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Ist das interkommunale Hallenbad noch zu retten? In der Geretsrieder CSU mehren sich die Stimmen, nicht länger auf Wolfratshausen zu warten und neben dem Schulzentrum ein eigenes kleineres Bad zu bauen.

„Wir müssen langsam zu Potte kommen“

Hallenbad: CSU will eher nicht auf Wolfratshausen warten

Geretsried – Die CSU tendiert eher dazu, ein kleines städtisches Hallenbad zu bauen als auf einen Bürgerentscheid in Wolfratshausen zu warten. Am Stammtisch der Partei am Sonntag mit vielen Gästen aus der Nachbarstadt gab es aber auch Stimmen, die diesen letzten Strohhalm gerne ergreifen würden.

Er habe in den vergangenen Tagen eine halbe Stunde länger als sonst zum Einkaufen gebracht, sagte CSU-Ortsvorsitzender und Stadtrat Ewald Kailberth. So oft sei er von Bürgern auf die Zukunft des Hallenbads angesprochen worden. Fast alle hätten sich gewünscht, Geretsried würde sich nach der Absage aus Wolfratshausen vom Traum eines interkommunalen Bads verabschieden und sein eigenes Bad bauen.

Kailberth selbst könnte sich zumindest eine abgespeckte Version des interkommunalen Projekts zusammen mit den Nordlandkreis-Gemeinden vorstellen. „Unser jetziges Schwimmbad steht auf der Kippe. Wir müssen langsam mal zu Potte kommen“, findet Kailberth. Er bezweifelt, dass das von einigen Wolfratshausern geplante Bürgerbegehren rechtlich zulässig ist. „Der Betriebskostenzuschuss ist eine haushaltsrelevante Angelegenheit. In eine solche darf ein Bürgerbegehren nicht eingreifen“, hat sich der CSU-Chef informiert. Die Idee der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW), ein gemeinsames Spaßbad auf dem Grundstück in Buchberg zu errichten, hält er für „so was von vorbei und daneben“.

Für Stadtrat Franz Wirtensohn wäre ein Bürgerbegehren, „wie wenn du einen Hund zur Jagd tragen musst“. Man sollte die Entscheidung der von den Bürgern gewählten Wolfratshauser Stadträte akzeptieren. Auch Sabine Lorenz möchte ungern noch weitere Jahre verplempern. Sie will am Dienstag in der Stadtratssitzung dafür stimmen, dass Geretsried so schnell wie möglich sein eigenes Bad in Angriff nimmt. Seniorenreferentin Sabine Gus-Mayer ergänzte: „Das sind wir unseren Bürgern schuldig.“

Gast Nikolaus Sappl erinnerte an die jährlichen Kostensteigerungen, die bei jedem großen Vorhaben anfallen würden. Fraktionssprecher Volker Reeh dagegen würde den Nachbarn „die knappste Zeit geben“ für ein Bürgerbegehren. Ob es zielführend sei, bezweifle aber auch er. Bürgermeister Klaus Heilinglechner sei gegen die Beteiligung. Reeh: „Er wird seiner Verwaltung bei einem positiven Entscheid sagen: Schaut’s mal, wie wir das ablehnen können.“

Gewundert, so Reeh, habe er sich über die jüngsten Aussagen von BVW-Räten, die Loisachstadt sei von Geretsried „über den Tisch gezogen worden“. Stadtrat Wolfgang Möckel gab zu bedenken, dass Geretsried bereits 1,2 Millionen Euro in die Planung eines interkommunalen Bads gesteckt habe. Das wäre es seiner Meinung nach wert, den Ausgang eines Bürgerbegehrens abzuwarten. Dafür spricht sich auch der ehemalige FDP-Stadtrat Ernst Walko aus. Die Wolfratshauser Bevölkerung stehe hinter dem Projekt, glaubt er, ebenso die kleineren Nordlandkreis-Gemeinden: „Wir würden einen Großteil dieser Menschen enttäuschen, sollten wir nur ein eigenes Bad bauen.“

Die Wolfratshauser CSU-Ortsvorsitzenden Susanne Thomas und Robert Namyslo waren extra zum Stammtisch in den Gasthof Geiger gekommen, um die Parteikollegen um Geduld zu bitten. Der Ortsverband unterstütze ein Bürgerbegehren, so Thomas. „Euer Bad wird schon nicht gleich zambrechen“, meinte Namyslo.

Im Übrigen stamme die Idee eines interkommunalen Spaßbads nicht von der Bürgervereinigung, sondern von ihm, sagte Namyslo. Er habe schon vor längerem ein Freibad nach dem Vorbild von Nabburg-Perschen vorgeschlagen. Es könnte auf dem Grundstück am Autobahnzubringer entstehen.

von Tanja Lühr

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