Bürgermeister zerschneiden rotes Band zur Eröffnung des Hallenbads Geretsried
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Symbolkraft: Bürgermeister Michael Müller teilte sich die Schere mit seiner Vorgängerin Cornelia Irmer. Außerdem haben die Bürgermeister der Nachbarkommunen und Landrat Josef Niedermaier das rote Band zum neuen Hallenbad durchschnitten.

„Danke für den Mut“

Hallenbad Geretsried: Ein Gemeinschaftsprojekt wird gemeinsam eröffnet

Am neuen Hallenbad Geretsried haben viele Menschen mitgewirkt. Das wurde beim Festakt zur offiziellen Eröffnung deutlich. Und künftig sollen viele davon profitieren.

Geretsried - Geretsried – Neun Scheren waren am Freitagnachmittag nötig, um das rote Band, das vor dem Eingang zum neuen Hallenbad Geretsried gespannt war, zu zerschneiden. Damit zeigte Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller, dass das Bad zwar in der größten Stadt im Landkreis steht, sie Bauherrin war und finanziell den Löwenanteil trägt. Umgesetzt werden konnte das 19-Millionen-Euro-Projekt aber nur gemeinschaftlich. „Heutzutage ein Hallenbad zu bauen, ist eine Herausforderung. Es zu betreiben ist eine noch viel größere Herausforderung.“, stellte der Rathauschef am Freitag bei der offiziellen Eröffnung des neuen Hallenbads mit 120 Gästen fest.

Die Kommunen des Nordlandkreises und der Landkreis beteiligten sich an den Investitionskosten und tragen zum Teil auch das zu erwartende Betriebskostendefizit mit. So erhielten Landrat Josef Niedermaier sowie die Bürgermeister beziehungsweise Bürgermeister-Stellvertreter von Wolfratshausen, Dietramszell, Egling, Königsdorf, Eurasburg, Münsing und Icking je eine Schere. Müller teilte sich seine mit Altbürgermeisterin Cornelia Irmer. „Der Anstoß kam damals von Dir“, so Müller.

Entscheidung war Stadträten nicht leicht gefallen

Damals – das war vor über zehn Jahren, in denen es „viele Diskussionen und Abstimmungsrunden“ gab, sagte Geretsrieds Rathauschef. Der Landrat, gelernter Bäcker, griff das auf und erzählte von seinem Lehrer in der Meisterschule. „Buam, merkt euch eins“, habe der gesagt. „Wenn’s einfach geht, dann kann’s jeder.“ Mit Blick auf die hohen Kosten für eine rechtlich gesehen freiwillige Leistung von Kommunen sei die Entscheidung für den gemeinschaftlichen Neubau vielen Stadträten nicht leicht gefallen. Niedermaier: „Danke für den Mut und die Überwindung von Argumenten, die nicht unberechtigt sind. Es ist eine Investition in die Sicherheit, ins Schwimmenlernen unserer Jugend.“ Landrat und Bürgermeister waren sich einig: Das interkommunale Projekt könnte eine langfristige Grundlage, ein Vorbild für weitere sein.

Schlüsselübergabe: Bauherrin des Hallenbads war die Stadt Geretsried, betreiben werden es die Stadtwerke. Bei der offiziellen Eröffnung übertrug Bürgermeister Michael Müller (re.) die Verantwortung symbolisch an Stadtwerke-Leiter Jan Dühring. Formal geregelt wurde das bereits zum 1. September.

Müller nannte das neue Bad ein „Schmuckstück“, betonte jedoch, dass es sich in erster Linie um ein Schulbad handle. Aber auch Vereine und Bürger würden partizipieren. „Am Ende ist es ein Gewinn für alle“, so der Bürgermeister. Die Verantwortung dafür tragen seit 1. September die Stadtwerke, die das Bad betreiben werden. Symbolisch überreichte Müller dem Leiter der Stadtwerke, Jan Dühring, einen Schlüssel. „Damit übertrage ich Ihnen die Verantwortung“, so Müller. Dühring dankte für das Vertrauen und sagte, er freue sich, „sie alle bald bei uns begrüßen zu dürfen“. Gerade in der Anfangszeit hoffe er auf Anregungen, bat Dühring um Feedback.

Den interkonfessionellen Segen spendeten (v. li.) die Erzpriester Georgios Vletsis und Apostolos Malamoussis (griechisch-orthodoxe Gemeinde), Pastoralreferentin Julia Majores (katholische Stadtkirche) und Pfarrer Dr. Theo Heckel (ev.-luth. Kirchengemeinde).

Müller hatte kurz zuvor übrigens einen anderen symbolischen Schlüssel überreicht bekommen, aus Meissner Porzellan, der einen Ehrenplatz bekommen soll. Er stammt aus Sachsen, so wie die durchführende Projektgesellschaft Bauconzept. „Danke, dass die Stadt einen so langen Atem hatte“, sagte Prokuristin Antje Naumann.

Und noch eine weitere Zusammenarbeit gab es bei der Eröffnung: Pastoralreferentin Julia Majores von der katholischen Stadtkirche, der evangelische Pfarrer Dr. Theo Heckel und die beiden Erzpriester Georgios Vletsis und Apostolos Malamoussis von der griechisch-orthodoxen Gemeinde baten um den interkonfessionellen Segen für die neue Schwimmhalle. Für letztere spielt das Geretsrieder Bad eine besondere Rolle, vollziehen sie doch dort jedes Jahr im Januar die traditionelle Gewässerweihe. Die beiden Erzpriester überreichten Müller eine Christus-Ikone für den Bademeisterstützpunkt „zum Schutz Gottes für alle die hier Arbeiten und Baden wollen“.

Erstmeldung von Freitag, 12. September

Bürgermeister Michael Müller hat nachgerechnet: Genau 4189 Tage sind seit der grundsätzlichen Entscheidung zum Hallenbad-Neubau vergangen. Die Planung und der Bau des interkommunalen Projekts hatte einige Tiefs, umso größer war die Freude am Freitagnachmittag an der Adalbert-Stifter-Straße: Müller eröffnete das neue Hallenbad offiziell – dazu erklang die Wassermusik von Georg Friedrich Händel.

Der Geretsrieder Rathauschef sprach am Freitag von 19 Millionen Euro Baukosten. Er nannte das neue Bad ein „Schmuckstück“, betonte aber auch, dass es sich primär um ein Schul- und Sportbad handle. An dem Festakt nahmen unter anderem Landrat Josef Niedermaier und Vertreter der beteiligten Kommunen im Nordlandkreis teil. An diesem Wochenende bietet das Hallenbad-Team Führungen an (nur mit Anmeldung). Der öffentliche Badebetrieb startet am Dienstag, 14. September.

sw

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