schubert von der Q11 des Geretsrieder Gymnasiums. Sie stellten sich so geschickt an, dass sie jetzt im Halbfinale des Planspiel-Wettbewerbs „Play the Market“ stehen. Sprich: Sie gehören zu den 90 von über 2000 Schülern bayernweit, die daran teilgenommen haben.

Die beiden Wolfratshauser, je 17 Jahre alt, haben dieses als sehr realistisch geltende Planspiel in ihrem P-Seminar am Geretsrieder Gymnasium kennengelernt. Bei einer Pressekonferenz am Gymnasium erzählten sie: „Anfangs haben wir Bauchentscheidungen getroffen.“ Dazu zählte, dass sie sich in ihre potenziellen Kunden hineinversetzten und sich fragten, was diese von einem Smoothie erwarten würden. „Uns war klar, dass die etwas für ihre Gesundheit tun wollen und auf Qualität Wert legen. Deswegen bestehen unsere Smoothies zu 90 Prozent aus Öko-Anteilen.“ Das erwies sich als goldrichtig.

Später mussten sie das tun, was von Unternehmern verlangt wird: Gut rechnen und konsequent Entscheidungen treffen. Rupp und Schubert stellten Mitarbeiter ein, investierten in die Gesundheitsprävention ihres Personals, machten im großen Stil Werbung und nahmen schließlich viel von ihrem virtuellen Geld für einen Marktforschungsbericht in die Hand. Bei all diesen Entscheidungen unterlief den Chefs von „Mobama Inc.“ – so nannten sie sich – praktisch kein Fehler. Dass die zwei Talent haben, steht also jetzt schon außer Zweifel. Und Lust auf diese Art von Job haben sie auch: „Das ist schon mein Ding“, sagte Marinus Schubert. Übrigens: Die Pressekonferenz ist Teil von „Play the Market“, so etwas gehört mittlerweile für Jungmanager dazu. Sie bringt ihnen einen Bonus von 20 Prozent für das Halbfinale.

Valentina Horch von Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft erklärte, was es mit diesem Planspiel auf sich hat. „Nachdem unternehmerisches Denken im Curriculum noch nicht so richtig verankert ist, dient ,Play the Market’ seit 25 Jahren dazu, Brücken zwischen den Schulen und der Wirtschaft zu schlagen.“

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Das Halbfinale findet vom 17. bis 19. Mai in Pullach statt. Alle Teilnehmer fangen wieder bei Null an. Die Aufgabe wird darin bestehen, Sneakers auf dem Markt zu platzieren. „Es wird knackig zur Sache gehen“, versprach Horch. Die Sieger werden wieder eine Pressekonferenz geben – diesmal in der Deutschen Bank – und nach New York fliegen.

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Schuldirektor Christoph Strödecke sieht „Play the Market“ als Beispiel dafür, dass es am Gymnasium praxisorientierter zugeht, als man gemeinhin glaubt. „Es heißt ja immer, dass bei uns die Schüler mit Theorie und unbrauchbarem Wissen vollgestopft werden. Das stimmt nicht, wie man hier sieht.“ Strödecke bedauerte, dass es das Spiel zu seiner Zeit noch nicht gegeben hat. „Sonst hätte ich mich vielleicht mehr für Wirtschaft interessiert.“ 

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