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Handwerk im Vordergrund: Der Waldramer Adventsmarkt hat einen ganz eigenen Charme.

Handwerklicher Adventsmarkt

Waldram wimmelt

Waldram - Besinnliche Musik, Pflaumentraum, Schmackhaftes aus dem Platzerl-Himmerl: Der bei seiner Premiere vor Jahren skeptisch beäugte handwerkliche Adventsmarkt ist längst ein Renner in der Vorweihnachtszeit.

Die 47-jährige Illustratorin hätte sich am Samstagnachmittag wohl keinen passenderen Ort als den Stand der Stadtbibliothek am „Handwerklichen Adventsmarkt“ in Waldram aussuchen können. Denn ihr vor Kurzem erschienenes Buch „Wolfratshausen wimmelt“ (wir berichteten) hat sich mindestens ebenso schnell verkauft wie die heißen Bratwürste am Stand des Schützenvereins Stoarösl Waldram. Trotz frostiger Temperaturen signierte die Münchnerin ohne Handschuhe fleißig ihr mittlerweile zweites Wimmelbuch.

Werner Henschelchen, Vorsitzender der DJK Waldram, und seine Frau Sabine waren die ersten, die sich für jeweils 14,90 Euro ihre Exemplare sicherten und von der Autorin eine Widmung hineinschreiben ließen. Das freute auch Marion Klement vom städtischen Kulturmanagement, die die Idee eines Wolfratshauser Wimmelbuchs vor einem Jahr im Jugend- und Kulturausschuss vorstellte und schon damals viel positive Resonanz erhielt. „Der Verkauf läuft gut“, erklärte sie. „Die Buchhandlung Rupprecht musste bereits Exemplare nachbestellen.“ Kein Wunder, ist doch das Buch ein originelles Weihnachtsgeschenk, an dem nicht nur Kinder ihre Freude haben.

Fast zeitgleich mit Mo Büdingers Signierstunde sang der Kindergarten St. Josef der Arbeiter Weihnachtslieder, die auch dem Dritten Bürgermeister Helmuth Holzheu und dem katholischen Pfarrer Gerhard Beham gut gefielen. Die beiden eröffneten offiziell den Adventsmarkt. „Dieser Markt hat einen besonderen Charme“, lobte der kirchliche Würdenträger. Holzheu vergaß nicht zu erwähnen, dass ein Teil der Einnahmen für karitative Zwecke gespendet werden – eine Tradition, die seit nunmehr 27 Jahren besteht. Andrea Poloczek, die Leiterin der Stadtbibliothek, hatte damals die Idee, dieses Konzept zu verwirklichen. „Das Handwerk sollte im Vordergrund sehen“, erzählte sie. „Anfangs bin ich noch ausgelacht worden, so etwas in Waldram aufzuziehen.“

Mittlerweile sind die Kritiker längst verstummt. Von der Seifensiederei über Filz- und Dekorationsartikel bis hin zum Mützenverkauf fanden die Besucher auf dem Vorplatz der Kirche St. Josef der Arbeiter eine große Auswahl an potenziellen Weihnachtsgeschenken. Für die Kinder stellte die Kolpingfamilie Waldram auch dieses Jahr wieder eine „Lebende Krippe“ auf.

Selbstverständlich gab es auch eine zwar kleine, aber sehr feine Auswahl an warmen Getränken. Beispielsweise bietet der Geretsrieder Wolfgang Höpler seit zehn Jahren seinen „Pflaumentraum“ an – die Zutaten für diesen warmen Wein stammen aus dem eigenen Garten. Dazu passte am besten das selbst gemachte Weihnachtgebäck vom benachbarten „Platzerl-Himmel“.

Andrea Poloczek und einige Frauen aus Waldram hatten auch in diesem Jahr mehr als 35 Sorten für den Adventsmarkt gebacken. Mit den Auftritten der Wolfratshauser Stadtkapelle, der Four Saxes, von Claudia Sommer sowie dem Posaunenchor der evangelischen Gemeinden Geretsried und Wolfratshausen, klang der zweitägige Adventsmarkt am Sonntag auch musikalisch abwechslungsreich aus.

ph

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