Spiegelglatt ist die Wasseroberfläche im Wettkampfbecken – noch. Nächste Woche können Bürger ihre Bahnen ziehen.
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Spiegelglatt ist die Wasseroberfläche im Wettkampfbecken – noch. Nächste Woche können Bürger ihre Bahnen ziehen.

Erst schauen, dann schwimmen

Hallenbad Geretsried: Der große Tag steht unmittelbar bevor

Eine Eröffnung in Corona-Zeiten: Nach Jahren der Diskussion und Bauarbeiten geht das neue Hallenbad in Betrieb. Am Wochenende gibt es öffentliche Führungen mit Anmeldung, Schwimmen kann man ab Dienstag.

Geretsried – Die Technik funktioniert, das Wasser fließt, die Wimpelketten hängen: Das Hallenbad Geretsried ist bereit zur Eröffnung. Für Freitag hat Bürgermeister Michael Müller Ehrengäste zu einem offiziellen Festakt eingeladen. Am Wochenende bietet die Stadt kostenlose Führungen an. Und ab Dienstag, 14. September, startet der öffentliche Schwimmbetrieb.

Vier Becken, zwei Sprungbretter und 582 Quadratmeter Wasserfläche warten auf die Besucher. Das Bad ist auf den Schul- und Sportbetrieb ausgerichtet, es gibt aber Sprudelliegen und eine Elefantenrutsche für kleine Kinder. Das Bad ersetzt das über 40 Jahre alte und marode Hallenbad an der Jahnstraße, das wie berichtet bereits geschlossen wurde. Der Neubau an der Adalbert-Stifter-Straße kostete mehr als ursprünglich angenommen. Zuletzt nannte das Ingenieurbüro eine Gesamtsumme von etwa 18,7 Millionen Euro. Im Oktober 2017 lag die Kostenprognose bei 15,3 Millionen Euro.

Corona: Schwimmen am Eröffnungswochenende nicht möglich

Der Freistaat fördert das Schwimmbad mit 4,2 Millionen Euro. Außerdem sind an dem interkommunalen Projekt die Stadt Wolfratshausen, die Gemeinden Dietramszell, Egling, Eurasburg, Icking, Königsdorf, Münsing sowie der Landkreis beteiligt. Gemeinsam mit Landrat Josef Niedermaier und den Bürgermeistern aus dem Nordlandkreis wird Rathauschef Müller das Bad am kommenden Freitag offiziell eröffnen.

Ins Wasser springen kann an diesem Tag noch niemand. „Das Risiko, dass alle dichtgedrängt bei einem Schwimm-/Sprung-Highlight am Beckenrand stehen und zuschauen wollen, war einfach zu hoch“, erklärt Ute Raach, Geschäftsleiterin im Rathaus. Die Gestaltung des Programms sei durch die in letzter Zeit stets ändernden Corona-Regelungen problematisch gewesen. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum es kein Wettschwimmen geben wird (siehe unten). In den vergangenen Jahren hatte Landrat Josef Niedermaier Dritten Bürgermeister Gerhard Meinl immer wieder herausgefordert.

Anmeldung zur öffentlichen Führung

Schwimmen wird auch am Wochenende noch nicht möglich sein. Jeder, der möchte, kann aber einen ausgiebigen Blick in den Neubau werfen. Das Hallenbad-Team lädt am Samstag und Sonntag, 11. und 12. September, jeweils von 10 bis 14 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Eine Anmeldung ist erforderlich unter der Telefonnummer 0 81 71/2 46 95 04. Es gilt die „3G-Regel“. Jede Führung dauert zirka 40 Minuten und deckt auch den technischen Bereich des Bads ab. Für jeden Besucher gibt es ein kleines Geschenk, kündigt die Stadt an.

Neben dem neuen Hallenbad hat die Stadt ein Parkdeck mit 231 Parkplätze auf drei Ebenen errichtet. Auch das ist ab Samstag, 11. September, für jedermann frei zugänglich. In der ersten Zeit wird die Nutzung noch kostenlos möglich sein.

Der öffentliche Schwimmbetrieb startet am Dienstag. Die Eintrittspreise hat der Stadtrat kürzlich festgelegt. Es gelten zunächst vorläufige Öffnungszeiten: Montag, 6 bis 9 und 20 bis 22 Uhr; Dienstag, 13 bis 17.30 Uhr; Mittwoch, 13 bis 16 Uhr; Donnerstag, 6 bis 8.30 und 14 bis 17.30 Uhr; Freitag, 14 bis 22 Uhr; Samstag, 9 bis 21 Uhr; Sonntag, 9 bis 20 Uhr. Diese werden nach den ersten Erfahrungen sicherlich nochmal angepasst, so Raach. „Am Ende des Tages sollen alle Bedürfnisse von Schulen, Vereinen und auch breiter Öffentlichkeit bedient werden.“ Die Stadt freue sich auf das Feedback aller Nutzer des Bades.

sw

Top, die Wette gilt ?

„Wenn das Bad steht, schwimme ich 1000 Meter mit dir um die Wette. Und ich bin vor dir da“: Das sagte Landrat Josef Niedermaier bei einer Sondersitzung des Geretsrieder Stadtrats im April 2013 zu Vize-Bürgermeister Gerhard Meinl. Beim ersten Spatenstich, bei der Grundsteinlegung und beim Richtfest auf der Baustelle an der Adalbert-Stifter-Straße bekräftigte Niedermaier sein Angebot nochmal mit Blick auf die Eröffnung. Und auch jetzt, wo es soweit ist, gilt die Wette für den Landrat noch. „Ich stehe zur Verfügung und würde auch einen Vorsprung gewähren“, sagt der Triathlet auf Nachfrage unserer Zeitung. Beim Festakt mit geladenen Gästen am Freitag wird das allerdings nichts – Meinl kann nicht daran teilnehmen. „Ich habe einen Termin im Deutschen Orden“, erklärt der Dritte Bürgermeister am Telefon. Wichtig an diesem Tag seien aber ohnehin die Bürgermeister der beteiligten Kommunen und der Landrat. Er hoffe nur, dass er nach der Eröffnung noch ein Badeentchen bekomme. „Die standen im Rathaus, als ich zuletzt dort war, aber ich durfte mir keins nehmen“, erzählt Meinl. Ob das mit dem Wettschwimmen irgendwann klappt? „Kann sein“, antwortet Meinl. Ihm sei es aber nie um das „Sparifankerl“, sprich das Wettschwimmen, gegangen, sondern den Hintergrund dieser Herausforderung, nämlich um die vertraglichen Voraussetzung für das interkommunale Hallenbad und damit das finanzielle Wohlergehen der Stadt Geretsried. Die Vereinbarung mit Landkreis und Kommunen, dass die Schulen das Bad nutzen, sei etwas völlig Neues gewesen und die Beteiligten hätten sich schwer damit getan. Dass das Projekt nun zum Abschluss gekommen ist, sei „bemerkenswert“. 

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Weitere Informationen zum Hallenbad auf der Homepage der Stadt.

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